Der Platz in der Stadt wird knapper, das merken die Berlinerinnen und Berliner jeden Tag. Auch auf den Straßen ist es eng geworden und Parkplätze sind immer schwerer zu finden. Nun wird das Brunnenviertel zur Parkzone. Es ist die erste Parkzone im Wedding. Das Ziel des Bezirks ist es, dass das Parken im gesamten Bezirk bis Mitte kommenden Jahres kostenpflichtig wird.

Das politische Ziel, den Parkraum innerhalb des S‑Bahn-Rings vollständig zu bewirtschaften und damit das Parken kostenpflichtig zu machen, besteht schon länger. Bei der Umsetzung ist nun das Brunnenviertel an der Reihe. Hier ist nach Aussage des Bezirksamts der Parkdruck inzwischen so hoch, dass diese Maßnahme gerechtfertigt sei. Ziel der Maßnahme ist laut eines Flyers des Bezirksamts vor allem das „Zurückdrängen gebietsfremder Langzeitparker“. Bewohner sowie ansässige Unternehmen sollen mit der Bewirtschaftung wieder leichter einen Parkplatz finden. Damit solle auch der zunehmende Parksuchverkehr reduziert werden, der nach Einschätzung der Senatsverwaltung für Verkehr bereichsweise bis zu 30 Prozent des gesamten Autoverkehrs ausmache.
Nach Plänen des Bezirksamts Mitte soll die Parkzone 83 am 1. Dezember in Betrieb gehen. Derzeit sieht es so aus, als ob das pünktlich umgesetzt werden kann. Einige Bewohner haben bereits ihre beantragten Bewohnerparkausweise erhalten. die Halterungen für die Parkuhren wurden schon aufgestellt, die ersten Parkautomaten sind in dieser Woche gekommen.
Der Kiez wird Parkzone 83
Die Parkzone 83 umfasst das gesamte Brunnenviertel links und rechts der Brunnenstraße. Von der Bernauer Straße bis zum Bahnhof Gesundbrunnen kostet das Parken dann 2 Euro pro Stunde. Diese Gebühr wird wochentags von 9 bis 20 Uhr sowie am Wochenende von 9 bis 18 Uhr fällig. Anwohnende können einen Bewohnerparkausweis beantragen. Er kosten für zwei Jahre 20,40 Euro und soll in der Regel online beantragt werden.
Wem das nicht möglich ist, der kann sich ans Bürgeramt Wedding in der Osloer Straße 36 wenden, dort einen Termin vereinbaren oder einen Antrag per Post stellen. Gäste von Anwohnenden, Handwerker, Schwerbehinderte und in besonderen Fällen auch Berufspendler können ebenfalls Ausnahmegenehmigungen und besondere Parkausweise erhalten. Informationen dazu gibt es online beim Bezirksamt.

Mit Flyern und einem Video-Informationsabend Mitte Oktober hat das Bezirksamt Anwohnende sowie ansässige Betriebe über die Einführung der Parkraumbewirtschaftung informiert. Das Bezirksamt hat insgesamt 160 neue Mitarbeitende für das Ordnungsamt gesucht, um die neue Parkzone zu überwachen. Sie sollen die neuen Regeln kontrollieren und bei Verstößen Strafzettel ausstellen.
Wie aus dem Flyer fürs Brunnenviertel hervorgeht, ist für die Gebiete nördlich des Bahnhofs Gesundbrunnen zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls die Einrichtung von Parkzonen geplant. Möglicherweise könnte das schnell gehen. Nach einer Vereinbarung der neuen Zählgemeinschaft im Bezirk (Bündnis 90/Die Grünen, SPD) soll ganz Mitte bereits bis Mitte 2022 Parkzone werden. Zudem sollen bis 2026 bis zu 25 Prozent der Parkflächen entsiegelt werden und entfallen.
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Der Text ist im gedruckten Kiezmagazin „Der weiße Stier vom Humboldthain“ enthalten, das im November 2021 erschienen ist. Weitere Beiträge dieser Ausgabe sind im Beitrag „Neue Ausgabe: Der weiße Stier vom Humboldthain“ gesammelt und verlinkt.

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