Das Centre Français wird zur Baustelle

Das Centre Français de Berlin (CFB) in der Müllerstraße 74 soll mit einer umfangreichen Sanierung auf den aktuellen energetischen Standard gebracht werden. Auch einige Umbauten sind geplant, die das deutsch-französische Zentrum im Wedding fit machen für die Zukunft. Nach umfangreichen Vorplanungen und Absprachen mit dem Denkmalschutz freut sich das Team des CFB nun über die Finanzierungszusage des Bundes für die Baumaßnahmen, die Ende Oktober beginnen werden.

Das Centre Français de Berlin in der Müllerstraße 74. Foto: Schnell
Das Centre Français de Berlin in der Müllerstraße 74. Foto: Schnell

Welche Arbeiten anstehen

Dem CFB steht eine große Modernisierung bevor. Im Mittelpunkt stehen die energetische Sanierung der Fassaden mit Innendämmung, die Erneuerung eines Großteils der Fenster im Vordergebäude, die Betonsanierung, um die Standfestigkeit zu erhalten, der denkmalgerechte Rückbau von Umbauten der 1990er Jahre, der Brandschutz und die Erneuerung der Elektronik und sanitären Anlagen inklusive Lüftungsanlage.

Es ist ein ganzes Bündel an Maßnahmen, das ab dem 28. Oktober bis 2027 umgesetzt werden soll. Neben der Wärmedämmung sind eine Erneuerung der Wasserleitungen, der Bäder und Toiletten im Vordergebäude sowie die Ertüchtigung oder der Nachbau der Fenster geplant. Auch die Barrierefreiheit soll verbessert werden, etwa durch mehr barrierefreie beziehungsweise barrierearme Zimmer. Die Beleuchtung soll durch LED-Lampen energiesparender werden und eine Photovoltaikanlage kommt aufs Dach. Alle Maßnahmen sollen die Energiekosten senken, CO₂ einsparen und das vor 63 Jahren errichtete Gebäude auf einen modernen Standard bringen. Die Kapazitäten der Bildungsstätte soll auf 129 Betten ausgeweitet werden.

Sanierung im laufenden Betrieb

Die Unterkunft, Gastsaal und Büroräume werden Ende Oktober geräumt; die Verwaltung zieht dann in den hinteren Teil des CFB. Der Kino- und Veranstaltungsbetrieb wird dabei weitergeführt. Geplant ist, dass der Seminar- und Bildungsstättenbereich Anfang 2027 neu eröffnet.

Das Bauschild am Centre Français kündigt die Sanierung an. Foto: Hensel
Das Bauschild am Centre Français kündigt die Sanierung an. Foto: Hensel

Die Kosten für die Modernisierung

Die Kosten für die Sanierung von mehr als 10 Millionen Euro werden vom Eigentümer, der Bundesrepublik Deutschland getragen. Es handelt sich dabei um Fördermittel des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Das CFB erhält sie als Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte von bundesweiter oder internationaler Bedeutung.

„Wir arbeiten schon lange daran, die Gebäude umfassend sanieren zu können. Die ersten konkreten Absprachen mit dem Denkmalschutz haben 2020 stattgefunden. Die Sanierung ist dringend notwenig und wir sind froh und dem Bund sehr dankbar, jetzt eine Finanzierung dafür gemeinsam zu stemmen“, sagt Florian Fangmann, Geschäftsführer des CFB. Bei der Moderisierung arbeitet das Centre Français de Berlin mit dem Architekturbüro Winking und Froh zusammen. Die Projektsteuerung übernimmt die emproc GmbH, so dass das Centre bei dem umfassenden Sanierungsprozess professionell begleitet wird.

