Sprengelhaus muss bleiben! Der Film

Was liegt näher, als in der Weihnachtszeit ein Geschenk machen? Frida Wachter und Luismi Benavides haben genau das gemacht. Mit ihrem Film „Das Sprengelhaus muss bleiben“ haben sie die Initiativen aus dem Sprengelhaus beschenkt, seinen langjährigen Leiter und auch ihren Sprengelkiez. Am 22. November haben sich viele Beteiligte vor der Leinwand in der Sprengelstraße 15 versammelt, um den Kiezfilm zum ersten Mal anzuschauen.

Bei der Präsentation des Films über das Sprengelhaus. Foto: Stefano Calzá
Bei der Präsentation des Films über das Sprengelhaus. Foto: Stefano Calzá

Der Film ist zwischen November 2023 und August 2024 in einer Phase der Unsicherheit entstanden, in der die weitere Existenz des Sprengelhauses infrage stand. „Es war der Moment, als wir uns alle fragten, ob es wirklich weitergeht mit dem Sprengelhaus. Es war damals auch viel Frustration dabei“, sagt Luismi Benavides. Der Stadtplaner gehört selbst zum engagierten Kreis im Nachbarschaftszentrum, er ist in der AG Klima und Kiez aktiv. „Als ich vor drei Jahren in den Sprengelkiez gezogen bin, bin ich schnell zum Sprengelhaus gekommen“, erzählt er. Bei der AG Klima und Kiez beschäftigt er sich am meisten mit Baumscheibenbegrünung, aber auch bei Gießaktionen im Sommer im Sprengelpark war er dabei, beim Müllsammeln. Als im vergangenen Jahr die Nachricht kam, dass das Sprengelhaus verkauft werden soll und auch eine komplette Schließung möglich schien, hat Luismi Benavides zusammen mit Frida Wachter zur Filmkamera gegriffen: „Ich wollte das alles gern festhalten“.

Ein warmherziges Porträt

„Wir wollten zeigen, wie es war und wie es auch in Zukunft sein könnte“, erzählt Luismi Benavides. Es ist ein warmherziges Porträt geworden. In 11 Minuten 25 Sekunden kommen die Initiativen aus dem Sprengelhaus selbst zu Wort. Es sprechen Sabine Krause von Yaar e.V., Claudia Schwarz vom Nachbarschaftsladen, Siemen Dallmann vom Aktiv im Kiez e.V., Byron Carasco vom spanischen „Todas las Voces“ Chor und viele weitere. Sie berichten von ihrer Arbeit und sagen doch alle im Kern das Gleiche: das Sprengelhaus ist unverzichtbar für das soziale Leben im Sprengelkiez.

Wer den Film anschaut, kann das bei der Chorprobe bestätigt sehen, bei den Ausschnitten vom Nachbarschaftsfest in diesem Jahr, bei den Bildern von einer Demonstration für einen bunten Sprengelkiez und auch, wenn die Kinder Capoeira machen. Es wird aufgeräumt, es wird getanzt, es wird gesungen und es wird die Begegnung zwischen den Kulturen gepflegt. Ein paar alte Fotos deuten an, dass das alles schon immer so war in der zwanzigjährigen Geschichte des Sprengelhauses.

Ein soziales Geschenk wurde verkauft

Am Fenster klebt noch ein Zettel mit der Aufschrift: Sprengelhaus muss bleiben! Foto: Stefano Calzá
Am Fenster klebt noch ein Zettel mit der Aufschrift: Sprengelhaus muss bleiben! Foto: Stefano Calzá

„Der, der das Sprengelhaus jetzt kauft, der kauft nicht nur ein Haus. Der kauft auch ein soziales Geschenk“, sagt Lioba Reckfort vom intergalaktischen Kulturverein ganz am Anfang des Films. Eine Ansicht, die auch der Filmemacher und die Filmemacherin teilen. Inzwischen hat dieses soziale Geschenk einen neuen Besitzer bekommen. Der Förderkreis für seelische Gesundheit e.V., selbst ein sozialer Verein aus dem Wedding, hat es von der Erbengemeinschaft erworben. Der Verein hat erklärt, Teile des Spengelhauses für eine weitere soziale Nutzung zur Verfügung zu stellen. So könnte der Nachbarschaftsladen und auch der intergalaktische Kulturverein erhalten bleiben. Allerdings haben die Engagierten aus dem Film nur noch die Hälfte der bisherigen Fläche für ihre Arbeit im Kiez.

Abschied von „Schorse“

Ganz am Ende von „Das Sprengelhaus muss bleiben“ wird eine weitere Motivation für die bewegte Dokumentation deutlich. Der Film ist auch ein Abschiedsgeschenk an Hans-Georg Rennert. Er hat das Sprengelhaus aufgebaut, lange geleitet und er hat auch gegen dessen Schließung alle Hebel in Bewegung gesetzt. Es ist ein zeitlicher Zufall, dass er nach dem Erreichen einer zumindest teilweisen Rettung des Sprengelhauses in den Ruhestand gegangen ist. Die Filmpräsentation war auch ein Moment des Abschieds von ihm. „Ein besonderer Dank an Hans Georg Rennert ‚Schorse‘, dessen unermüdlicher Kampf über Jahre hinweg unsere gemeinsame Forderung verwirklicht hat“. Mit diesen geschriebenen Worten endet der Film über das Sprengelhaus.

Die Vorstellung des Films wurde auch zur Verabschiedung von Hans-Georg Rennert genutzt, den langjährigen Leiter des Sprengelhauses. Foto: Stefano Calzá
Die Vorstellung des Films wurde auch zur Verabschiedung von Hans-Georg Rennert genutzt, den langjährigen Leiter des Sprengelhauses. Foto: Stefano Calzá

Den Film ansehen

Das Filmteam plant für das kommende weitere öffentliche Vorführungen des Films. Wer nicht warten möchte, kann „Das Sprengelhaus muss bleiben“ auch jetzt schon auf Vimeo anschauen.

Ein Standbild aus dem Film "Sprengelhaus muss bleiben". Screenshot: Brunnenmagazin
Ein Standbild aus dem Film „Sprengelhaus muss bleiben“. Screenshot: Brunnenmagazin

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