Kinderspiele aus Uromas Zeiten

Wie wäre es denn mal mit einem Spiel, das schon euren Urgroßeltern die Langeweile in den Sommerferien vertrieben hat? Die Geschichtswerkstatt „Anno erzählt“ hat herausgefunden, welche Kinderspiele für draußen früher gespielt wurden.

Berlin lacht! 2010: Berlin-Kreuzberg am Mariannenplatz. Foto: Sulamith Sallmann
Berlin lacht! 2010: Berlin-Kreuzberg am Mariannenplatz. Foto: Sulamith Sallmann

Reifenspiele

Mit Reifen lässt sich allerhand anstellen. Früher trieb man die Reifen, die damals noch aus Holz waren, mit einem Stöckchen an und veranstaltete Wettrennen damit. Sie lassen sich aber auch prima um Arme, Beine oder die Hüfte legen und dann muss man sich nur noch geschickt bewegen, so dass die Reifen in Schwung kommen. Bei wem fällt zuletzt der Reifen herunter? Wie viele könnt ihr um eure Arme kreisen lassen? Eine andere Möglichkeit ist, die Reifen in Mustern auf den Boden zu legen und für Hüpfspiele zu benutzen. Oder ihr hängt den Reifen wie eine große Krone an einen Ast und bindet lange Tücher daran. Dann habt ihr ein wunderbares Zelt.

Kreiseltreiben

Zu Uromas Zeiten waren sie weit verbreitet: Peitschenkreisel. Und die waren genauso cool wie ihr Name. Auch heute kann man diese Holzkreisel im Spielzeugladen kaufen. Dazu gibt es einen Stab mit Schnur – die Peitsche. Um den Kreisel in Bewegung zu setzen, muss man den Faden von unten nach oben um den Kreisel wickeln. Dann vorsichtig die Kreiselspitze auf einem ebenen Boden absetzen und superschnell den Stock wegziehen. Im besten Falle dreht der Peitschenkreisel nun viele Runden und mit etwas Geschick kann man ihn weiter anpeitschen.

Hüppekasten oder Himmel-und-Hölle-Spiel

Mit Kreide oder Stock zeichnet ihr euch das Spielfeld mit sieben bis zehn Feldern auf. Ihr könnt euch später auch noch andere Formen und Regeln dazu ausdenken. Hier erst einmal eine Spielregel zum Anfangen: Wer mit Springen an der Reihe ist, wirft ein Steinchen in das erste Feld, also in die Nummer 1. Dort muss man sauber, ohne überzutreten, hineinhüpfen. Verfehlt der Stein oder der eigene Fuß das gewünschte Feld, ist man draußen und der nächste ist dran. Schafft man es, stellt man sich wieder vor den Hüppekasten und zielt ins Feld mit der Zahl 2. Nun springt man zunächst ins erste Feld, dann ins zweite und so fort. Es gibt dann Varianten wie: nur auf einem Bein springen, rückwärts hüpfen oder etwas balancieren, was nicht runterfallen darf. Auch gut: als Rechtshänder mit der linken Hand – und umgekehrt – das Steinchen werfen.

Anwerfspiel

Man versucht, Knöpfe oder Münzen so nah wie möglich an eine Wand oder Mauer zu schnipsen. Alle starten von der gleichen Linie aus, die ungefähr zwei bis drei Meter von der Wand entfernt ist. Der Spieler mit dem Knopf, der am nächsten an der Wand liegen bleibt, erhält drei Punkte. Der Zweitplatzierte erhält zwei Punkte und der Drittplatzierte einen Punkt. Das kann man so lange spielen, bis ein Spieler insgesamt 20 Punkte hat.

Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser?

Für dieses Spiel benötigt man mindestens drei Kinder, besser ist eine größere Gruppe. Ein Kind ist der Fischer und stellt sich in etwa zehn Metern Entfernung den anderen gegenüber auf. Nun rufen die Kinder: „Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser?“ Das Fischerkind antwortet zum Beispiel: „18 Meter tief“. Nun fragen die Kinder noch: „Und wie sollen wir da rüber kommen?“ Nun kann der Fischer sich eine Fortbewegungsart ausdenken. Möglich sind beispielsweise: rückwärts, im Krebsgang, hüpfend, auf Zehenspitzen, rennend, im Schneckentempo, mit den Armen rudernd und so weiter. Nun wechseln Kinder und Fischer im gewählten Modus die Seiten. Das Fischerkind versucht, eines der anderen Kinder zu fangen. Gelingt ihm dies, wird das gefangene Kind Helfer des Fischers. Das Spiel wird so lange gespielt, bis nur noch ein Kind übrig ist. Das ist der Sieger.

Die Redaktion wünscht viel Spaß beim Ausprobieren der alten Kinderspiele!

Ein Brummkreisel. Foto: Sulamith Sallmann
Ein Brummkreisel. Foto: Sulamith Sallmann

Weiterlesen

Der Text ist im Kiezmagazin „Sommer im Kiez“ enthalten, das im zweiten Quartal 2019 erschienen ist. Weitere Text aus dieser Ausgabe sind im Beitrag Neues Kiezmagazin: Sommer im Kiez gesammelt und verlinkt.

Mehr über die Geschichtswerkstatt „Anno erzählt“ und deren Veranstaltungen zur Geschichte des Brunnenviertels, des Wedding und Gesundbrunnens ist in weiteren Beiträgen zu finden: Beiträge zu „Anno erzählt“. Das Projekt hat auch eine eigene Webseite: https://annoerzaehlt.wordpress.com/

📍 Kiez: ,

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Brunnenmagazin

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen