Einen besonderen Blick auf die Stadt hat der Fotograf Serdar Akin. Für das Kiezmagazin „Die Farben des Kiezes“ Heft hat er das Titelbild und das Foto für diesen Beitrag gemacht. Hier stellt er sich selbst und sein Kunstverständnis vor.

Ich bin Serdar Akin, geboren und aufgewachsen in Berlin-Wedding; ich wohne seit meiner Kindheit überwiegend im Brunnenviertel. Seit vier Jahren bin ich leidenschaftlicher Streetfotograf; meinen Stil bezeichne ich als minimalistisch und abstrakt. Für mich beginnt die Streetfotografie schon an der Haustür und ich muss nicht unbedingt weit reisen, um interessante Motive zu entdecken.
Serdar Akin ist Streetfotograf
Als Streetfotograf, der aktuell viel Architektur fotografiert, und sich auf Licht, Schatten, Kontraste sowie auf Farben und Formen beschränkt, möchte ich nicht unbedingt einen gewissen Moment festhalten, was in der Fotografie sonst üblich ist, sondern ich will etwas Neues schaffen. Der Begriff Fotografie kommt ja aus dem Lateinischen und bedeutet im Grunde genommen „Licht malen“ oder „Licht erklären“. Und ja, ich male mit Licht und Farben. Die Schatten und die Architektur geben mir die Formen, woraus ich was Neues komponiere. Die Perspektive macht dabei viel aus – durch den Wechsel der Perspektive kann man visuell etwas kreieren, das man vorher vielleicht nicht so gesehen hat.

Der kreative Prozess ist für mich eine Art Meditation, die mir hilft, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren und alles, was ich sehe, auf Formen und Farben zu reduzieren. Geometrische Abstraktionen oder der Suprematismus als Kunstform, in der einfachste geometrische Formen im Vordergrund stehen, haben mich stark inspiriert. Diese Art der Gestaltung hilft mir auch im persönlichen Leben. Sie zeigt mir, was es bedeutet, neue oder andere Perspektiven einzunehmen oder meine Bedürfnisse zu reduzieren. Mit Reduktion meine ich nicht, an falschen Dingen zu sparen oder auf Sachen zu verzichten, sondern eine bewusste Haltung einzunehmen, bewusst zu konsumieren, dankbar zu sein und zu lernen, sich wieder an kleinen und selbstverständlichen Dingen zu erfreuen. Dabei benutze ich das Wort „selbstverständlich“ eigentlich ungern. Denn alles, was wir heute als selbstverständlich betrachten, ist im Grunde etwas Unnatürliches, das Ergebnis von Jahrtausende dauernden Prozessen, die dazu geführt haben, dass wir heute diese Früchte des Lebens ernten können.
Hier geht es zu Serdar Akins Instagram-Kanal: www.instagram.com/serdo_snap

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Der Beitrag ist im gedruckten Kiezmagazin „Die Farben des Kiezes“ enthalten, das im September 2023 erschienen ist. Weitere Texte und Themen dieser Ausgabe sind im Artikel „Neues Kiezmagazin: Die Farben des Kiezes“ gesammelt und verlinkt.

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