Insekten haben eine wichtige Bedeutung für unser Ökosystem. Katharina Schütze hat sich mit Hummeln, Wildbienen und Co. sowie mit den von ihnen bevorzugten Wildpflanzen beschäftigt. Sie hofft, dass auch Menschen aus dem Kiez den Insekten helfen und ihnen Rückzugsmöglichkeiten im Garten oder auf dem Balkon bieten.

Insekten stellen mit rund 70 Prozent den größten Anteil aller Lebewesen weltweit. Doch seit einigen Jahren gehen alarmierende Zahlen über ihren Rückgang durch die Medien. So zum Beispiel war der Bestand der Großschmetterlinge im Jahr 2014 bereits um 56 Prozent gesunken.* Und etwa die Hälfte aller Wildbienen inklusive Hummeln in Deutschland steht auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten. Einige Arten sind bereits ausgestorben oder unmittelbar vom Aussterben bedroht.
Gleichzeitig wächst das Wissen über die Bedeutung von Insekten für das Ökosystem und um die Ansprüche an ihren Lebensraum. Als Bestäuber sind Insekten für viele Pflanzen überlebenswichtig. Zum Beispiel kann eine einzige Hummel an einem Tag über 3.000 Blüten bestäuben. Die Insekten sind dabei Nahrungsspezialisten. Das heißt, sie benötigen heimische Wildpflanzen als Nahrungsquelle und Nistmöglichkeit – sie passen zusammen wie Schlüssel und Schloss.* Zu den heimischen Wildpflanzen gehören zum Beispiel Schafgarbe, Wiesen-Flockenblume, Lichtnelke, Wilde Malve, Klatschmohn, Glockenblume, Wiesen-Margerite und viele mehr.
Insgesamt wird sich der Rückgang der Arten nicht aufhalten lassen. Aber wir können gemeinsam versuchen den Rückgang zu minimieren. Alle, die eine Fensterbank, einen Balkon oder ein Gärtchen haben, können mitmachen. Hier verbirgt sich enormes Potenzial um wertvolle Lebensräume zu schaffen. Selbst auf einer Fensterbank kann ein kleines Paradies für Insekten entstehen, das auch andere Wildtiere wie Vögel anlockt. Und je mehr Menschen mitmachen, desto besser!
* Quelle: www.tausende-garten.de, 2022
Text: Katharina Schütze, Fotos: Sulamith Sallmann, Tausende Gärten – Tausende Arten



Kommentar verfassen