Welche sind die besten Orte an einem Hitzetag im Wedding und in Gesundbrunnen? Wohin kann man gehen, um sich ein wenig abzukühlen? In diesem Beitrag gibt es zehn Tipps – von Strandbad bis Cooling Point, von Trinkbrunnen bis Kugeleis.

Tipp 1: Trinkbrunnen
Dieser Tipp kommt als erstes, weil er an Hitzetagen einfach so wichtig ist: Besonders an Hitzetagen sind die öffentlichen Trinkbrunnen ein wichtiger Teil der städtischen Infrastruktur. Das Land Berlin finanziert seit einigen Jahren die Aufstellung von kostenfreien Trinkwasserspendern. Sie stehen im öffentlichen Raum und werden von den Berliner Wasserbetrieben von Mai bis Oktober betrieben. Vor einem Jahr haben die Wasserbetriebe angegeben, dass es 224 Aufstellungsorte in Berlin gibt. Es gibt verschiedene Ausführungen, bei neueren Modellen wird auch auf die Barrierefreiheit geachtet. Im Wedding und Gesundbrunnen gibt es zwölf öffentliche Trinkbrunnen der Berliner Wasserbetriebe. Leider sind allerdings derzeit nicht alle Trinkbrunnen in Betrieb. Die vor dem Gesundbrunnen-Center und am U-Bahnhof Pankstraße zum Beispiel sind defekt und spenden gerade jetzt an den heißen Tagen kein Trinkwasser.
Ob Trinkwasserspender, Wasser aus der Flasche oder einfach aus dem Wasserhahn zu Hause: Anderthalb bis zwei Liter sollten es an normalen Tagen sein, an Hitztagen braucht der Körper mehr, um den Flüssigkeitsverlust durchs Schwitzen auszugleichen und Kreislaufprobleme zu vermeiden. Zwei bis drei Liter werden an heißen Tagen von den meisten Experten empfohlen.
Hier stehen die Trinkwasserspender
- Vinetaplatz
- Gesundbrunnen-Center
- Grüntaler Straße/Osloer Straße
- Nettelbeckplatz
- U-Bahnhof Pankstraße
- Max-Josef-Metzger-Platz
- Sparrplatz
- Utrechter Straße/Malplaquetstraße
- Nauener Platz
- Schulstraße/Prinz-Eugen-Straße (barrierefrei)
- Ostender Straße/Zeppelinplatz (barrierefrei)
- Kiautschoustraße/Torfstraße (barrierefrei)

Tipp 2: Baden gehen
Baden gehen ist vielleicht die naheliegendste Aktivität an heißen Sommertagen. Im Wedding und in Gesundbrunnen gibt es leider keine legale Badestelle, die ohne Eintritt genutzt werden kann. Etwas wehmütig schauen aufgeheizte Weddinger:innen da nach Brandenburg oder in andere Bezirke mit frei zugänglichen Seen und mit Flussbadestellen.
Zumindest für die Kinder gibt es in den Ferien aber (fast) kostenfreien Badespaß in den beiden Sommerbädern der Berliner Bäder-Betriebe. Wer ein Mal den Super-Ferien-Pass für 9 Euro kauft, erhält dort die ganzen Ferien über freien Eintritt. Wählen kann man im Stadtteil zwischen dem Sommerbad in der Seestraße und dem im Humboldthain. In beiden Bädern kann es im Sommer richtig voll werden, manchmal wird sogar ein Einlassstopp verhängt. Das Sommerbad im Kombibad Seestraße, Seestraße 80, hat täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet, montags ab 10 Uhr. Das Sommerbad im Humboldthain, Wiesenstraße 1, hat folgende Öffnungszeiten: Montag 10 bis 20 Uhr, Dienstag, Samstag und Sonntag 7 bis 20 Uhr, Mittwoch bis Freitag 7 bis 19.30 Uhr. Wer über 14 Jahre alt ist, braucht für den Eintritt in beiden Bädern einen amtlichen Lichtbildausweis. Mehr zu Einlassstopps und Eintrittspreisen steht auf der Webseite der Berliner Bäder-Betriebe.
Die Alternative für den Sprung ins kühle Nass im Stadtteil, die liegt am Plötzensee. Das Strandbad Plötzensee, Nordufer 26, hat aktuell täglich von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Badeschluss ist um 20 Uhr. Hier gibt es einen bewachten Sandstrand, große Wiesenflächen, einen Spielplatz und verschiedene gastronomische Einrichtungen. Ein Tagesticket kostet von Freitag bis Sonntag 10 Euro, an den anderen Tagen 8 Euro. Es gibt auch Saisonkarten und Ermäßigungen für Kinder, Schüler, Senioren und Beeinträchtigte. Mehr dazu steht auf der Webseite des Strandbads, wo man auch Eintrittskarten kaufen kann. Achtung! Ab diesem Sommer kann an der Kasse nur noch mit Karte bezahlt werden (siehe Meldung Neue Preise im Strandbad Plötzensee).

