Robin Hood im Atze Musiktheater erobert den Wedding

Er ist ein edler Räuber, der Schrecken der Reichen und der Kämpfer für die Armen. Am Freitag (16.1.) hat das Stück „Robin Hood“ im Atze Musiktheater Premiere gefeiert. Ein ganzer Saal voller Kinder und ihrer Eltern verfolgte die Vorstellung in dem Theater in der Luxemburger Straße im Wedding. Am Ende schickte sie Regisseur Thomas Sutter mit einer Botschaft nach Hause: Wir sind alle Robin Hood!

Der arme Bauersjunge Alan Miller (Mitte) schließt sich Robin Hood und seiner Gruppe an
Der arme Bauersjunge Alan Miller (Mitte) schließt sich Robin Hood und seiner Gruppe an. Foto: Jörg Metzner

Eine bekannte Sage mit neuer Botschaft

Doch der Reihe nach. Die Geschichte von „Robin Hood“ kennen vermutlich die meisten Menschen. Im Sherwood Forest lebt der geächtete Bogenschütze Robin Hood zusammen mit seinen Getreuen. Sie rauben den Reichen, die durch den Wald nach Nottingham unterwegs sind, ihre Schätze und verteilen sie unter der armen Landbevölkerung. Robin Hood ist ein Held, beschrieben in spätmittelalterlichen englischen Balladen. Die Geschichte ist eine Sage, ob es Robin Hood jemals gab, ist unklar. Für Thomas Sutter, der die Geschichte für das Atze Musiktheater adaptiert hat, ist diese Frage unerheblich. Er inszeniert seinen Helden als aufrechten Kämpfer gegen Krieg, Unterdrückung, Armut und für Umweltschutz.

Kein Liebesdrama, sondern Mut und Solidarität

Die Geschichte von Robin Hood ist schon oft auf die Bühne und auf die Leinwand gebracht worden. Manchen ist von den vielen Varianten vielleicht die ausgedachte Liebesgeschichte von Robin Hood und Lady Marian im Kopf, bei der der böse Sheriff von Nottingham kräftig dazwischen funkt.

Auf diese rührselige Anekdote verzichtet Thomas Sutters Inszenierung komplett. Stattdessen stellt er den armen Bauersjungen Alan Miller ins Zentrum des Geschehens. Bis er sich Robin Hood anschließen kann und der Armut entgeht, muss er zunächst eine Mutprobe bestehen. Hier wird es turbulent auf der mit stilisierten Bäumen versehenen Bühne. Hin und her rennen die guten Räuber – zur Freude des jungen Premierenpublikums. Sichtlich gespannt verfolgten die Kinder, die teils aufgeregt von ihren Sitzen aufstanden, das Geschehen.

Zwei Szenen aus "Robin Hood" im Atze Musiktheater
Zwei Szenen aus „Robin Hood“ im Atze Musiktheater. Foto: Jörg Metzner

Der böse Sheriff spinnt seine Netze

Zu sehen gab es einiges: einen neongrünen Pfeil, der über eine komplett schwarze Bühne zischt, ein verrückter alter König, der immerzu von seinen Katzen spricht, ein böser Sheriff, der seine Netze spinnt – in denen sich die armen Bauern schließlich verheddern. Sehr passend für ein Kindermusiktheater ist, dass die beiden wichtigsten Helfer Kinder sind. Das ist der verängstigte, aber mutige Bauersjunge Alan und vor allem die gütige Prinzessin, die das Stück ins Gleichgewicht bringen. Am Ende rettet die kindliche Prinzessin die Lage, beendet für das Bauernvolk das Leben in Armut und vertreibt wie nebenbei den bösen Sheriff von Nottingham.

Kinder als Helden auf und vor der Bühne

Wer ist hier eigentlich Robin Hood, könnte man fragen. Die Prinzessin, Alan oder der Bogenschütze selbst? Und genau diese Frage stellt das Stück – um sie gleich selbst zu beantworten. An einer Stelle heißt es ganz explizit: „Es gibt nicht einen Robin Hood – es gibt viele“. Und ganz zum Schluss hängt nach 70 Minuten Theaterspaß der Satz im Raum: „Wir sind alle Robin Hood!“ Als der Vorhang fällt, klatschen die Kinder und ihre Eltern den Robin Hoods auf der Bühne ihre Zustimmung zu dieser sehr hoffnungsvollen, kämpferischen und wohl auch ziemlich utopischen Variante der Robin-Hood-Geschichte entgegen.

Beim Schlussapplaus der Indoor-Premiere von "Robin Hood"
Beim Schlussapplaus der Indoor-Premiere von „Robin Hood“. Foto: Hensel

Vom Tempelhofer Feld zurück in den Wedding

Ganz neu ist das Stück allerdings nicht: Es wurde eigentlich als musikalisches Spektakel für das Luftschloss, das Open-Air-Theater auf dem Tempelhofer Feld, konzipiert und dort im Mai vergangenen Jahres zum ersten Mal aufgeführt. Mit dem Ende der Freiluftsaison des Atze Musiktheaters ist das Stück jetzt mit dem Ensemble zurück in den Wedding gezogen und steht nun im Haupthaus den Winter über auf dem Spielplan. Geeignet ist das Singspiel übrigens für Robin Hoods ab 7 Jahren.

Vorstellungen für Familien

  • Sonntag, 1. Februar, 16 Uhr
  • Samstag, 7. März, 16 Uhr
  • Sonntag, 8. März, 16 Uhr

Vorstellungen für Schulgruppen

  • Montag, 2. Februar, 10.30 Uhr
  • Dienstag, 3. Februar, 10.30 Uhr (ausverkauft)
  • Mittwoch, 4. März, 10.30 Uhr
  • Donnerstag, 5. März, 10.30 Uhr
  • Freitag, 6. März, 10.30 Uhr

Mehr zum Atze Musiktheater und zum Ticketverkauf steht auf der Webseite atzeberlin.de.

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