Es ist etwas gewachsen im Brunnenviertel! Von den ersten Pflanzaktionen im öffentlichen Raum 2013 bis zu einer bunten Vielfalt an Gartenprojekten heute hat sich etwas entwickelt. Der Kiez ist grüner geworden in den zurückliegenden zwölf Jahren – dank der Kiezgärtnerinnen und -gärtner. Das ist das Fazit der diesjährigen Brunnenviertel Gartenschau. Die BruGa, der Tag der offenen Tür der Kiezgärten, hat am Wochenende (17./18.5.) zum vierten Mal Menschen aus dem Kiez und von weiter weg neugierig gemacht und zu den Veranstaltungen gelockt.

Zwei Tag volles Gartenprogramm
Ob Fahrradtour, barrierefreier Spaziergang, Vortrag, Pflanzentauschmarkt oder Garten-Mitmachaktion – mit den Programmpunkten wollte der Brunnenviertel e.V. den Gartenprojekten im Kiez für einen Tag mehr Sichtbarkeit verleihen. Die Resonanz zeigt, dass dieser Plan aufgegangen ist. Bei der Eröffnung der BruGa im Dachgarten in der Graunstraße 12 waren über 30 Personen gekommen. Sie nutzten die Gelegenheit, den sonst nicht zugänglichen Garten zu besichtigen und über die Brüstung Richtung Mauerpark zu schauen. Denn da ist schon der nächste Garten, der Mauergarten!


Von den Anfängen des Gärtnerns im Kiez
Bei der Eröffnung der BruGa nahm Dominique Hensel vom Brunnenviertel e.V. die Zuhörenden mit zu den Anfängen des gemeinschaftlichen Gärtnerns im Kiez: „Das Gärtnern im öffentlichen Raum steckte hier im Kiez 2013 noch in den Kinderschuhen. Wenn jemand gärtnerte, dann ganz für sich allein und auf dem eigenen Balkon. Doch dann kamen die Pflanzschalen am Vinetaplatz!“ Dominique Hensel schilderte, wie eine ehemalige Quartiersmanagerin das Straßen- und Grünflächenamt überzeugte, versuchsweise das Gärtnern von Anwohnenden in den ungenutzten Pflanzschalen zu erlauben. „Wir halten heute fest: Das ist eine gute und völlig ungefährliche Sache, dieses Stadtgärtnern im öffentlichen Raum!“ Noch heute werden die Schalen von Nachbarinnen gepflegt.

Das Pionierprojekt des gemeinschaftlichen Gärtnerns im Kiez war Teil der Gartenschau und wurde bei einer Fahrradtour am Sonntag besucht. Doch auch viele andere Gartenprojekte waren dabei und luden im Rahmen der Veranstaltung Besucherinnen und Besucher ein. Die Gartengäste kamen teilweise aus dem Kiez, teilweise aus der nahen Umgebung, teilweise aus ganz anderen Teilen Berlins.
Von Oasen und Paradiesen
Vielen war am Anfang der BruGa nur ein Gartenprojekt bekannt, mit dem sie verbunden sind, oder von dem sie gehört hatten. Nach dem Wochenende hatten sie in viele Beete und Gärten geschaut: ins kleine Blütenparadies, einen Hinterhofgarten, in den Hochbeetgarten Diesterbeet, in die Essbare Straße, den Schulgarten-Hochbeetgarten der Gustav-Falke-Grundschule, den Elstergarten-Hofgarten, den Familiengarten des Familienzentrums Wattstraße, den Niemandsland-Garten an der ehemaligen Mauer, die begrünte Verkehrsinsel Gleim-Oase und den Gemeinschaftsgarten Himmelbeet. Die Besucher staunten, wie viele Gärten es gibt und wie vielfältig sie sind!




Bei der BruGa mit dabei war auch das Künstler:innenkollektiv StattLab. Das Kollektiv ist erst vor Kurzem ins Brunnenviertel gezogen und zeigte extra für die Gartenschau die Schaufensterausstellung „Der geheime Garten“. Die Drucke bleiben noch ein paar Tage in der Ackerstraße 116A hängen und können weiter angeschaut werden. Die beiden Vorträge im Rahmen der BruGa führten sozusagen ebenfalls in den Garten. Ralf Schmiedecke zeigte historische Ansichten rund um die Gleim-Oase, Dr. Daniel Becker präsentierte mikroskopische Blattquerschnitte auf Leinwand. Wer wollte, konnte auch selbst aktiv werden: beim Pflanzentauschmarkt am Diesterbeet-Garten oder bei den Garten-Mitmachaktionen im Niemandsland-Garten oder bei der Essbaren Straße.



Papierblumen und Chormusik
Ein Höhepunkt war der Abschluss der Gartenschau am Sonntag. Der queere Chor canta:re hatte zum Frühlingskonzert in der Himmelfahrtkirche eingeladen. Das Konzert war der fulminante Höhepunkt und ein guter Schlusspunkt. Liebevoll war die voll besetzte Kirche mit unzähligen bunten Papierblumen dekoriert und das Ensemble führt das Publikum unter Leitung von Ben Cruchley musikalisch in den Wald, durch den Mai und wiederum in den Garten.


BruGa: Gut zu wissen
Die BruGA 2025 wurde vom Brunnenviertel e.V. und vom Gemeinschaftsgarten Himmelbeet organisiert und von der Wohnungsbaugesellschaft degewo finanziert.
Im Beitrag Fototour durch die BruGa-Gärten gibt es noch viele schöne Gartenfotos aus dem Brunnenviertel, aufgenommen bei der BruGa 2022.
Einige Kiezgärten im Brunnenviertel sind auch im digitalen Raum oder in den sozialen Medien vertreten. Hier geht es lang zu: Niemandsland-Garten, Essbare Straße, Gleim-Oase, Himmelbeet, Familiengarten im Familienzentrum Wattstraße, Hochbeet-Schulgarten der Gustav-Falke-Grundschule. Kein Garten, aber trotzdem bei der BruGa dabei: das Künstlerkollektiv stattLab.
Text: Brunnenviertel e.V.
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Mehr Beiträge über die Stadtgärten im Wedding und in Gesundbrunnen sind auf der Seite Nachhaltigkeit im Wedding (Abschnitt „Urbanes Gärtnern“) zu finden.

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