Lyonel Stoffregen, 11 Jahre alt, beobachtet gern Wildtiere in der Stadt. Hier erzählt er von seinen Erkundungsgängen im Mauerpark.

Eigentlich gehe ich sehr gerne in den Humboldthain, vor allem wegen der vielen Tiere, die dort leben. Seit aber der Mauerpark neu gestaltet ist, lohnt es sich, auch dort hinzugehen. Schließlich wohne ich direkt am Mauerpark.
Im Kiez leben viele Wildtiere
Bei uns im Kiez leben sehr viele Wildtiere. Abends, da gehen wir oft nochmal spazieren, treffen wir fast immer auf Tiere. Es gibt mehrere Füchse. Der mit der weißen Schwanzspitze ist sehr zutraulich, er kommt bis zu uns ans Haus. Es gab vor zwei Jahren eine ganze Fuchsfamilie – Vater, Mutter und sechs Kinder. Sie hatten ihren Bau neben dem Fußballfeld von Viktoria Mitte in der Stralsunder Straße.
Inzwischen sieht man Füchse regelmäßig im Mauerpark. Eine Weile sind wir dort oft auf einen Fuchs getroffen, der nur noch drei Beine hatte. Jetzt sehe ich ihn nicht mehr, wahrscheinlich lebt er gar nicht mehr. Ich glaube, die Stadt ist eben doch kein richtig geeigneter Lebensraum für viele Wildtiere. Selbst dann, wenn sie genug zu fressen finden und die meisten Menschen freundlich auf sie reagieren. Es gibt im Humboldthain außerdem Mäuse und Ratten, Spinnen, Vögel wie Elstern, Krähen und Stare und sehr viele Eichhörnchen. Einmal haben wir im Mauerpark sogar einen Kuckuck gehört und später im Baum sitzen sehen.
Hier gibt es viele Bienen – und Wespen
Oft wird jetzt davon gesprochen, dass es zu wenige Bienen gibt. Aber bei uns im Kiez gibt es ganz viele Bienen und jetzt im August natürlich Wespen. Wegen der vielen Blumen und der Insektenhotels, die überall stehen, geht es ihnen bei uns wahrscheinlich sehr gut. Ich habe gelesen, dass es den Bienen in Berlin sogar besser geht als in Brandenburg, weil sie hier ein besseres Nahrungsangebot haben. Im Schul- und Umweltzentrum in der Seestraße gibt es mehrere Bienenstöcke und deshalb neuerdings Weddinger Honig, der sehr, sehr lecker ist.
Ich beobachte sehr gerne Fledermäuse. Abends, wenn im Mauerpark mal nicht so viele Menschen sind, sieht man genau, wie sie ganz schnell hin- und herflattern, und es gibt viele davon! Wir haben extra bei uns im Garten ein Fledermaushaus am Baum angebracht. Aber das wird leider nie benutzt, obwohl bei uns im Hof abends oft viele Fledermäuse unterwegs sind. Wahrscheinlich ist es den Fledermäusen an dem hohen Baum zu zugig.
Waschbären und Fledermäuse
Am liebsten von allen Wildtieren sind mir neben den Fledermäusen die Waschbären. Es gibt sie inzwischen überall in Berlin, auch im Mauerpark. Abends machen die Krähen im Mauerpark oft viel Krach, um die Waschbären zu vertreiben. Die fressen nämlich gerne Vogel-eier.
Berlin hat sogar seinen eigenen Wildtierbeauftragten. Das ist Derk Ehlert, und er weiß genau Bescheid über die Wildtiere in Berlin. Wenn jemand Angst vor den Füchsen hat oder nicht weiß, ob ein Waschbär vielleicht doch gefährlich ist, kann er oder sie sich an den Wildtierexperten wenden und bekommt Hilfe: Derk Ehlert, Wildtierbeauftragter des Landes Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, E-Mail: derk.ehlert@senstadtum.berlin.de, Telefon: (030) 90 25 10 94.
Text: Lyonel Stoffregen (11 Jahre), Foto: Hartmut Bräunlich
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Der Text ist auch im gedruckten Kiezmagazin „Park frei!“ enthalten, das im zweiten Quartal 2020 erschienen und wegen der Corona-Pandemie gleichzeitig das Heft für das dritte Quartal 2020 ist. Weitere Artikel sind im Beitrag Park frei! Neues Kiezmagazin feiert den Mauerpark gesammelt und verlinkt.

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