Baustelle ja, Pause nein: Ein Blick ins Centre Français

Die Baustelle am Centre Français de Berlin (CFB) ist nicht zu übersehen. Wer sich derzeit dem deutsch-französischen Zentrum in der Müllerstraße 74 nähert, der kann die Bauarbeiten sehen und manchmal auch hören. Mit der Sanierung des Centre Français de Berlin wird das Vordergebäude seit vergangenen Oktober umfassend energetisch und denkmalgerecht modernisiert. Das Programm geht trotz der Bauarbeiten weiter, auch Kulturveranstaltungen sind geplant.

Das Centre Français wird umfangreich saniert - aktuell ist das Gebäude an der Müllerstraße eine Baustelle
Das Centre Français wird umfangreich saniert – aktuell ist das Gebäude an der Müllerstraße eine Baustelle. Foto: Hensel

Ein Blick hinter das Gerüst

Von der Müllerstraße aus sind mehrere weiße Container, ein Gerüst und ein mobiler Aufzug am Vordergebäude des CFB zu sehen. Aber erst bei einer Baustellenbesichtigung wird das ganze Ausmaß der Sanierung richtig deutlich.

Das Gebäude, in dem bis zum Baubeginn Jugendgruppen übernachtet haben, ist kaum mehr wiederzuerkennen. Bauarbeiter haben die Decken abgeschlagen, die Heizungen und alle Sanitäranlagen entfernt, Teppiche sind verschwunden, Fenster und Lüftung werden ausgebaut und überall hängen Kabel von der Decke – hier sieht es fast so aus, als würde das Centre Français komplett abgerissen. Doch der Eindruck täuscht, denn es wird nur erneuert und energetisch saniert.

Das Centre Français wird saniert.
Das Centre Français wird saniert. Foto: Hensel

Sanierung mit Blick auf Denkmalschutz und Zukunft

Florian Fangmann, Geschäftsführer des CFB, sagt, dass die Baumaßnahme bisher gut vorankomme. Er ist jeden Tag auf der Baustelle und schaut nach dem Rechten. Es werde, so erklärt er, nicht eins nach dem anderen abgearbeitet, sondern mehrere Arbeiten liefen parallel – das spare Zeit.

Florian Fangmann ist froh, bei dem umfangreichen Projekt gute Partner an seiner Seite zu haben. Mit der Steuerung ist die emproc GmbH beauftragt. Für die Planung der denkmalgerechten Sanierung ist das Architekturbüro „Winking · Froh Architekten“ verantwortlich.

Sieht nach Party-Beleuchtung aus, ist aber das Baulicht
Sieht nach Party-Beleuchtung aus, ist aber das Baulicht. Foto: Hensel
Alte Technik, von AEG aus dem Wedding. Auch die Elektrik wird erneuert
Alte Technik, von AEG aus dem Wedding. Auch die Elektrik wird erneuert. Foto: Hensel

„Bis zum Sommer wird die Betonsanierung gemacht, mit der wir jetzt starten.“ Dafür werde der Beton abgestrahlt und neuer Spritzbeton aufgebracht. Das sei nötig, damit das Haus noch eine lange Lebenszeit hat. Allein der Auftrag für die Betonsanierung hat einen Umfang von 1,6 Millionen Euro. „Das Haus hat 60 Jahre gehalten und es soll am besten noch mal 60 Jahre halten“, sagt der Geschäftsführer.

Fertigstellung für 2027 geplant

Läuft alles weiter nach Plan, soll das Vordergebäude im Frühjahr 2027 fertig sein. Dann soll es wieder für die internationalen Jugendaustausche des CFB zur Verfügung stehen und auch anderen Jugendgruppen bezahlbare Übernachtungen in Berlin ermöglichen.

