Klimaschutz made in Wedding

In einer Smartphone-Werkstatt lernen Kinder, defekte Geräte zu reparieren. Initiativen schaffen neue Lebensräume für Wildbienen. Im Wedding und in Gesundbrunnen engagieren sich viele Menschen ganz praktisch für Umwelt- und Klimaschutz. 16 solcher Projekte wurden kürzlich mit dem Umwelt- und Klimapreis des Bezirks ausgezeichnet. Fast die Hälfte der prämierten Initiativen kommt erneut aus dem Wedding. Kein Zufall: Hier engagieren sich besonders viele Menschen für Umwelt- und Klimaschutz.

Die Jury am Stand der Smartphone-Werkstatt für Kids der Erika-Mann-Grundschule. Foto: Hensel
Die Jury am Stand der Smartphone-Werkstatt für Kids der Erika-Mann-Grundschule. Foto: Hensel

16 Projekte stellen sich der Jury vor

Vor der Auszeichnung steht beim Umwelt- und Klimapreis die Präsentation der Projekte. Dafür standen 16 Marktstände im Schul-Umwelt-Zentrum in der Scharnweberstraße 159. Jeder Stand bot Platz für eine Idee. Die Jury ging von Stand zu Stand und ließ sich die Projekte erklären. Bei den Bildungsprojekten erfuhren sie etwas über die Wirkung von Atemkalk auf das Klima, schauten sich eine „Kompostwürmer-Kiste“ an und machten Halt bei der Smartphone-Werkstatt für Kids.

Auch das „House of Flavor & Rap“ stellte sich vor. Das ist ein Bildungsprojekt, bei dem Schulklassen in Projekttagen Gärtnern mit Kochen und Hip-Hop verbinden können. Eine Willkommensklasse des Lessing-Gymnasiums präsentierte ihr Wildbienen-Projekt, das zugleich den Spracherwerb der Teilnehmenden förderte.

Von Igelhäusern bis zum Gemeinschaftsgarten

Doch nicht nur Schulklassen haben ihre Ideen vorgestellt. In der Kategorie Initiativen war ein Igelhaus mit drei separaten Igel-Wohnungen zu sehen, das gleichzeitig als Blumenkübel genutzt werden kann. Gebaut wurde das Igelhotel von Mitarbeitenden des Beschäftigungsträgers puk a malta. Eine Besonderheit, die erst auf Nachfrage das Brunnenmagazins zum Vorschein kam: Das Bauholz stammt teilweise von einem alten Dachstuhl der Stephanuskirche im Soldiner Kiez.

Lucia, Elsa und Albrecht engagieren sich in ihrer Freizeit für Artenvielfalt im Metamorphosium am Plötzensee. Foto: Hensel
Lucia, Elsa und Albrecht engagieren sich in ihrer Freizeit für Artenvielfalt im Metamorphosium am Plötzensee. Foto: Hensel

Mit ihren Strohhüten waren Lucia, Elsa und Albrecht nicht nur gut für den warmen Sommertag im Schul-Umwelt-Zentrum gewapnet, sie waren auch ein Hingucker. Die drei Schüler:innen engagierten sich für die Artenvielfalt im Metamorphosium im Strandbad Plötzensee – als Pat:innen für jeweils eine Tierart (Falter, Reptilien, Amphibien). Ebenfalls dabei war die Essbare Straße aus dem Brunnenviertel. Das Projekt hat in der Swinemünder Straße über 100 Hochbeete aufgebaut und einen neuen Gemeinschaftsgarten entstehen lassen.

Ein Blumenkasten? Ein Igelhotel! Dieses Exemplar hat drei separate Igelwohnungen. Ganz unten ist einer der Eingänge zu sehen. Foto: Hensel
Ein Blumenkasten? Ein Igelhotel! Dieses Exemplar hat drei separate Igelwohnungen. Ganz unten ist einer der Eingänge zu sehen. Foto: Hensel
Eine Bienenstein, eine Nisthilfe für Wildbienen mit einem Drahtschutz vor Vögeln. Foto: Hensel
Eine Bienenstein, eine Nisthilfe für Wildbienen mit einem Drahtschutz vor Vögeln. Foto: Hensel

Auch zwei Schulgarten-Projekte aus Alt-Mitte stellten sich der Jury vor: vom Kinderzentrum Ottokar und von der Grundschule am Koppenplatz. Sie zeigten, wie mit Engagement und Ideen aus grauen Schulhofecken grüne Schuloasen werden können. Im Schul-Umwelt-Zentrum (SUZ), das sozusagen auch der größte Schulgarten des Bezirks ist, konnten sie sich bestimmt weitere Ideen abholen. Das SUZ ist eine bezirkliche Einrichtung, in der Umweltbildungsprojekte stattfinden. Kitagruppen und Schulklassen ohne eigenen Schulgarten können hier für eine Saison auf einer Parzelle gärtnern.

