Vom Wedding zur Auszeit in der Natur

Einfach mal kurz raus! Eine kleine Auszeit für wenig Geld, mit viel Kontakt zur Natur und nicht weit weg vom Stadtzentrum – das möchte Martina Marggraf vom Bioladen Wedding für Menschen aus dem Stadtteil und darüber hinaus möglich machen. Für ihr Herzensprojekt, ein ökologisches Ferienhaus im Berliner Umland, möchte sie keine Bank fragen und sammelt deshalb jetzt über ein Crowdfunding Geld ein, um eine Wohlfühl-Oase im Umland zu schaffen.

Bioladen und Café in der Tegeler Straße. Foto: Hensel
Der Bioladen Wedding mit Café in der Tegeler Straße. Foto: Hensel

Die Idee ist schnell erklärt. „Wir haben ein Grundstück hinter Bernau am Finowkanal gekauft. Da soll ein Ort entstehen mit ökologischen Ferienhaus aus Holz, Holzofen, einer großen Außenküche, Hochbeeten und Kanus“, skizziert Martina Marggraf ihre Vorstellungen. Das soll ein Ort für Menschen aus dem Sprengelkiez, dem Wedding, aus Berlin werden. Martina Marggraf findet, dass steigende Preise es gerade insbesondere Familien schwer machen, sich eine Auszeit zu gönnen. Genau dabei möchte sie, die selbst drei Kinder hat, ansetzen. „Irgendwann will man mal raus aus der Stadt. Das muss doch möglich sein!“, sagt sie. „Ich möchte, dass wir es möglichst vielen Menschen ermöglichen, sich mal kurz auszuruhen“, sagt Martina Marggraf. Die Unkosten möchte sie natürlich schon gedeckt haben, aber reich möchte sie mit dem Projekt nicht werden.

Für Familien und Kita-Gruppen

Martina Marggraf hofft, dass Familien ihr Angebot annehmen, dass Kita-Gruppen künftig auf dem Grundstück Feste feiern, Brot backen oder ökologische Lebensmittel anbauen können. Die ersten Hochbeete gibt es schon auf dem 1000 Quadratmeter großen Grundstück. Derzeit wachsen im Bioladen in der Tegeler Straße auf dem Fensterbrett die Zöglinge für diese Hochbeete. Später soll auf dem Bioladen-Satelliten auch Gemüse wachsen. Mit ihren neuen Nachbarn am Finowkanal hat sie schon Kontakt aufgenommen, sie hofft auf ein gutes Miteinander und auf die eine oder andere Gießhilfe.

Zöglinge für die Hochbeet im Bioladen-Satelliten. Foto: Hensel
Zöglinge für die Hochbeete im Bioladen-Satelliten. Foto: Hensel

Bioladen Wedding bleibt erhalten

Der Name des Crowdfundings trifft den Kern des Projekts, kann aber auch leicht missverstanden werden. „Bioladen goes Brandenburg“ heißt die Kampagne bei Startnext. Dabei zieht der Bioladen in der Tegeler Straße nicht um und es entsteht auch kein neuer Bioladen in Brandenburg. „Für mich ist der Bioladen die Basis und das Projekt in Brandenburg eine Erweiterung. Der Bioladen bleibt natürlich“, sagt die Ladeninhaberin aus dem Sprengelkiez. Was nun dazukommen soll, ist das Grundstück und ein 50 Quadratmeter großes Holzhaus mit vielen Möglichkeiten.

Und noch etwas ist wichtig. „Das soll nicht profitorientiert sein, das ist kein Business“, sagt Martina Marggraf. Deshalb möchte sie auch keinen Businessplan aufstellen und auch keine Bank nach einem Kredit fragen. Sie glaubt an die Kraft der Gemeinschaft, sagt die Bioladen-Betreiberin. Aus ihrer Arbeit und aus früheren Projekten kennt sie viele Menschen, die sie auf ihrem Weg unterstützen möchten. Zu ihrem Netzwerk gehört auch das Team von Vandemaass Interiors, einer Tischlerei mit Sitz im Sprengelkiez. Und nun hofft sie auf finanzielle Unterstützung aus ihrem Netzwerk, aus dem Wedding und darüber hinaus. Auf 60.000 Euro beziffert sie die benötigte Summe – für das Holzhaus, einen Brunnen, eine Trenntoilette, Handwerkerleistungen und einiges mehr. Bis zum 15. April läuft das Crowdfunding, im Bioladen Wedding steht zudem ein Sammelglas für Direktspenden.

Der Zettel am Tresen weist auf das Crowdfunding hin. Foto: Hensel
Der Zettel am Tresen weist auf das Crowdfunding hin, links steht ein Spendenglas. Foto: Hensel

Gut zu wissen

Hier geht es zum Crowfunding: „Bioladen goes Brandenburg“. Mehr über den Bioladen Wedding steht im Beitrag Bioladen Wedding: Willkommen in Martinas Welt.

Kurze Meldungen aus dem Stadtteil

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