Die Gitarre und der Bass sind schnell an die Verstärker angeschlossen. Kabel, Mikroständer, alles schnell aufgebaut. Schon kann die Probe beginnen. In dem schlichten, halbrunden und mit Holz vertäfelten Raum direkt unter dem Altar der Kapernaumkirche hängt nur ein Bild an der Wand. Es zeigt das letzte Abendmahl. Es ist Zeit für die wöchentliche Probe der Indie-Band Minka.

Proben unter dem Altar
Der besondere Probenort im Wedding ist bei der Arbeit an der Musik praktisch die ganze Zeit präsent. Wenn Philipp Appel den Bass zum Klingen bringt und Sandro Cecchin die Gitarre, dann hat der Klang etwas Klares und Tragendes – die Akustik in dem kleinen Raum ist fast wie in einer großen Kirche. Paula Kleins hymnischer Gesang unterstreicht diesen Eindruck noch. „Wir hatten vorher einen Proberaum in Weißensee. Seit einem halben Jahr sind wir nun hier“, sagt Sängerin Paula Klein. Seit sie bei einem Konzert im Mastul den Gemeindepfarrer kennenlernten, proben sie im Wedding. Gut gelegen sei der Raum mit der Tram vor der Tür, sind sich die Drei einig.

Auf kleinen Bühnen im Kiez
„Ich finde es cool, dass hier so viel los ist in der Gegend. Es gibt viele Orte, wo wir schon gespielt haben und es gibt viele, wo wir noch spielen könnten“, sagt Sandro Cecchin. Es stimmt, Minka standen schon auf vielen, vor allem kleinen, Bühnen, auch im Wedding. Im Winzling waren sie schon, im Mastul mehrfach, in der Fabrik Osloer Straße bei der „Symphonie der Großstadt“. Das vergangene Jahr haben sie schließlich in der Kapernaumkirche an der Seestraße beendet. Für ihr Silvesterkonzert im Gotteshaus brauchten sie wie immer nur Bass, Gitarre und Gesang. 2025 haben sie ihre Musik bei zwölf Konzerten vorgestellt. Praktisch gab es ein Konzert pro Monat, wobei nicht alle im Wedding waren.

Melancholie, Experiment und Intimität
Ihren Stil beschreibt die Band selbst als „Indie Musik zwischen Melancholie, Experiment & Intimität“. Ihre musikalische Handschrift haben sie „irgendwo zwischen PJ Harvey, Fink, Jeff Buckley, Radiohead und Dark Wave-Einflüssen“ entwickelt. Gegründet wurde die Band 2019, seit 2022 spielen sie in ihrer jetzigen Besetzung. Bisher sind eher kleine Bühnen ihr Metier, intime Wohnzimmerkonzerte ihr Ding. Auch für private Veranstaltungen kann man sie buchen. Sehr gern würden sie mal auf einem Straßenfest auftreten oder auf einem Festival.
Neue Konzerte und neue Songs
Wenn Minka in dem minimalistischen Raum unter der Kirche ihre Songs üben, bereiten sie sich auf die nächsten Konzerte vor. Auch im Wedding sind wieder einige geplant. So spielt die Band am 5. Juni im Kieztreff Kamine in der Prinzenallee, am 21. Juni im Brüsseler Eck in der Brüsseler Straße 5 – nicht weit vom Probenort entfernt. Doch nicht nur live kann man sich die atmosphärische Musik anhören. Anfang des Jahres waren Minka wieder im Studio und haben neue Songs aufgenommen. Sie sollen jetzt im April auf Spotify und auf anderen Plattformen veröffentlicht werden.

Ein Raum, der nachklingt
Bei der Probe dimmen Paula Klein, Philipp Appel und Sandro Cecchin das Licht. Wie bei ihren Konzerten entsteht eine intime Atmosphäre, die fast vergessen lässt, dass in dem spartanischen Raum nur ein paar einfache Holzstühle stehen. Mehr braucht es auch nicht: Instrumente, Verstärker, ein Mikrofon – und Paula Kleins Stimme. An der Wand hängt noch immer das Bild vom letzten Abendmahl. Daneben ein großes Poster mit der Aufschrift „Thank You Jesus“, das im Halbdunkel den Blick auf eine Treppe und eine Tür nach Irgendwo versperrt. Sicher ist nur: Unter dem Altar der Kapernaumkirche entstehen Songs, die bald wieder im Wedding und darüber hinaus zu hören sein werden – auf kleinen Bühnen, ganz nah am Publikum.
Die nächsten Konzerte im Wedding
- 5. Juni, 20 Uhr: Kieztreff Kamine, Prinzenallee 58
- 21. Juni, Uhrzeit steht noch nicht fest, Brüsseler Eck, Brüsseler Straße 5
Mehr über Minka und weitere Konzerte gibt es auf der Webseite: minka-music.com.


Kommentar verfassen