Preisgeld für alle Projekte

Die Jury stand vor einer schwierigen Aufgabe: Wie vergleicht man ein Wildbienenprojekt mit einer Smartphone-Werkstatt? Schließlich entschlossen sich die Juror:innen, das Preisgeld gestaffelt auf alle 16 Projekte aufzuteilen.

Die Preise übergaben die Stadträte Benjamin Fritz (CDU), Christoph Keller (Linke) und von Susanne Wander vom Umweltamt des Bezirks Mitte. Insgesamt wurde ein Preisgeld von 3.000 Euro verteilt, ergänzt durch Sonderpreise und ein zusätzliches Preisgeld für Schulgarten-Projekte. Das Geld ist zugleich Belohnung fürs bisherige Engagement und Motivation für weitere Projekte.

Die Willkommensklasse des Lessing-Gymnasiums bei der Preisverleihung. Foto: Hensel
Die Willkommensklasse des Lessing-Gymnasiums bei der Preisverleihung. Foto: Hensel

Die ausgezeichneten Projekte

Kategorie Bildung

  • 1. Platz: Atemkalk – Unser Klimaretter?; Cedric Neuberger (300 Euro)
  • 1. Platz: Die Biene – unser Lebensretter; Willkommensklasse des Lessing-Gymnasiums (300 Euro)
  • 2. Platz: Stopp den Schimmel – Naturfarben im Test; Leif Neuberger, Oskar Kubitschko, Julia Diedrich (200 Euro)
  • 2. Artenvielfalt in der Stadt – Erleben und Entdecken; LHS Zukunftswerkstatt und Andersen-Grundschule (200 Euro)
  • 3. Platz: Verkehr und Umwelt – saubere Energie; Fliegenpilzgruppe der Kita Regenbogen (100 Euro)
  • 3. Platz: Unsere Kompostwürmer-Kiste; Sonnenblumengruppe der Kita Regenbogen (100 Euro)
  • Sonderpreis: House of Flavor & Rap; Paul Denkhaus (300 Euro)
Preisverleihung an die Smartphone-Werkstatt für Kids durch Susanne Wander vom Umweltamt (links) und die Bezirksstadträte Christoph Keller (links) und Benjamin Fritz (rechts). Foto: Hensel
Preisverleihung an die Smartphone-Werkstatt für Kids durch Susanne Wander vom Umweltamt (links) und die Bezirksstadträte Christoph Keller (links) und Benjamin Fritz (rechts). Foto: Hensel

Kategorie Initiativen

  • 1. Platz: Multifunktionales Igelhotel; puk a malta gGmbH in Kooperation mit der Selbsthilfe-Holzwerkstatt (450 Euro)
  • 2. Preis: Die Gärten von Morgen; interbau e.V. – das Hansaviertel neu denken (200 Euro)
  • 2. Preis: Das Metamorphosium 2025/26; Olivier Putzbach, vertreten durch Alexander Bulgrin (200 Euro
  • 3. Preis: 300 Holzkisten; Mehrgenerationenhaus im Stadtteilzentrum KREATIVHAUS (100 Euro)
  • 3. Preis: Der Natur Raum geben – im Zentrum der Stadt; Anwohnerinitiative Berolinastraße 4-6 (100 Euro)
  • Sonderpreis: Ein Gemeinschaftsgarten Sonderpreis auf Straßenland, Die Essbare Straße e.V. (450 Euro)

Sonderpreis Nachhaltigkeit

  • Smartphone-Werkstatt für Kids; Topio e.V. und Erika-Mann-Grundschule (500 Euro)

Kategorie „Sonderpreis „Bunte Beete“

  • 1. Preis: Ottokar’s Blumenwiese; Kinderzentrum „Ottokar“ (500 Euro)
  • 1. Preis: Umwelt und Nachhaltigkeit der Grundschule am Koppenplatz; Grundschule am Koppenplatz, Profilklasse 6b

Der Sonderpreis „Bunte Beete“ wurde vom Landesverband Berlin der Gartenfreunde und dem Verlag W. Wächter gestiftet.

Die Preisverleihung beginnt. Die Kinder hören aufmerksam zu, was Dr. Juliane Orsenne vom Schul-Umwelt-Zentrum sagt. Foto: Hensel
Die Preisverleihung beginnt. Die Kinder hören aufmerksam zu, was Dr. Juliane Orsenne vom Schul-Umwelt-Zentrum sagt. Foto: Hensel
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