Tipp 3: Eis essen
Ob es an heißen Tagen hilft, viel Eis zu essen? Zumindest ist es nicht unangenehm und einfach ein schönes Sommervergnügen. Für einen kurzen Moment wird es kalt im Mund – das ist doch schon mal was! Weil mit den allgemein steigenden Preisen auch die Preise für eine Kugel Eis gestiegen sind, lohnt sich das Vergleichen. Im Beitrag Eis-Preis-Check: Das kostet Eis im Wedding haben wir Anfang dieses Sommers einige Eisdielen im Wedding und in Gesundbrunnen auf ihre Kugeleis-Preise überprüft. Wo es am besten schmeckt und welcher der sympathischste Eisladen im Stadtteil ist, steht nicht im Beitrag. Wo es das günstigste und wo das teuerste Eis gibt, aber schon. Kleiner Hinweis: Wir werden den Beitrag nach und nach um weitere Eisdielen ergänzen.


Tipp 4: Planschen gehen
Der vielleicht wichtigste Abkühlungsort für Familien mit Kindern im Wedding ist die Plansche im Schillerpark. Hier haben es sich schon Generationen von kleinen Weddingerinnen und Weddingern im Sommer gutgehen lassen. Die Plansche befindet sich an der Ecke Dubliner Straße und Bristolstraße. Praktischerweise ist nebenan die Schilleroase, falls Getränke oder ein Snack benötigt werden. Rein theoretisch gibt es im Goethepark nahe dem Dohnagestell/Transvaalstraße noch einen Wasserspielplatz/eine Wasserdusche an einem Spielplatz. Zumindest gestern (14.8.) war hier jedoch alles trocken. Ganz knapp nicht mehr im Gesundbrunnen, aber absolut im Einzugsgebiet ist derWasserspielplatz am Nordbahnhof, offiziell Eichendorffstraße. Mehrere bunte Figuren spucken hier erfrischendes Naß aus. Wenn es heiß ist, dann kann es auf der Wasserspielfläche und unter den großen Bäumen drumherum ganz schön voll werden. Alle Planschen und Wasserspielplätze im Bezirk sind ab einer vorausgesagten Temperatur von 25 Grad von 10 bis 18 Uhr in Betrieb.

Tipp 5: Ab ins Kino!
Warum nicht das Schöne mit dem Kühlen verbinden? Kühle Getränke, einen kühlen Raum und einen Kinofilm nach Wahl gibt es auch im City Kino Wedding in der Müllerstraße oder im Cineplex Alhambra an der Ecke Müller- und Seestraße. In beiden Kinos sollte man auch im Sommer an eine leichte Strickjacke denken, denn beide Häuser sind klimatisiert. Beide Kinos bieten täglich Vorstellungen an: Im Alhambra gibt es die allerneuesten Filme, im City Kino ein ausgesuchtes Arthouse-Programm. Informationen zum Filmprogramm und zu den Eintrittspreisen gibt es auf der Webseite des Cineplex Alhambra und des City Kino Wedding. Bei beiden Lichtspielhäusern können die Eintrittskarten direkt an der Kasse gekauft werden – oder im Online-Shop.


