Ungewollte Pause beim Tempelbau

Der Rohbau des buddhistischen Tempels lässt einen imposanten neuen Tempel am Ende der Ackerstraße erahnen. Doch auf der Baustelle der Fo-Guang-Shan-Gemeinde tut sich seit einem Jahr nichts mehr, es ist Baustopp. Grund für den Stopp sind Probleme beim Generalunternehmer.

„Unser Generalunternehmer hatte finanzielle Probleme“, sagt Meisterin Yongchao am Telefon. Nun herrscht Stille auf der Baustelle. Mehr als eine Million Euro wird der neue Tempel kosten. Die Buddhisten haben das Geld, dennoch ruhen die Arbeiten. Wann es weitergeht, war im März noch ungewiss.

Die Tempelbaustelle in der Ackerstraße. Seit einem Jahr stehen die Bauarbeiten still. Wann weitergebaut wird, ist unklar. Foto: Dominique Hensel
Die Tempelbaustelle in der Ackerstraße. Seit einem Jahr stehen die Bauarbeiten still. Wann weitergebaut wird, ist unklar. Foto: Dominique Hensel

Spatenstich war im Oktober 2018

Los ging es mit dem ersten Spatenstich am 14. Oktober 2018. Für die Gemeinde war ein neuer Sakralbau nötig geworden, weil es Probleme mit dem Grundwasser gab, sagt die Meisterin. „Zudem war unsere Gesundheit gefährdet.“ Wie der neue Tempel einmal aussehen soll, das ist nun lediglich auf einem Bauschild zu sehen. Der blassgraue Beton, der bislang aufgetürmt wurde, hat mit dem künftigen, lichten Tempel wenig gemeinsam. Eine Holzfassade soll das Heiligtum später umkleiden.

Das neue Gebäude soll nicht wesentlich mehr Fläche umfassen als das alte Haus. Dieses hatten die Buddhisten 1992 bezogen. Die Aufteilung der Innenräume im neuen Tempel folgt der des Altbaus. So soll am Eingang wieder jedermann in der öffentlichen Speisehalle zu einer Suppe eingeladen werden. Die prachtvolle Tempelhalle wird sich wieder am Ende des langgestreckten Grundstücks befinden.

Der buddhistische Tempel wird sich verändern

Manch einer kennt das Innere des Hauses von der jährlich stattfindenden Langen Nacht der Religionen, an denen der Tempel regelmäßig teilnahm. Wer bei einer solchen Nacht den Tempel besuchte, der werde sich in der neuen Anlage schnell zurechtfinden, etwa problemlos zu den Räumen für Meditation und Teezeremonie gelangen. Die Wohnungen für die Nonnen und Meisterinnen werden erneut in den oberen Stockwerken untergebracht sein.

Deutlich verändern wird sich das Äußere. Die Fassade zur Ackerstraße soll deutlich repräsentativer werden. Vorabdarstellungen zeigen einen imposanten Eingang. Holz und Glas und ein großzügiger Platz bestimmen den Empfang. Auch wenn es durch die Architektur so wirkt, höher als der alte wird der neue Tempel nicht. Auch das abgerissene alte Gebäude hatte vier Etagen, wenn auch deutlich schmucklosere.

Fo Guang Shan wurde erst 1967 in Taiwan gegründet. In Berlin gibt es vier buddhistische Tempel. Die Gemeinde in der Ackerstraße hat etwa 200 Mitglieder sagt Meisterin Yongchao, und Besucher aus aller Welt.

Von der Fertigstellung des Tempels wurde im Beitrag Neuer buddhistischer Tempel fertig berichtet.

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Der Text ist auch im gedruckten Kiezmagazin „Der Kiez hinter dem Blätterdach“ enthalten, das im Mai 2021 erschienen ist. Weitere Beiträge aus dieser Ausgabe sind im Beitrag „Neues Kiezmagazin: Der Kiez hinter dem Blätterdach“ gesammelt und verlinkt.

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