Der Schreck war groß, als der Mini-Eiffelturm in der Müllerstraße im Frühjahr 2023 plötzlich weg war. Das Team des Centre Français (CFB) hatte den hölzernen Turm abgebaut, weil er einsturzgefährdet war. Nun kommt das Wahrzeichen zurück: Am 6. November feiert das CFB den Wiederaufbau. Das Dankeschön-Fest in der Müllerstraße 74 beginnt um 16 Uhr. Es gibt Musik, Kulinarisches, einen Kunstworkshop für Kinder und später am Tag DJ-Musik.


Aus der Holzwerkstatt in den Wedding
Seit den 1980er Jahren steht der Holzturm vor dem Centre Français in der Müllerstraße. Die Erneuerung des Weddinger Wahrzeichens ist alle zehn Jahre nötig. Für den aktuellen Neubau wurde über ein Crowdfunding Geld gesammelt. Dabei kamen mehr als 17.000 Euro zusammen. Die Rekonstruktion hat schließlich eine ganz besondere Werkstatt auf dem ehemaligen Schultheiß-Gelände in Tempelhof übernommen, ein Jugendbildungsprojekt. Der Neubau entstand in der Werkstatt des Bildungsvereins Bautechnik in der Malzfabrik unter Federführung von Schreinermeister Mathias Link. Doch mit Hammer und Säge gebaut haben den Turm Jugendliche – nach den Originalplänen von 1988. Insgesamt 75 Schülerinnen und Schüler haben nach und nach am Mini-Eiffelturm mitgewirkt. Im Rahmen eines vom CFB organisierten Austauschs zwischen Berlin und Paris haben sogar französische Azubis das Weddinger Wahrzeichen wiedererstehen lassen.
Auf dem riesigen ehemaligen Brauereigelände wird noch etwas an der Miniatur des Eiffelturms gehämmert, gefräst, gefeilt, geklebt und geschraubt. Doch schon Anfang November soll das Bauwerk wieder an seinem Platz im Wedding stehen.




Viele Hände bauen das Weddinger Wahrzeichen
„Es geht bei uns darum, handwerkliche Erfahrungsräume zu erschließen“, sagte Mathias Link bei einem Werkstattbesuch im Frühjahr. Konkret bedeutete das, dass Jugendliche ab der 7. Klasse mit der Schulklasse oder als Praktikanten in der Werkstatt erste Erfahrungen mit Handwerk machen konnten. Ganz entspannt und ohne Leistungsdruck sollten sich die Jugendlichen ausprobieren können und „positive Erfahrungen mit dem Handwerk machen“. Nun ist die ungewöhnliche Baumaßnahme fast beendet. Die Teile werden Anfang November in den Wedding transportiert und dort wieder zu einem 13 Meter hohen Turm zusammengesetzt.


Der Weddinger Eiffelturm ist übrigens aus Esche. „Das ist haltbar wie Tropenholz, aber europäisches Holz. Es ist thermisch behandelt und hält dadurch länger“, sagt Schreinermeister Mathias Link. Dabei werde das Holz eine überraschende Wendung machen: Beim Bau ist es dunkelbraun, nach zwei oder drei Jahren soll der Turm laut Mathias Link durch Verwitterung metallfarben aussehen. So wie das Original, das vor knapp 30 Jahren ein Geschenk der Organisatoren des Deutsch-Französischen Volksfestes war.


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