Nähwerkstatt: Nachhaltige Verwandlungen

Das Kleid ist zu weit, die Hose zeigt Alterserscheinungen. Also ab in den Müll damit? Autor Hajo Lange ist nachhaltigeren Möglichkeiten nachgegangen – und im Brunnenviertel fündig geworden.

Blick in die Nähwerkstatt der Schildkröte gGmbH. Foto: Hajo Lange
Blick in die Nähwerkstatt der Schildkröte gGmbH. Foto: Hajo Lange

Die Lieblingskleidung, das gute Sofakissen, Omas Topflappen – wenn wir feststellen, dass unsere Alltagsgegenstände fadenscheinig werden oder einfach nicht mehr passen, muss das nicht umgehend zur endgültigen Trennung führen. Mit vielen Möglichkeiten lässt sich oft noch etwas machen! „Upcycling“ ist das Stichwort. Hierbei wird der Ausgangsgegenstand (das gute Kissen) in großen Teilen einem neuen Zweck zugeführt – aufgewertet („up-gewertet“).

Mit Nadel und Faden bei Schildkröte

Wie kann unsere Hose repariert werden oder einem neuen Zweck dienen? Mit einem Gang zur Ramlerstraße 28a! Dort befindet sich seit Mai eine Nähwerkstatt der Schildkröte gGmbH. Hier treffen alle, die durch die Tür treten, auf Karen Parson – Designerin und Leiterin der Werkstatt – und fünf Angestellte; eine davon ist ausgebildete Änderungsschneiderin. Sie unterstützen beim Reparieren – oder eben beim Upcycling. Die alte Hose wird, wenn gewünscht, von den Profis angesehen. Dann wird sie zum Beispiel ganz oder teilweise aufgetrennt. Die so gewonnenen Stoffteile können dann wiederverwendet und vernäht werden. Auch Knöpfe und Reißverschlüsse finden einen neuen Zweck. Nach all der kreativen Schneiderarbeit hat die alte Hose dann ein neues Leben als hübsches Kleid für die Puppe oder eine einzigartige Tasche – die Möglichkeiten und die Ideen sind vielfältig.

Stammgast werden

Wer einmal ein neues Werk kreiert hat, bekommt vielleicht Lust auf weitere nachhaltige Verwandlungen. Auf geht es zum Häkelkaffee in der Schildkröte! Dort kann man zum Beispiel einen individuellen Gürtel für das weite Kleid häkeln, in die fadenscheinige Stelle vorne am Shirt einen Häkeleinsatz platzieren oder Omas Topflappen neue Farben einhauchen – oder ihn zu einer Vasenhülle umfunktionieren. So bleiben in die Jahre gekommene Lieblinge also weiter im Schrank oder werden schöne Geschenke. Gleichzeitig werden Ressourcen geschont. Aus alt wird mithilfe der Schildkröte also besser!

Die Nähwerkstatt in der Ramlerstraße 28a. Foto: Hensel
Die Nähwerkstatt in der Ramlerstraße 28a. Foto: Hensel

Nähwerkstatt

  • Adresse: Schildkröte gGmbH, Ramlerstraße 28a
  • Ansprechperson: Karen Parson
  • Kontakt: Telefon (0176) 97 72 73 45, E-Mail: parson@schildkroete-berlin.de
  • Nähkurs von 3 Stunden: 35 Euro
  • Öffnungszeiten: wochentags 9–14 Uhr
  • Kosten: Nutzung der Nähmaschinen 5 Euro/Stunde, Sozialrabatt von 20 Prozent ist möglich
  • Häkelcafé: mittwochs von 10 bis 12 Uhr (Anmeldung nicht erforderlich)

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Dieser Beiträge ist auch im Kiezmagazin „Schaufenster in den Kiez“ enthalten, das im September 2024 erschienen ist. Weitere Texte aus dieser Ausgabe sind im Artikel „Neues Kiezmagazin: Ein Schaufenster in den Kiez“ gesammelt und verlinkt.

Weitere Beiträge über Nachhaltigkeit im Wedding und in Gesundbrunnen stehen auf der Seite Nachhaltigkeit im Wedding.

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Kommentar

  1. Avatar von Monika Barth
    Monika Barth

    Toll freue mich und werde vorbeikommen :-)

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