Weniger Asphalt, mehr Grün: Genter Straße wird umgebaut

In der Genter Straße im Wedding beginnt am Montag, 12. Oktober, der klimaangepasste Umbau eines bereits verkehrsberuhigten Straßenabschnitts. An der Ecke zur Limburger Straße sollen Asphalt und Pflaster teilweise verschwinden. Stattdessen entstehen Grünflächen, neue Sitzmöglichkeiten und Anlagen zur Regenwasserversickerung. Bis zum Frühjahr wird der Bereich zur Baustelle.

Genter Straße im Wedding vor dem Umbau mit Asphaltfläche, Pflanzkübeln und Sitzgelegenheiten.
Noch stehen Pflanzkübel und provisorische Sitzgelegenheiten auf der Genter Straße. Mit dem Umbau sollen dauerhaft begrünte Flächen entstehen. Foto: Dominique Hensel

Genter Straße wird ein Stück Schwammstadt

Wo heute noch Asphalt und Pflaster den Boden versiegeln, sollen künftig Bäume, Sträucher und Beete wachsen. Das Straßen- und Grünflächenamt Mitte lässt dafür Teile der befestigten Flächen zurückbauen. Die Umgestaltung soll nicht nur das Straßenbild verändern, sondern auch helfen, den öffentlichen Raum besser an heiße Sommer und Starkregen anzupassen.

Dabei setzt der Bezirk auf das sogenannte Schwammstadt-Prinzip. Regenwasser von Straßen und Gehwegen soll künftig in Versickerungsbeeten und sogenannten Grünen Gullys aufgenommen werden. Statt direkt in die Kanalisation abzufließen, kann das Wasser vor Ort versickern und den Pflanzen zugutekommen. Auch größere Baumscheiben sollen mehr Regenwasser aufnehmen können.

Die Begrünung hat noch einen weiteren Zweck: Bäume spenden Schatten, und durch die Verdunstung von Wasser kann die Umgebung an heißen Tagen gekühlt werden. Gleichzeitig kann das versickernde Regenwasser zur Grundwasserneubildung beitragen.

Entwurfsplan für die Genter Straße mit neuen Bäumen, Pflanzflächen, Grünen Gullys und Sitzbereichen.
So soll der verkehrsberuhigte Abschnitt der Genter Straße künftig aussehen: mit neuen Bäumen, Grünflächen, Sitzgelegenheiten und Anlagen zur Regenwasserversickerung. Grafik: Bezirksamt Mitte

Aus einem Provisorium wird ein grüner Aufenthaltsort

Der Bereich an der Ecke Genter Straße und Limburger Straße ist bereits verkehrsberuhigt. Bislang gibt es dort provisorische Sitzmöglichkeiten. Nun soll daraus ein dauerhaft gestalteter Aufenthaltsort werden. Zwischen den neuen Bäumen und Pflanzflächen sind Sitzgelegenheiten vorgesehen, die zum Verweilen und zu Begegnungen in der Nachbarschaft einladen sollen.

Auch die Verbindung zwischen dem Rathaus Wedding und der Berliner Hochschule für Technik wird verändert. Eine barrierefreie Doppelquerung soll das Überqueren der Straße erleichtern. Davon sollen insbesondere Kinder, Jugendliche und Menschen mit eingeschränkter Mobilität profitieren.

Die Planungen wurden bereits im Juli bei einer öffentlichen Veranstaltung an der Ecke Genter Straße/Limburger Straße vorgestellt. Interessierte konnten dabei Fragen stellen und Anregungen einbringen.

Bauarbeiten dauern bis April 2027

In der Woche ab dem 12. Oktober beginnt das Straßen- und Grünflächenamt mit den Vorarbeiten. Zunächst werden Beschilderungen und Absperrungen aufgestellt, anschließend folgen die Abbrucharbeiten. Bis zum geplanten Abschluss im April 2027 bleibt der betroffene Bereich auch für den Radverkehr gesperrt.

Für die Umgestaltung stehen nach Angaben des Bezirksamts 310.000 Euro aus Förderprogrammen des Berliner Senats zur Verfügung. Dazu gehören die Programme „Lebendige Zentren“, „Strategie Stadtlandschaft“ und ein Förderprogramm der KfW.

Bezirksstadtrat Christopher Schriner sieht in der Neugestaltung einen Beitrag zu einer lebenswerten Stadt: „Mit der Neugestaltung der Genter Straße schaffen wir mehr Grün und Schatten, sorgen für einen besseren Umgang mit Regenwasser und gewinnen zugleich einen Ort für Begegnung und Erholung.“

Nachhaltiger Stadtumbau im Wedding

Die Genter Straße ist nicht der einzige Ort im Wedding, an dem Straßenflächen an den Klimawandel angepasst werden. In der Triftstraße wurden bereits Flächen entsiegelt und begrünt. Am Nordufer sind im Zuge des laufenden Umbaus zur Fahrradstraße ebenfalls Grüne Gullys entstanden. Sie sollen Regenwasser aufnehmen und den Straßenbäumen zugutekommen.

Grüner Gully am Nordufer im Wedding mit Einlaufrost, entsiegelter Grünfläche und jungem Straßenbaum.
Ein Grüner Gully am Nordufer im Wedding: Regenwasser von der Straße soll hier in die angrenzende Grünfläche geleitet werden und vor Ort versickern. Foto: Dominique Hensel

Beide Beispiele zeigen, wie sich der öffentliche Raum im Wedding schrittweise verändert. Weitere Projekte und Initiativen stellt das Brunnenmagazin auf seiner Themenseite „Nachhaltigkeit im Wedding“ vor.

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