Mauergarten: Im Zeichen der Sonnenblume

In den fünf Jahren seit seiner Gründung hat der Gemeinschaftsgarten Mauergarten schon einige Metamorphosen durchlaufen.

Mauergartenvorstand (v.l.n.r.): Nadine Faßbender, Karin Zacharias-Langhans, Thomas Güthler. Foto: Michael Becker
Mauergartenvorstand (v.l.n.r.): Nadine Faßbender, Karin Zacharias-Langhans, Thomas Güthler. Foto: Michael Becker

Der Mauergarten verdankt seine Existenz der Erweiterung des Mauerparks 2013. Beherzte Gärtner sahen ihre Chance und sicherten sich vertraglich ein Stückchen Land. Es lag in der Nähe des 2013 eröffneten Parkzugangs Lortzingstraße. Dort legten sie umgehend einen Gemeinschaftsgarten aus Hochbeeten an, urwüchsig aus Paletten gezimmert. Bei der Namensfindung stand wie beim Park selbst die Berliner Mauer Pate: Mauergarten sollte die grüne Oase heißen. Als Sinnbild neuen Lebens, aber auch möglichen Gedenkens.

Im Herbst 2016 endete nach drei Jahren die erfolgreiche Aufbauphase. Der komplette Garten musste auf einer Nachbarfläche überwintern. Grund waren Erdaustauscharbeiten auf der Erweiterungsfläche des Mauerparks. Im Frühjahr 2017 ging es mit neuen Plänen zurück auf die alte Fläche.

Plan für den Mauergarten. Foto: Michael Becker
Plan für den Mauergarten. Foto: Michael Becker

Mauergarten mit optimiertem Grundriss

Das Erscheinungsbild des Gartens sollte der künftigen Parkgestaltung gerecht werden. Das hohe Gewächshaus verweist bereits von Weitem auf etwas Besonderes. Der Grundriss des Gartens wurde optimiert. Die drei Meter langen Hochbeete sind so angeordnet, dass sie die Blütenform von Sonnenblumen nachbilden.

Analog dazu schwingen sich die Längsbeete um einen „Kraftplatz“ im Zentrum mit kreisförmig gestellten Pflanzen. Die Beete werden vielfältig genutzt. Ein Kita-Beet ist auch dabei. Nebenan liegt das Mütter-Beet. Die Bepflanzung ist zum Teil tropisch, es wächst zum Beispiel der afrikanische Yams. Mais, Bohnen und Kürbis im Milpa-Beet entsprechen mittelamerikanischer Anbaukultur. Eine Moselweinrebe hängt voller Trauben. Als Special Guest: der unter Naturschutz stehende Nashornkäfer im Misthaufen.

Wie sieht die Zukunft des Mauergartens aus, wenn die Zeit relativer Abgeschiedenheit zu Ende geht? Wenn der Mauerpark 2020 fertiggestellt, das neue Wohngebiet gleich nebenan bezogen ist? Anwohner werden beim Spaziergang vorbeischauen, Parkbesucher auf einen Sprung reinkommen. Vielleicht entwickeln sich aus dem Austausch über Stadtnatur und Geschichte irgendwann mal Weiterbildungsangebote?

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Mehr Beiträge über die Stadtgärten im Wedding und in Gesundbrunnen sind auf der Seite Nachhaltigkeit im Wedding (Abschnitt „Urbanes Gärtnern“) zu finden.

Der Text ist im dritten Quartal 2018 im Kiezmagazin „Willkommen Nachbarn!“ erschienen. Weitere Texte aus der Ausgabe sind im Beitrag Neues Kiezmagazin: Willkommen Nachbarn! gesammelt und verlinkt. Unter mauergarten.net gibt es weitere Informationen über den Gemeinschaftsgarten.

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