Opa und Enkel gehen auf Entdeckungsreise im grünen Kiez – eine Abenteuertour zwischen Nordbahnhofpark und Humboldthain.

Im letzten Sommer vor seiner Einschulung hatte ich für meinen Enkel Till eine besondere Tour geplant. Wir wollten einen Bogen vom Park am Nordbahnhof bis in den Humboldthain schlagen. Er mit dem Kinderrad, ich auf Schusters Rappen. Es wurde ein wundervoller Ausflug:

Rasant nimmt Till die Rampe zum Park hinauf. Kaum oben, saust er den Postenweg des ehemaligen Grenzstreifens entlang. Nur seine blaue Mütze sehe ich in der Ferne leuchten. Die Kletteranlagen und Beachvolleyballplätze lassen wir links liegen. Ich winke ihm zu, rechts rüber in den Schatten der Birken zu fahren. Bei ihm angelangt zeige ich, wo der einstige Mauerverlauf markiert ist. Erkläre, dass die nebenan in den Weg eingefassten Gleise an den früheren Stettiner Bahnhof erinnern sollen. Wir nähern uns dem ersten Ziel, einer Liegewiese. In ihrer Mitte erhebt sich ein fantasievoller Spielhügel. Till ist von den Gummisprungmatten begeistert. Mit kräftigem Federn schafft er es von einer zur anderen. Dann ist es Zeit für unser Picknick, das wir auf den Steinen am Rand zu uns nehmen.
Abenteuertour: Auf ins Sommerbad!
Frisch gestärkt erreichen wir das Ende des Parks. Über eine Treppe gelangen wir nach unten auf die Gartenstraße. Unter der riesigen Liesenbrücke biegen wir rechts in die Scheringstraße, die uns bergan in den Humboldthain führt. Die Blätter seiner hohen Bäume spenden angenehme Kühle. Den Wegweisern folgend erreichen wir endlich unser Hauptziel: das Schwimmbad. Wir toben durch die flachen Becken im Sommerbad. Till findet die Rutschbahn cool. Aber meine Testfahrt ergibt: Das Wasser ist zu tief für ihn.

Zum Abschluss des Tages haben wir noch etwas vor. Nein, für Bunkerberg und Rosengarten reichen die Kräfte nicht mehr. Wir lassen sie eilig hinter uns. Aber da sehen wir ihn: einen Wasserlauf in steinerner Rinne. Munter plätschert er uns von einem höher gelegenen Teich im Humboldthain entgegen. Dort setzt Till sein zuvor gefaltetes Papierschiffchen aus. SOS! Schon unter der Holzbrücke bleibt es stecken und muss mit einem Ast befreit werden. Es trägt den Schriftzug „Schule ahoi!“
Inzwischen hat Till sein erstes Schuljahr geschafft. In den Sommerferien wollen wir uns noch mal die Rutschbahn vornehmen.
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Der Text ist im Kiezmagazin „Sommer im Kiez“ enthalten, das im zweiten Quartal 2019 erschienen ist. Weitere Text aus dieser Ausgabe sind im Beitrag Neues Kiezmagazin: Sommer im Kiez gesammelt und verlinkt.

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