Das Centre Français de Berlin­

Die elegante Schrift am Restaurant, die Gestaltung des Kino-Foyers mit Wendeltreppe und goldenen Handläufen, die Gebäudekubatur mit dem Schick der internationalen Moderne – es gibt viele schöne Details im Centre Français de Berlin. Sie geben aber auch einen Hinweis auf das Alter des Komplexes. Die Gebäude wurden vom Berliner Architekten Gerhard Laube als Zentrum der französischen Kultur im französischen Sektor Westberlins entworfen und 1960 gebaut. Heute werden Kino, Hotel, Veranstaltungsräume und Restaurant für Kultur-, Jugend- und Bildungsarbeit, aber vor allem für internationale Jugendbegegnungen genutzt. Das Haus hat viel Charme und steht seit 1998 unter Denkmalschutz, ist aber in die Jahre gekommen. Auch wenn das Haus nun saniert wird, bleibt sein typisches Aussehen und die markante Farbgebung erhalten.

Das Centre Français de Berlin in den 1960er Jahren. Foto: Landesarchiv Berlin
Das Centre Français de Berlin in den 1960er Jahren. Foto: Landesarchiv Berlin

Das Gebäude in der Müllerstraße 74 ist im Besitz der Bundesrepublik Deutschland und wurde der Centre Français de Berlin gGmbH im Rahmen eines Überlassungsvertrages übertragen. Das CFB hat dabei die Auflage, die Arbeit der Völkerverständigung, konkrete Umsetzung des Jugendaustausches und der Etablierung eines soziokulturellen Zentrums fortzuführen. Die letzte größere Sanierung fand nach dem Abzug der französischen Alliierten Mitte der 1990er Jahre statt. Mehr zum CFB steht auf der Webseite centre-francais.de.

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Transparenzhinweis: Brunnenmagazin-Autorin Dominique Hensel unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit des Centre Français de Berlin. Sie hat diese Pressemitteilung für das CFB verfasst, die nun auch im Brunnenmagazin veröffentlicht wird.

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Kommentare

  1. Avatar von Rolf

    Was ist eigentlich aus dem Gemeinschaftsgarten „Rote Beete“ geworden? Bei der Fete de la Musique habe ich gesehen, dass er abgeräumt war. Wird der auch renoviert?

    1. Avatar von Dominique Hensel

      Das Gebäude und die Freiflächen gehören dem Bund. Dieser hat die Parkplatzfläche, wo der Gemeinschaftsgarten war, als Ausgleichsfläche für den Neubau am Kanzelamt ausgewählt. Deshalb musste der Garten weichen. Die Fläche soll entsiegelt werden. Vielleicht kann der Garten nach Abschluss der Arbeiten auf entsiegelter Fläche zurückkommen, wer weiß? Zumindest hat es der Bund mit dem Beginn der Ausgleichsmaßnahme ganz offensichtlich nicht ganz so eilig. Das CFB weiß da auch nicht mehr. Ich habe dazu hier auf dem Blog noch nichts geschrieben, weil das Ganze schon länger her ist. Aber woanders, wo ich früher mit Leidenschaft in die Tasten gehauen habe, steht das. Vielleicht mache ich hier auch noch mal einen Artikel mit Aktualisierung. Wer weiß!

  2. Avatar von Ulrich Davids
    Ulrich Davids

    Nun geht es bald los. Für Florian Fangmann und seinem Team hört das „Zittern“ auf, denn die finanzielle Zusage des Bundes hat doch auf sich warten lassen.
    Das Centre Francais gehört zu den Einrichtungen die sich der deutsch-französischen Freundschaft damals verschrieben haben. In all den Jahren gab es so viele Begegnungen im Bereich der Kunst, Ausbildung, bei Workshops, Musik, beim Essen, beim Austausch von Erfahrungen. Die Bildungsstätte ist mittlerweile offen für alle Menschen aus verschiedenen Ländern und Kontinenten und aus unserem Wedding auch nicht mehr wegzudenken – wie auch der kleine Eifelturm. Ich wünsche dem Team viel Kraft und Ausdauer, denn während der Bauarbeiten das Haus geöffnet zu lassen wird nicht ohne Lärm und Bauschmutz gehen. Wir sehen uns bald und liebe Grüße.
    Ulrich Davids
    Kooperationspartner vom Centre Francais
    Städtepartnerschaftsverein Berlin-Mitte e.V.

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