Brunnenmagazin in Zahlen – zehn Jahre Kiezjournalismus

Geschichten aus dem Kiez, recherchiert und erzählt von Menschen, die hier leben: Seit zehn Jahren entsteht im Brunnenviertel ein gedrucktes Kiezmagazin und das digitale Brunnenmagazin in ehrenamtlicher Arbeit. Ein Blick auf Zahlen und Grafiken macht sichtbar, wie viel Engagement und Kontinuität in diesem Projekt stecken.

Was die Bürgerredaktion bewegt

Bei diesen beiden Grafiken geht es um das gedruckte Kiezmagazin, das nur im Brunnenviertel verteilt wird. Von September 2015 bis 31. Dezember 2024 sind insgesamt 522 Beiträge im Printmagazin „brunnen“ erschienen. Die Beiträge verteilen sich auf 41 Ausgaben. Die Grafiken zeigen, dass Geschichte, Stadtnatur und aktuelle Entwicklungen die beliebtesten Themen der Bürgerredaktion waren. Aber auch Sport, Veranstaltungen oder reine Fotobeiträge wurden oft erstellt. Dafür muss man wissen, dass sich die ehrenamtlichen Autorinnen und Autoren ihre Themen immer selbst aussuchen.

Hier geht es um die Themen im gedruckten Kiezmagazin
Hier geht es um die Themen im gedruckten Kiezmagazin. Grafik: Jakob Hensel

Wer schreibt für das Kiezmagazin?

Welche Autorinnen und Autoren des gedruckten Kiezmagazins sind in den zehn Jahren am fleißigsten gewesen? Dass Redaktionsleiterin Dominique Hensel die Liste anführt, ist nicht weiter überraschend. Sie ist hauptberufliche Journalistin und schreibt viel und schnell, auch fürs Kiezmagazin. Wobei zu erwähnen ist, dass sie für das Schreiben der Texte im Blatt nicht bezahlt wurde. Auch für sie ist dieser Teil der Arbeit in der Bürgerredaktion Ehrenamt. Für andere Aufgabe (wie Autorenbetreuung oder Layout) wird sie aber bezahlt.

Die Grafik zeigt, dass es neben der Redaktionsleiterin viele weitere fleißige Autorinnen und Autoren gibt. So sind Andrei Schnell, ebenfalls Journalist, und der Lokalhistoriker Ralf Schmiedecke auch in fast jedem Heft mit einem Artikel vertreten gewesen. Sulamith Sallmann hat viele Magazine mit ihren Fotografien bereichert und Jakob Hensel war gerade in die Schule gekommen als er seinen ersten Artikel (von vielen) schrieb.

Das Besondere an der Bürgerredaktion im Brunnenviertel ist ihre Konstanz. Man könnte resümieren: Wer ein Mal einen Beitrag geschrieben hat, bleibt lange im Team und schreibt viele Texte. Die Bürgerredaktion besteht fast von Anfang an aus 20 Personen. Das ist über zehn Jahre nahezu konstant geblieben, auch wenn die Personen gewechselt haben. Es gibt auch Gastautor:innen, die nur einen Beitrag geschrieben haben. Es gibt aber auch viele Menschen, die immer wieder etwas beigetragen haben. Das zeigt die untere Grafik.

Welche Autorin/welcher Autor hat im gedruckten Kiezmagazin wie viele Artikel geschrieben?
Welche Autorin/welcher Autor hat im gedruckten Kiezmagazin wie viele Artikel geschrieben? Grafik: Jakob Hensel
Wie vielen Artikel die einzelnen Autorinnen und Autoren geschrieben haben.
Wie vielen Artikel die einzelnen Autorinnen und Autoren geschrieben haben. Grafik: Jakob und Dominique Hensel

Die Finanzierung der Bürgerredaktion

Die überwiegende Arbeit der Bürgerredaktion ist ehrenamtlich. Alle Texte und die meisten Fotos entstehen ohne Bezahlung. Für den Druck des Kiezmagazins, die Erstellung des Layouts und die professionelle Betreuung der Redaktion und einiges mehr gibt es seit 2015 und bis Ende 2025 Fördermittel vom Quartiersmanagement Brunnenstraße aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“. Zusätzlich beteiligt sich das kommunale Wohnungsunternehmen degewo seit einigen Jahren mit einer Ko-Finanzierung. Insgesamt beträgt der Zuschuss 20.000 Euro pro Jahr. Wofür dieses Geld ausgegeben wird, ist in der linken unteren Grafik zu sehen. Die rechte Grafik zeigt, dass der größere Teil der Unterstützung vom Quartiersmanagement kommt.