Tipp 6: Parks und Friedhöfe
Schon wenn man sich einer der vielen Grünflächen mit vielen großen Bäumen nähert, spürt man an heißen Tagen den Unterschied. Es wird sofort kühler. Das ist aber nicht nur gefühlte Wahrheit. Entsiegelte und begrünte Flächen sind tatsächlich kühler. Wo Bäume die Sonne abschirmen, kann es laut Studien vier bis zwölf Grad kälter sein als zum Beispiel auf einer asphaltierten Fläche ohne Baum. Kurz und ganz unwissenschaftlich: Unter einem großen Baum mit ausladender Baumkrone lässt es sich an heißen Tagen gut aushalten. In Berlin gibt es zum Glück große Parks und damit viele kostenlose Schattenplätze. Im Wedding sind die größten Parks der Volkspark Rehberge und der Volkspark Humboldthain – aber auch entlang des Pankegrünzugs oder im Schillerpark ist es an heißen Tagen angenehmer. Wenn dann noch, wie im Humboldthain, ein Wasserlauf für zusätzliche Verdunstungskühle sorgt, dann kann der heiße Tag kommen.
Ebenfalls kühle Orte sind die Friedhöfe. In Wedding und Gesundbrunnen gibt es einige große Friedhöfe wie die an der Liesenstraße, der Seestraße oder den St.-Elisabeth-Friedhof an der Wollankstraße. Wer eine Abkühlung sucht, dem sei ein Spaziergang dort empfohlen.
Tipp 7: Kühle (Einkaufs-)Räume
Mit dem Kiezebus zum Einkaufscenter: An heißen Tagen ist das nicht die schlechteste Idee. Am besten kauft man am Nachmittag ein (so man kann), wenn die Hitze am größten ist. Sofern man einen der großen Läden, Supermärkte oder das Center auswählt, ist man praktisch immer von Kühle umfangen. Zum Hinkommen und zum Nachhausebringen der Einkäufe bieten sich die Busse der BVG an. Diese fahren zwar manchmal seltsam verschlungene Wege durch den Kiez, sind aber überwiegend klimatisiert und helfen dabei, eine Empfehlung für Hitzetage umzusetzen. Diese besagt, dass man Anstrengung vermeiden soll. Na dann einsteigen und los!

Tipp 8: Die Unterwelten besuchen
Eigentlich sind die Touren der Berliner Unterwelten eher etwas für Touristinnen und Touristen. Doch ein Hitzetag ist vielleicht auch für Weddinger:innen die Gelegenheit, mal wieder hinabzusteigen in alte Tunnel und Bunkeranlagen. Hier ist es teilweise so kalt, dass es eines Pullovers bedarf. Die Berliner Unterwelten haben stadtweit interessante Anlagen, viele sind aber rund um den Bahnhof Gesundbrunnen. Hier ist die Heimat des Vereins Berliner Unterwelten – hier gibt es bei Führungen Bunker und U-Bahn-Versuchstunnel zu sehen und viel zu entdecken. Tickets für die verschiedenen Touren gibt es täglich von 10 bis 15.30 Uhr im Ticket- und Buch-Shop am Bahnhof Gesundbrunnen, Brunnenstraße 105, oder im Online-Shop der Berliner Unterwelten. Auf der Webseite steht mehr zu den Touren, zum Mindestalter für manche Touren, zu Ausrüstung und Bekleidung und zu vielem mehr.

Tipp 9: Den Cooling Point testen
Bisher gibt es in Berlin nur einen sogenannten Cooling Point. Er liegt auch nicht im Wedding, sondern etwa zehn Meter tief in Pankow, nämlich im Mauerpark. Weil er der erste seiner Art ist und so nah ist, taucht er in diesen Hitzetipps auf. Die temporäre Infrastrukturmaßnahme zum Schutz vor Hitze wurde Mitte Juli eröffnet und soll bis Mitte Oktober in Betrieb sein, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales mitteilt.
Der 25 Quadratmeter große Cooling Point besteht aus einer überdachten Sitzmöglichkeit mit Blumenkästen und einem Trinkbrunnen. Ab dem kommenden Jahr will das Lageso den Cooling Point um eine Sprühnebel-Technologie erweitern. Und vielleicht bleibt er nicht der einzige seiner Art, denn es handelt sich um ein Pilotprojekt eines Modellvorhabens zur Hitzevorsorge in Stadtquartieren und Gebäuden, gefördert vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Wer es ausprobieren möchte: Der Cooling Point befindet sich gleich am Parkeingang an der Bernauer Straße.

Tipp 10: Straßenpumpe ahoi!
Die Straßenpumpen, offiziell Notwasserpumpen, sind an heißen Tagen die Möglichkeit, einfach mal kurz die Beine abzukühlen. 2000 dieser Pumpen gibt es in Berlin, sie sind eigentlich für den Katastrophenfall gedacht und sollen unter anderem Löschwasser bei möglichen Bränden bieten. Im Bezirk Mitte gibt es 211 Straßenpumpen. Übrigens haben etwa zwei Drittel der Straßenpumpen Trinkwasserqualität, zum Füßekühlen an heißen Tagen eignen sie sich aber alle. Nicht alle funktionieren zwar, aber es einmal auszuprobieren, wenn man an einer Pumpe vorbeikommt, lohnt allemal.
Kennt ihr noch mehr kühle Räume oder kühle Aktivitäten im Wedding? Kommentiert sie gern!

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