Wahlaufruf: Wähl selber!

Immer geht es bei Wahlen um alles. Es ist selten, dass eine Wahl einmal keine Richtungswahl ist. Doch selbst wenn nicht alles auf dem Spiel steht, so geht es bei einer Wahl auch nicht um Nichts. Nie. Bei dieser Bundestagswahl geht es um die Frage: Wählst du selbst oder bist du Wahlerfüller? Unser echter Wahlaufruf.

Wahlaufruf
Wähle – aber selbst. Foto: Andrei Schnell

Jeder denkt: Ich falle auf Manipulation nicht herein. Beispiel Fernsehwerbung. Alle „durchschauen“ sie. Und doch gibt es nur sehr wenige, die niemals Marken kaufen.

Ähnlich in der Politik. Niemand glaubt, Propaganda und Manipulation aufzusitzen. Schließlich sagt der Manipulator ja: Hier ist eine Nachricht für dich, kannst ja selber denken.

Aber woran erkenne ich, ob ich mir gerade selbst ein Urteil bilde (zum Beispiel in der Frage, wen ich am Sonntag wählen soll) oder ob ich ein Urteil gebildet bekomme? Wir schlagen diesen kleinen Test vor. Je, öfter du denkst „Ja stimmt, das sage ich manchmal“, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwer in der Welt gerade kichert, weil du ihm dienst, ohne es zu merken.

Also los.

Ich sage:

  1. Ich kenne nur Leute, die so denken wie ich.
  2. Alle XXX sind …. .
  3. Es ist immer das Gleiche.
  4. Aber wenn man dahinterschaut, dann …
  5. Bei der Wahl werde ich es mit meinem Kreuz den/dem XXX aber mal richtig zeigen …
  6. Ich/wir sind zu schwach gegen … .
  7. Wenn wir jetzt nicht radikal handeln, ist alles zu spät.

Sieben Fragen. Ein wirklich kurzer Test. Was meinst du nun? Denkst du oder wirst du gedenkt?

Wir rufen dich mit diesem Wahlaufruf auf, wählen zu gehen. Was auch sonst? Aber wir rufen dich auch dazu auf, selbst zu wählen. Das geht so: Probiere den Wahl-O-Mat aus. Oder den Wahl-Kompass. Nicht damit dir ein Spiel sagt, welche Partei dir am nächsten ist. Sondern damit du herausfindest, wie viele wichtige Themen es gerade gibt. Spoiler: Es ist mehr als eines.

Wir rufen dich auf, nach dem Wort „Wahlprüfstein“ oder „Parteiencheck“ oder ähnliche Worte zu googeln – und bei seriösen Suchergebnissen zu klicken. Finde heraus, wofür die Parteien stehen. (Ich persönlich finde den Check des Berliner Mietervereins cool.) Achte darauf, was dich dabei überrascht. (Mich überraschte, dass die FDP gar nicht gegen alle Regelungen zum Vorteil von Mietern ist).

Wir rufen dich auf, einen Menschen zu fragen, von dem du weißt, dass er Mitglied in einer Partei ist. Er soll dir sagen, was er an einer anderen (nicht seiner!) Partei gut findet. (Und lass ihn nicht ausflüchten).

Geh wählen. Geh selber wählen. Lass dich nicht zum Erfüller eines Wahlwunsches von jemand anderes machen.

Wahlentscheide-Helfer

Wer noch unsicher, welche Partei oder welche Direktkandidatin oder welchen Direktkandidaten er oder sie wählen soll, kann verschiedenen digitale Wahlentscheide-Helfer nutzen:

  • Wahl-O-Mat von der Bundeszentrale für politische Bildung: Wahl-O-Mat
  • Wahltraut, Wahlhelferin der feministischen Initiative #stattblumen: Wahltraut
  • Real-O-Mat der Initiative FragDenStaat: Real-O-Mat
  • Kandidierendencheck von abgeordnetenwatch.de: Kandidierendencheck
  • Wahl-Kompass der Uni Münster: Wahl-Kompass
  • Parteiencheck des Berliner Mietervereins: Parteiencheck

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