Im Brunnenviertel gehört er inzwischen genauso selbstverständlich dazu wie das Gießen der Baumscheiben: der interkulturelle Brunch. Was einst als Einladung des „Runden Tischs Interkultureller Dialog“ begann, ist längst zu einer festen Tradition geworden – mit gutem Essen, vielen Gesprächen und immer neuen Begegnungen. Ein Besuch in der Waschküche, wo sich Nachbarn regelmäßig zum gemeinsamen Frühstück treffen.
Sonnabend, 28. März, schon weit vor 11 Uhr wird im Nachbarschaftstreff Waschküche in der Feldstraße 10 das Buffet vorbereitet. Und pünktlich ein paar Minuten vor 11 Uhr kommen die Nachbarinnen, um beim Kiezfrühstück und interkulturellen Brunch dabei zu sein. Auf dem Buffet liegen Croissants neben Pogca, steht Kartoffelsalat neben Couscous-Salat. Mit zeitgleich über 20 Teilnehmerinnen sind die Tische in der Waschküche gut gefüllt, einige Gäste machen Stehempfang. Stimmengewirr erfüllt den Raum.

Foto: Andrei Schnell
Vier Einrichtungen laden in die Waschküche ein
Organisiert haben den Brunch die evangelische Kirchengemeinde am Gesundbrunnen (die den Kulturort Waschküche betreibt), das Familienzentrum Wattstraße, das Quartiersmanagement Brunnenstraße und Stadtteilkoordinator Jochen Uhländer. „Jeder von uns hat etwas beigetragen“, sagt Jochen Uhländer. Er steuerte aus der Stadtteilkasse Geld für Honorare für eine parallele Kinderbetreuung im Familienzentrum bei. Im Familienzentrum wurde auch für das Buffet gekocht. Flyer wurden gestaltet, gedruckt und im Kiez verteilt.
Ein bis zweimal im Jahr lädt die Initiative „Interkultureller Dialog“ zu einem Brunch ein und wechselt dabei auch gern die Orte. Der nächste Termin soll im in diesem Jahr eröffnenden Erweiterungsbau des Olof-Palme-Zentrums stattfinden.

Interkultureller Dialog im Brunnenviertel -mit Tradition
„Seit 2017 finden die Treffen nach Auslaufen der Förderung selbstorganisiert statt“, heißt es in einem vor fast zehn Jahren veröffentlichten Bericht des Quartiersmanagements. Das heißt, wer wissen will, wann der „Interkulturelle Dialog“die Nachbarschaft zum ersten Mal zum Zusammenkommen einlud, der muss sich durch das Archiv der Förderakten des Quartiersmanagements lesen. Aufbewahrt hat YouTube aus dem Jahr 2017 eine kurze Sequenz mit der Gitarrengruppe um Pfarrer Jeutner.

Ob zur „Interreligiösen Lesung aus den Heiligen Schriften“ eingeladen wird oder zum großen Nikolausfest, das liegt an den beteiligten Personen. In den letzten zehn Jahren sind zwar die Einrichtungen stets dieselben geblieben, doch sind beispielsweise die Pfarrer Thomas Jeutner und Günter Krause nun nicht mehr im Organisationsteam. In den Jahren gleich geblieben ist, dass neben der Liebe offenbar auch die Kultur durch den Magen geht. Es gibt kaum eine Veranstaltung des „Interkulturellen Dialogs“ im Brunnenviertel, bei der nicht irgendwie auch der Hinweis auf ein Büfett aufgetaucht wäre. Andere Veranstaltungen trugen den Hinweis aufs gemeinsame Essen schon im Namen: Brunch oder Aşure.

Wer hinter der Initiative steckt
Der Zusammenschluss „Interkultureller Dialog“ im Brunnenviertel betreibt keine eigene Webseite und auch keinen Kanal in den sozialen Medien. Um den nächsten Brunch Ende dieses Jahres nicht zu verpassen, folgt man auf Instagram der Waschküche, dem Familienzentrum Wattstraße oder der Stadtteilkoordination Hallo Kiez. In den Veranstaltungstipps im Brunnenmagazin werden die Termine auch veröffentlicht.
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