Kunst und Nachhaltigkeit mit Hajo Lange

Was wäre, wenn Papierreste mehr wären als Abfall? Was wäre, wenn der Rest Stoff, der alte Stuhl oder eben die bunten Schnipsel ein Rohstoff sein könnten für neue, schöne Dinge? Mit dieser Frage beschäftigt sich Hajo Lange seit vielen Jahren. Am Samstag (8.2.) hat im Nachbarschaftstreff Waschküche seine Ausstellung „Kunst und Nachhaltigkeit“ eröffnet.

Blick in die Ausstellung von Hajo Lange. Foto: Hensel
Blick in die Ausstellung von Hajo Lange. Foto: Hensel

Die Ausstellung in der Waschküche versammelt viele Arbeiten des kreativen Mannes aus dem Brunnenviertel. Es gibt Fotografien von Gegenständen aller Art: ein Doppeldecker nur aus Papier und Leim, ein Nussknacker aus Pappdosen, Stecknadeln, Wolle und einem Knopf oder ein Zählwerk aus alten Ordnern und Papierstäben. Die Fotos sind passenderweise auf einfache Pappen geklebt und einige sind mit einem Hinweis zur Nachhaltigkeitsquote versehen.

Es gibt neben Fotos von Objekten aber auch Gegenstände in der Ausstellung zu sehen: zum Beispiel einen alten Stuhl, der mit Blumenbildern und Acryllack verschönert wurde. Oder Schmuck, der aus selbstgemachten Papierperlen gemacht ist. Dazu: Schmuckkästchen, viele bunte Papierblumen und zwei Wandteppiche. In den beiden Teppichen steckt besonders viel Arbeit. „Drei Monate Arbeit stecken in einem. Jemand hat die Märchendecke mal auf 2000 Euro geschätzt“, erzählte Hajo Lange bei einem kleinen Rundgang durch die Ausstellung. Er habe überlegt, ob er den Wandteppich verkaufen möchte, entschied sich aber dagegen. „Ich will lieber, dass viele etwas davon haben und er nicht bei einer Person zu Hause hängt“, erklärte er seine Entscheidung. Nun können all jene die Teppiche sehen, die in den kommenden Monaten die Waschküche besuchen.

Zwei aufwändige Wandteppiche - hergestellt aus Resten. Foto: Hensel
Zwei aufwändige Wandteppiche – hergestellt aus Resten. Foto: Hensel

„Ich sehe die Dinge nicht nur, wie sie sind, sondern auch so, wie sie sein könnten“, sagte Hajo Lange bei der Vernissage. Dabei komme seine Fantasie ins Spiel, von der er augenscheinlich schier unendlich viel hat. Schon als Kind hat Hans-Jochaim Lange, den alle nur Hajo nennen, mit dem Basteln angefangen. „Als ich elf war, habe ich das Raumschiff Enterprise gebaut“, erinnert er sich. Damals war der Fotoapparat noch kein alltäglicher Begleiter und so gibt es von dem selbstgebauten Sternenschiff kein Erinnerungsfoto – und das Raumschiff-Modell à la Hajo selbst gibt es auch nicht mehr.

Obwohl Hajo Lange schon so lange bastelt und upcycelt, ist „Kunst und Nachhaltigkeit“ seine allererste Ausstellung. Daher sind in der Schau ganz neue Stücke zu sehen, aber auch einige, die fast 15 Jahre als sind. Seine letzte müsste es ganz sicher nicht sein. „Wenn ich etwas sehe, was mich interessiert, dann mache ich etwas draus. Und dafür findet man überall jede Menge Materialien“, sagte Hajo Lange.

Organisatorisches

Die Ausstellung „Kunst und Nachhaltigkeit“ von Hajo Lange kann bis Mai im Nachbarschaftstreff Waschküche angeschaut werden. Die Arbeiten sind während der Veranstaltungen zu sehen. Eine gute Gelegenheit zum Betrachten ist das Nachbarschaftscafé, das jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr in dem Raum in der Feldstraße 10 stattfindet. Hajo Lange bietet auch kostenlose Bastel- und Handarbeitskurse an. Unter anderem ist er jeden Freitag von 10 bis 13.30 Uhr im Olof-Palme-Zentrum in der Demminer Straße 28. Dort können Teilnehmende Nähen, Malen oder Basteln – jeden Monat steht eine andere Basteltechnik im Mittelpunkt. Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich.

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Weitere Beiträge über Nachhaltigkeit im Wedding und in Gesundbrunnen stehen auf der Seite Nachhaltigkeit im Wedding.

Transparenzhinweis: Hajo Lange ist Mitglied der ehrenamtlichen Bürgerredaktion. Er schreibt regelmäßig fürs Brunnenmagazin.

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