Wie ist die Finanzierung der Bürgerredaktion?
Wie ist die Finanzierung der Bürgerredaktion? Grafik: Jakob Hensel

Neue Formate, mehr Inhalte

Neben dem gedruckten Kiezmagazin gibt es auch fast seit zehn Jahren das digitale Brunnenmagazin. Bis 2023 sind auf brunnenmagazin.de ausschließlich die Beiträge aus den gedruckten Kiezmagazine erschienen. Ab Sommer 2024 hat sich das Brunnenmagazin als eigenständiges Medium weiterentwickelt – mit einem täglichen Beitrag und einer inhaltlichen Erweiterung auf die beiden Ortsteile Gesundbrunnen und Wedding. Mit dieser Ausweitung begann ein starkes Wachstum des Blogs. Die obere Grafik zeigt diese Entwicklung bis Ende 2024. Die über diesen Zeitraum hinausgehenden Zahlen zeigen einen anhaltenden Wachstumstrend.

Wie viele Zugriffe es auf brunnenmagazin.de bis Ende 2024 gab.
Wie viele Zugriffe es auf brunnenmagazin.de bis Ende 2024 gab. Grafiken: Jakob Hensel

Wie viel Arbeit steckt dahinter?

Schon bevor die Grafik über das Ehrenamt überhaupt im gedruckten Heft erschienen ist, gab es Kritik. Das kann so nicht stimmen, sagt die aufmerksame Lektorin. Und sie hat recht. Die Zahlen sind sicherlich zu niedrig. Braucht ein Redaktionsmitglied wirklich im Schnitt nur zwei Stunden für einen Text? Wenigstens die Historiker unter den Autoren würden heftig mit dem Kopf schütteln.

Sowieso nicht eingerechnet haben wir die ehrenamtlichen Stunden, die unsere Redaktionsleiterin Dominique Hensel ehrenamtlich fürs Schreiben verwendet hat. Weil sie für manche Tätigkeiten bezahlt wird und die Aufgaben manchmal schwer abgrenzbar sind, fließen ihre Ehrenamtszeiten nicht in die Berechnung mit ein.

Setzt man zwei Stunden pro Text im gedruckten Kiezmagazin an und rechnet man die Redaktionssitzungen dazu, kommen in zehn Jahren insgesamt 1.864 ehrenamtlichen Stunden zusammen. Aber ja, vermutlich sind es viel mehr. Sagen wir einfach: Wir haben sehr konservativ geschätzt.

Schätzung der ehrenamtlichen Stunden der Bürgerredaktion.
Schätzung der ehrenamtlichen Stunden der Bürgerredaktion. Grafik: Dominique Hensel

Der Text und die Grafiken wurden von Menschen erstellt. Der Text von Dominique Hensel, die meisten Grafiken von Jakob Hensel.

📍 Kiez: ,

Kommentare

  1. Avatar von Wolfgang Weber
    Wolfgang Weber

    Glückwunsch! Vielen Dank für die tolle Arbeit!

  2. Avatar von Ulrich Davids
    Ulrich Davids

    Danke für diesen aufschlussreichen Artikel über die Arbeit um den Kiezjournalismus. Vor allem auch Eure Beharrlichkeit immer weiter zu machen und auch über Probleme im Miteinander hier im Kiez zu schreiben und Hilfsangebote zu unterbreiten. Hoffen wir auf weitere gute Informationen rund um / von unseren Kiez und mehr Leser*innen und mehr ehrenamtliche Aktive für die vielen Aktionen und Bündnisse im neuen Jahr.

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