Der Packesel aus dem nördlichen Wedding hat Gesellschaft bekommen: Auf dem Gelände des Paul-Gerhardt-Stifts gibt es nun auch eine Fahrrad-Rikscha. Pauline und „Lastlos“ sind dabei keinesfalls Konkurrenten – sie ergänzen sich. Das eine Leih-Lastenrad für Einkauf, Kindertransport und Transporte aller Art, die andere eine Mobilitätsermöglicherin für alle, denen das Gehen schwerfällt.

Am Freitag, den 10. April, wurde die E-Rikscha Pauline offiziell in der Müllerstraße begrüßt – mit Bezirksstadtrat, Fernsehteam sowie vielen Anwohner:innen und Bewohner:innen des Stifts. Auch Menschen aus den auf dem Gelände beheimateten Projekten waren dabei. Es war ein freudiger und herzlicher Empfang für das neue fLotte-Sozial-Mobil.
Ein herzlicher Empfang für „Pauline“
Besonders groß war die Freude bei älteren und mobilitätseingeschränkten Menschen, die zur Eröffnung gekommen waren. Einige nutzten direkt die Gelegenheit für eine Proberunde über das Stiftsgelände. Beim Ein- und Aussteigen: viele frohe Gesichter. Stefanie Tepie Tame, Geschäftsführerin von PGS Soziales, sprach ganz offensichtlich im Namen vieler Menschen im und um das Paul-Gerhardt-Stift, als sie in ihrer Begrüßungsrede begeisterte Worte fand: „Wir wollen heute die Teilhabe feiern. Pauline ist ein Stück Freiheit. Sie ermöglicht kleine Reisen durch den Kiez, Ausflüge, die sonst nicht mehr möglich wären.“ Die neue E-Rikscha hilft damit, Barrieren abzubauen.

Auch Bezirksstadtrat Christoph Keller (Linke) freute sich über das neue Angebot im Wedding – auch wenn Mitte der letzte Bezirk ist, der sich der fLotte Sozial angeschlossen hat. Die E-Rikscha wurde mit Landesmitteln aus dem Aktionsprogramm Gesundheit angeschafft. Kellers Amt hat dafür gesorgt, dass die Förderung fließen konnte. Er betonte: „Jede Hürde sendet ein Signal, ob Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit mitgedacht werden oder eben nicht. Es ist der Moment, wo man ausgeschlossen wird oder dazugehört. Deshalb freue ich mich über dieses Angebot sehr. Noch ist es etwas Besonderes – und erst wenn es zur Selbstverständlichkeit wird, haben wir als Gesellschaft verinnerlicht, dass Teilhabe gewollt ist und gestaltet werden muss.“

Die neunte E-Rikscha der fLotte Sozial
Pauline ist berlinweit die neueste, aber nicht die einzige E-Rikscha der fLotte Sozial. Sie ist bereits die neunte ihrer Art. Wie Stefanie Brummer von fLotte Sozial erklärte, wird Pauline jedoch nicht lange die neueste bleiben: „Nächste Woche wird schon die zehnte Rikscha eingeweiht. Das ist dann auch das insgesamt 300. Lastenrad der fLotte.“ Die erste Rikscha wurde in Berlin im Jahr 2023 eingeweiht. Mit dem neuen Standort in der Müllerstraße ist das Projekt seinem Ziel, mehr Mobilität für alle zu ermöglichen, wieder einen Schritt näher gekommen.

So kann man Pauline ausleihen
Wer eine etwa 90-minütige Fahreinweisung erhalten hat, der kann die E-Rikscha kostenfrei über die Webseite der fLotte ausleihen. Fahreinweisungen gibt es an verschiedenen Standorten der fLotte Berlin, vor allem aber in Schöneberg. Im Paul-Gerhardt-Stift ist am Mittwoch, den 22. April, um 16.30 Uhr eine Einweisung geplant. Wer Interesse daran hat, kann sich per E-Mail unter sozial@flotte-berlin.de verbindlich anmelden.
Melden kann sich laut Stefanie Brummer außerdem, wer sich ehrenamtlich um Pauline oder andere Lastenräder kümmern möchte. Gesucht werden darüber hinaus auch Menschen, die bei kleinen Ausflügen in den Kiez in die Pedale treten wollen und Bewohner:innen des Paul-Gerhardt-Stifts mit der E-Rikscha und ihrem leuchtend roten Dach durch den Wedding kutschieren.
Mehr über kostenlos ausleihbare Lastenräder im Stadtteil steht im Beitrag „Kostenlos Lastenräder im Wedding ausleihen“.



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