Dafür sollen dann 129 Betten zur Verfügung stehen – 29 mehr als vor den Baumaßnahmen. Die Kosten für die Sanierung von mehr als 10 Millionen Euro werden vom Eigentümer der Immobilie, der Bundesrepublik Deutschland getragen. Es handelt sich dabei um Fördermittel des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Geschäftsführer Florian Fangmann bezeichnet die Förderung als großen Glücksfall: „Es ist ein Riesenglück, dass wir das Geld bekommen haben“.

Der Geschäftsführer an einem der Pläne, die er in jeder Etage für die Bauarbeiter aufgehängt hat
Der Geschäftsführer an einem der Pläne, die er in jeder Etage für die Bauarbeiter aufgehängt hat. Foto: Hensel

Internationale Jugendarbeit läuft weiter

Obwohl das CFB teilweise Baustelle ist, geht der Betrieb weiter. Das Team ist mit seinen Büros in das Quergebäude umgezogen und organisiert nun von dort aus die internationalen Jugendaustauschprojekte. „Die internationale Jugendarbeit läuft weiter wie bisher. Wenn Jugendgruppen dabei zu uns nach Berlin kommen, weichen wir allerdings übergangsweise auf Hostels aus“, sagt Florian Fangmann.

Kulturprogramm in reduzierter Form

Im Kulturbereich hat das Centre Français sein Angebot für die Bauzeit etwas reduziert. „Trotzdem haben wir schon etwas geplant. In diesem Jahr wird es zum Beispiel drei Musicals bei uns geben, wir zeigen Rugby 6 Nations im City Kino, es wird ein klassisches Konzert geben und vielleicht noch einiges mehr“, sagt Florian Fangmann.

Das Centre Français wird saniert - aber der Betrieb geht weiter. Links im Schaukasten sind Veranstaltungsplakate zu sehen
Das Centre Français wird saniert – aber der Betrieb geht weiter. Links im Schaukasten sind Veranstaltungsplakate zu sehen. Foto: Hensel

Fête de la Musique findet statt

Für viele Weddingerinnen und Weddinger ist vielleicht diese Information besonders wichtig: Die Fête de la Musique wird auch in diesem Jahr in der Müllerstraße 74 stattfinden. „Baustellenangepasst“, sagt Florian Fangmann. Was das genau bedeutet, kann der Geschäftsführer und „Chef der Baustelle“ noch nicht sagen – das hängt vom Baufortschritt ab.

Eine Pause machen wird aber die Fête de Frankophonies in ihrer bisherigen Form. Für das Treffen der frankophonen Länder in allen CFB-Gebäuden ist während der Sanierung kein Platz. „Vielleicht wird es etwas Kleines geben, aber das steht noch nicht fest“, sagt Florian Fangmann.

Mehr über die Geschichte des CFB und über die Baumaßnahme steht im Beitrag Das Centre Français wird zur Baustelle.

Dieser Text wurde von einem Menschen geschrieben.

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Kommentar

  1. Avatar von Ulrich Davids
    Ulrich Davids

    Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Das Team vom Centre Français und gerade Florian Fangmann haben lange warten müssen bis die Nachricht kam – die Gelder sind jetzt frei gegeben und es kann los gehen mit der Sanierung. Und es ging dann auch sehr schnell und es sei allen gedankt die dafür gearbeitet und entschieden haben.

    Und die weitere gute Nachricht ist, das trotz der umfangreichen Arbeiten der Betrieb im kleineren Umfang weiter geht. Das scheint bei laufendem Betrieb bis 2027 nicht einfach zu sein und auch deshalb ein großen Dank an Florian und seinem Team.

    Wir freuen uns jedenfalls sehr, wenn wir im Sommer 2027 wieder Menschen aus unseren Partnerstädten im Centre Français unterbringen können und sind ganz gespannt wie es gelungen ist, den alten Charme im neuen Glanz erstrahlen zu lassen.

    Bis bald und Euch weiterhin viel Kraft und Ausdauer auf der Baustelle.

    Ulrich Davids
    Vorsitzender des Städtepartnerschaftsverein
    Berlin-Mitte

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