Pandemie trifft auch Vereine: Ein Verein in Kurzarbeit

Die Pandemie trifft auch Vereine: So kann der Stadtteilverein Brunnenviertel e. V. gerade nur eingeschränkt arbeiten. Wie die Mitglieder dennoch versuchen, für die Menschen im Kiez da zu sein, erzählt Dunja Berndt.

Pandemie trifft auch Vereine: Dunja Berndt schaut aus der Tür beim Brunnenviertel e.V. Foto: Ulrike Wronski
Pandemie trifft auch Vereine: Dunja Berndt schaut aus der Tür beim Brunnenviertel e.V. Foto: Ulrike Wronski

Alle Angebote gestrichen, die Mitgliederversammlung verschoben und Gruppenarbeit nur per Videokonferenz. Als die ersten Meldungen über die Verbreitung eines neuartigen Virus kamen, ahnte niemand von uns, wie sehr sich unsere Vereinsarbeit im Laufe des nächsten Jahres verändern würde. Der 13. März 2020 war der letzte normale Tag im Laden. Dann kam der erste Shutdown und wie viele andere mussten auch wir komplett die Schotten dichtmachen.

In der Not Neues gelernt

Was nun? Einen Verein, der hauptsächlich auf persönliche Kontakte aufbaut, kann man nicht unvorbereitet umkrempeln. Wir richteten ein Telefonangebot ein und riefen viele Anwohnerinnen und Anwohner, insbesondere Seniorinnen und Senioren, an und fragten sie, ob sie Hilfe benötigten. Die Schließzeit wurde genutzt, um Anliegen, die sonst hinten runterfallen, anzugehen: beispielsweise kleinere Reparaturen oder liegengebliebenen Bürokram erledigen.

Und wir haben uns mit neuen Kommunikationstechniken vertraut gemacht. Eine Telefonkonferenz zu dritt oder gar per Video mit vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern gab es zuvor nicht, weil das schlicht nicht nötig war. Wir lernten also zwangsweise auf die Schnelle etwas Neues kennen, wovon wir zukünftig profitieren können. Das sehen wir positiv.
 
Im Juni konnten wir mit reduziertem Angebot wieder öffnen. Mit offiziell abgestimmtem Hygienekonzept, Personenbegrenzung, Anmeldung… Ein großer Pluspunkt war, dass man nach draußen ausweichen konnte. Seit November ist wieder alles dicht. Also wieder umschwenken auf Videotreffen, Telefonkonferenzen und Ferngespräche mit Anwohnerinnen und Anwohnern. Der Verein hat Glück, dass die degewo als Vermieterin unterstützt und wir den Laden nicht verlieren. Zurzeit erarbeiten wir neue Formate und überlegen, wie es weitergehen kann. 

Persönliche Kontakte – unersetzlich

Aber die persönlichen Kontakte lassen sich nicht ersetzen. Und nicht jeder kann oder mag auf Digital umstellen. Viele Anwohner und Anwohnerinnen vermissen unsere Angebote und die Möglichkeit, sich einfach bei uns in der Graunstraße 28 treffen zu können. Das betrübt uns sehr und wir hoffen, dass wir bald wieder öffnen können.
 
Eine Pandemie kann man nicht per Fingerschnipsen wegwünschen oder beenden. Trotz bereits vorhandener Impfstoffe wird es noch eine Weile dauern, bis wieder ein halbwegs vertrauter Alltag möglich ist. Bis dahin liegt es an uns allen, verantwortlich mit der Situation umzugehen.

Text: Dunja Berndt

Weiterlesen

Der Text ist auch im gedruckten Kiezmagazin „Fit für den Frühling“ enthalten, das im März 2021 erschienen ist. Weitere Beiträge aus dieser Ausgabe sind im Beitrag „Neues Heft: Fit für den Frühling“ gesammelt und verlinkt.

📍 Kiez: ,

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Brunnenmagazin

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen