Wedding-Cup: Faustball-Jubiläum im Schillerpark

Der Schillerpark ist heute wieder Schauplatz eines sportlichen Großereignisses. Zum 40. Mal findet an diesem Wochenende der Wedding-Cup statt – eines der größten Faustballturniere der Welt. Mit Vorfreude sind die 200 Teams aus allen Himmelsrichtungen am Samstag ins Turnier gestartet. Heute geht der Wettkampf am frühen Morgen weiter. Bis zum Nachmittag fliegen die Bälle per Faustschlag über das Flatterband, das die Spielbereiche der gegeneinander antretenden Mannschaften abtrennt.

Ein Wimmelbild aus Linien, Teams und Bewegung

Die große Wiese im Schillerpark wird heute wieder zu einem großen bewegten Wimmelbild. Den Rahmen für das Geschehen markieren unzählige Kreidelinien, die auf der Wiese wurden. Auf 20 Spielfeldern wird auch heute wieder gleichzeitig gespielt. „Mannschaften, Schiedsrichter, bitte auf die Plätze!“, schallt es per Lautsprecherdurchsage, dann wird das Faustball-Wimmelbild mit einem Pfiff in Bewegung gesetzt. Die Teams kämpfen um ihre Punkte – bis der zentrale Pfiff das Spiel wieder beendet.

Zur Szenerie gehören auch kleine Grüppchen neben den Spielfeldern, die sich aufwärmen und sich Bälle zuspielen. Viele Pavillons gehören dazu, viele schwarze, aber auch mobile Teamunterstände in lila, rot, grün oder weiß. Unter ihnen und drumherum gibt es viele Campingstühle, auch Picknickdecken, neben dem Stand der Berliner Turnerschaft hat jemand ein kleines buntes Zelt aufgebaut. Darin liegt ein Rucksack und Kinderschuhe. Der Wedding-Cup ist eine Veranstaltung für alle Generationen, doch die junge Generation ist in diesem Jahr besonders stark vertreten: die Hälfte der angemeldeten Teams sind Jugendmannschaften.

Die Teams hatten am Spielfeldrand Pavillons aufgebaut. Foto: Hensel
Die Teams hatten am Spielfeldrand Pavillons aufgebaut. Foto: Hensel

Dudelsack im Wedding

Zum Wedding-Cup gehörte am Samstag auch ein Dudelsackspieler – die Musik gab dem Turnier einen festlichen Rahmen. Eine zufällige Passantin fragte deshalb sogar, ob Faustball vielleicht eine schottische Sportart sei (nein, es hat Wurzeln in Italien). Mit ihrer Vermutung, dass der Sport ähnlich wie Volleyball sei, hatte sie dagegen recht – auch wenn es natürlich auch deutliche Unterschiede gibt. Mehr über Faustball kann man zum Beispiel online nachlesen.

Gäste der offiziellen Eröffnung (von links): Staatssekretärin Franziska Becker, Stadtrat Benjamin Fritz, Stadtrat Christoph Keller, KiezSportLotsin Susanne Bürger, Ramona Reiser vom Bezirkssportbund und der Abgeordnete Mathias Schulz. Foto: Hensel
Gäste der offiziellen Eröffnung (von links): Staatssekretärin Franziska Becker, Stadtrat Benjamin Fritz, Stadtrat Christoph Keller, KiezSportLotsin Susanne Bürger, Ramona Reiser vom Bezirkssportbund und der Abgeordnete Mathias Schulz. Foto: Hensel

Offizieller Besuch und sportlicher Einsatz

Natürlich gab es bei diesem 40. Faustballturnier auch einen offiziellen Teil. Die Berliner Turnerschaft als Organisatorin konnte dabei Staatssekretärin Franziska Becker, KiezSportLotsin Susanne Bürger und Ramona Reiser, Präsidentin des Bezirkssportbunds, begrüßen. Außerdem waren der Abgeordnete Mathias Schulz und die beiden Bezirksstadträte Christoph Keller und Benjamin Fritz dabei – letztere spielten in diesem Jahr sogar selbst beim Turnier mit. „40 Jahre, das ist eine enorme Zeit. Wir sind als Bezirksamt sehr stolz, dass Sie immer wieder zu uns in den Wedding kommen“, sagte Stadtrat Benjamin Fritz bei der Eröffnung in Richtung der Veranstalterin und der angereisten Teams, bevor er zu seinem Spielfeld ging und selbst Teil des sportlichen Wimmelbildes wurde.

Vorbereitet für Teamfotos. Foto: Hensel
Vorbereitet für Teamfotos. Foto: Hensel

Das allererste Turnier

Das Faustballturnier fand am 6. April 1986 zum allerersten Mal statt. Mit der Zeit hat sich das Turnier immer weiter etabliert und profitiert auch von der guten Organisation. Die Wiese war zur Faustballwiese umfunktioniert, es gab einen eigenen separaten Bereich für die kulinarische Versorgung, für angereiste Teams wurde eine Übernachtung in Sporthallen organisiert. Zur Unterhaltung gab es ein Quiz und für Samstagabend war eine Party zur Feier des 40. Wedding-Cups geplant.

Mit dem Wetter hatten die Faustballteams bei ihrem runden Turniergeburtstag zumindest am Samstag richtig Glück. Es war ein warmer Frühlingstag, an dem sogar die Benutzung von Sonnencreme empfohlen wurde. Ob der zweite Turniertag auch so trocken und sonnig wird, muss sich erst noch zeigen.

Eine Spielszene beim Faustballturnier. Foto: HenselEine Spielszene beim Faustballturnier. Foto: H
Eine Spielszene beim Faustballturnier. Foto: Hensel

Kurze Fakten zum Wedding-Cup

Das erste Faustball-Turnier fand am 6. April 1986 statt, damals noch nicht unter dem Namen Wedding-Cup. Gespielt wurde mit 25 Mannschaften auf vier Feldern am Nordufer neben dem Strandbad Plötzensee. Der Turniertag war ein warmer Tag mit sommerlichen Temperaturen.

Am 40. Wedding-Cup nehmen 200 Mannschaften aus ganz Deutschland und aus dem Ausland teil. Wie die Berliner Turnerschaft für ihre Historie zusammengerechnet hat, wurden bis zum Start des 40. Wedding-Cups insgesamt bereits 14.390 Spiele ausgetragen, an denen 5.542 Mannschaften und Spielgemeinschaften teilgenommen haben. Es wurden insgesamt 453 Pokalsieger geehrt. Die ewige Liste der Pokalsieger wird übrigens von der Berliner Turnerschaft, der Turniergastgeberin, angeführt.

Mehr zur Historie des Faustballturniers und zu den bisherigen Pokalsiegern steht auf der Webseite der Berliner Turnerschaft.

Zuschauen im Schillerpark

Wer zuschauen möchte, kann heute (19. April) ab 8.45 Uhr einfach im Schillerpark vorbeikommen. Das Turnier geht bis zum Nachmittag.

Prost! Die kulinarische Versorgung ist auch gesichert. Foto: Hensel
Prost! Die kulinarische Versorgung ist auch gesichert. Foto: Hensel

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