Eine Sommerreise nach Elba – im Wedding

Dieses Mal hat die Kiezkunst-Galerie „Made in Wedding“ geflunkert. Die ausgestellten Bilder der neuen Ausstellung hat die Künstlerin Marisa Kirko ganz sicher nicht im Wedding gemalt. Das wäre auch nicht möglich, denn die Urban Sketcherin zeigt „Farbenmeer Elba – Aquarelle, Reiseskizzen und kleine Schätze“. Am 29. August war Vernissage für die Schau, die den Sommer für vier Wochen in den Soldiner Kiez zurückbringt.

Marisa Kirko schwärmt von Elba. Der Brunnen in dem kleinen Bergdorf, das Meer, die kleinen Gassen, die unzähligen Details des Insellebens! Sei schwärmt mit Worten und sie schwärmt mit ihren Zeichnungen. Sie hat die italienische Insel, die die meisten nur wegen Napoleon kennen, inzwischen oft bereist. „Ich bin von einer Freundin 2013 eingeladen worden, dort Urlaub zu machen“, sagt die Künstlerin, die nicht im Wedding, sondern im benachbarten Reinickendorf wohnt, wenn sie nicht auf Elba ist. Ab 2013 ist Maris Kirko immer wieder nach Elba gefahren. Mit dem Flugzeug von Berlin nach Pisa, dann mit dem Zug und dann mit der Schnellfähre. Wer die Ausstellung bei „Made in Wedding“ anschaut, kann den Weg ganz bildlich verfolgen. „Mein Lieblings-Weg nach Elba“ ist eine Arbeit überschrieben. Wie in einem Comic beschreibt Marisa Kirko darauf die genutzten Wege und Verkehrsmittel.

„Im Jahr 2014 habe ich mit dem Urban Sketching angefangen“, sagt die Künstlerin. Das bedeutet, sie hat den Fotoapparat und das Smartphone beiseitegelegt und trägt seitdem einen kleinen Farbkasten, Pinsel und etwas Wasser bei sich, um eine Reiseerinnerung direkt vor Ort im Skizzenbuch festhalten zu können. Gemalt hat sie aber vorher schon: „Mit zehn habe ich begonnen, Pferdepostkarten abzumalen.“ Inzwischen ist sie beim Urban Sketching gelandet und bei Elba. Unzählige Bilder sind so seit fast zehn Jahren entstanden, unzählige Skizzen von der Mittelmeerinsel. „Urban Sketching ist besser, als Fotos zu machen, weil man sich alles viel genauer anschaut. Man erlebt alles bewusster“, erzählte Marisa Kirko bei der Vernissage ihrer Ausstellung. Sie führte die Ausstellungsbesucher und -besucherinnen von Bild zu Bild, von frühen Sketches aus dem Jahr 2014 bis zu ganz frischen aus diesem Jahr. So plastisch und bildlich ihre Arbeiten sind, so lebendig und detailreich waren auch ihre Schilderungen von Elba, von der Lebensart, von der Geschichte, von ihren Reiseerinnerungen.

Die Ausstellung „Farbenmeer Elba“ bringt das maritime Inselleben in die Kiezkunst-Galerie und lädt zu einer Reise in den ewigen Sommer der Zeichnungen ein. Und sie macht definitiv Lust, die Mittelmeerinsel zu besuchen. Wer die Ausstellung besucht, sollte sich Zeit mitbringen, um die vielen kleinen und großen Arbeiten mit ihrem Detailreichtum zu betrachten. Wer infiziert wurde, kann im kommenden Frühjahr auch mit Marisa Kirko nach Elba fahren und sich dort, auch als Anfänger:in, im Urban Sketching ausprobieren. Die Künstlerin bietet nämlich auch Malreisen an. Wer nicht so weit möchte, kann einen Malkurs in Berlin mit Marisa Kirko buchen. Doch erst steht der Besuch ihrer Ausstellung bei „Made im Wedding“ an. Zeit dafür ist bis zum 19. September. Danach wird in der Kiezkunst-Galerie eine neue Ausstellung zu sehen sein, wahrscheinlich mit Arbeiten, die dann auch wieder im Wedding entstanden sind.

Marisa Kirko: Farbenmeer Elba – Aquarelle, Reiseskizzen und kleine Schätze, bis 19. September in der Kiezkunst-Galerie „Made in Wedding“, Koloniestraße 120, Montag bis Freitag 10-18 Uhr geöffnet

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