Bevor es den inzwischen groß gewordenen Weddingweiser gab, gab es panke.info. Das war eine Webseite über Weddings Flüsschen und die Gegend drumherum. Ich bin nicht sicher, ob ich damals wirklich mitmachen wollte bei panke.info und beim Weddingweiser und inzwischen bin ich auch schon wieder weg. Aber in diesem Text ist zufällig der Moment festgehalten, an dem für mich dieser Weg begonnen hat.

Es gibt Menschen, die setzen sich abends vor den Fernseher und lassen sich die Netzhaut beflimmern. Es gibt Menschen, die bringen der Freundin Brett- und Kartenspiele bei. Gegen die Langeweile. Und es gibt Menschen, die stecken ihre Zeit in Projekte, ins Bloggen, ins Dichten, ins Heimwerken. Gestern habe ich Menschen getroffen, die all ihre freie Feierabendzeit der Panke widmen.
Die Panke soll wieder ins Bewusstsein der Menschen gelangen. Das geht so: einer programmiert die Internetseite, einer macht den Fremdenführer, einer schreibt sich die Finger blutig und fotografiert jeden Grashalm entlang des Flüsschens, schaut einen Kilometer rechts der Panke und einen Kilometer links der Panke nach Interessantem für sich und die Allgemeinheit.
Und, machst Du nun mit?
Interessante Leute, denke ich. In unendlicher ehrenamtlicher Fleißarbeit haben sie eine riesige Datenmenge zusammengetragen, verbinden Wedding und Pankow, Wasser und Land. Basteln Karten, bieten kostenfreie Führungen für Jedermann an und gründen jetzt (13. Mai 2009) sogar einen Verein. Ich sitze am Redaktionstisch (die Sitzungen sind öffentlich und werden auf der Internetseite veröffentlicht), trinke Bionade und warte auf die unumgängliche Frage, ob ich nun mitschreiben will oder nicht. Dann kommt sie. “Und, machst Du nun mit?”, fragt Chefredakteur Joachim Faust. Ich schweige laut.
Die Panke. Ein hübsches Flüsschen. Aber ist nicht längst alles von den Enthusiasten aufgeschrieben worden? Und passt mein leichter Plauderton in ein solches Projekt? Und wo bleibt das gedruckte Papier für meine Eitelkeit? Und kann sich mein vagabundierendes Schreiberherz an ein Thema binden? Ich bin unschlüssig. Doch das Ziel des Prokjekts ist längst erreicht: die Panke ist in meinem Bewusstsein angekommen. Was sie dort noch treiben wird, wird sich zeigen. Ich wünsche den Datensammlern und – aufbereitern jedenfalls viel Erfolg mit ihrem interessanten Wässerchen.

–> Der Text stammt vom Blog Planet Wedding, der heute nicht mehr existiert. Der Beitrag wurde zuerst am 16. April 2009 veröffentlicht. Mehr Texte von dieser Seite gibt es unter dem Schlagwort Planet Wedding
Heute keine Links
Die Seite panke.info gibt es schon länger nicht mehr. Den Weg zum Weddingweiser muss man im Wedding niemandem erklären. Daher gibt es heute hier keine Links. Den Weddingweiser, den ich zehn Jahre lang mit aufgebaut, vollgeschrieben und auch ein wenig geprägt habe, habe ich übrigens im Sommer 2024 verlassen. Nun geht es im Brunnenmagazin weiter.

Kommentar verfassen