Bei vier Aktionstagen im Park am Nordbahnhof geht es ab Freitag, dem 4. Juli, um Umweltschutz und Natur in öffentlichen Parks. Unter dem Titel „Et in arcadia ego“ (lateinisch für „Auch ich war in Arkadien“) sind Aufräumaktionen, Performances, Workshops und eine Ausstellung geplant.

Die Aktionstage beginnen am Freitag, dem 4. Juli, um 17 Uhr mit einer Aufräumaktion für alle. Um 19 Uhr ist eine Performance von Paulette Penje geplant. Am Samstag (5.7.) und Sonntag (6.7.) finden zwischen 15 und 20 Uhr verschiedene Workshops statt. Die Teilnehmenden können zum Beispiel Collagen aus Bonbonpapier basteln, auf Plastikverpackungen malen oder einen Konzeptspaziergang durch den Park machen. Künstler:innen der Graffiti Lobby Berlin zeigen ein Kunstwerk zum Thema Müllvermeidung im Park.

Der Ausstellungstitel „Et in arcadia ego“ bezieht sich übrigens auf Nicolas Poussin und sein gleichnamiges Gemälde. Das stellt idyllische Landschaften und Natur in Harmonie mit Hirten und mythischen Protagonisten dar. Die Künstler:innengruppe „e-mERGING artiSTS“ nimmt auf ihrer Webseite auf das Gemälde Bezug: „Auch dieser Park am Nordbahnhof sollte ursprünglich ein idyllischer Ort sein, an dem sich die Menschen erholen und die vergängliche Schönheit der Natur auf dieser symbolträchtigen Topografie eines nicht mehr existierenden Berliner Hauptbahnhofs genießen können. Unsere Aufgabe ist es, diesen Park zu retten, indem wir die Menschen mit den Mitteln der Kunst erreichen.“ Die Künstler:innen prangern mit ihrer Aktion die Vermüllung des Parks am Nordbahnhof durch Sprühdosen der Graffitikünstler:innen, Zigarettenkippen und leere Flaschen an.

Kuratiert werden die Aktionstage von Dr. Lily Fürstenow von der Künstler:innengruppe „e-mERGING artiSTS“. Finanziert wird das Projekt von der Stadtteilkoordination Brunnenstraße-Süd. Das vollständige Programm ist auf der Webseite der Stadtteilkoordination zu finden.
Der Park am Nordbahnhof
Auf dem heutigen Park am Nordbahnhof verlief früher die Berliner Mauer. Der einstige Mauerverlauf ist heute mit Pflastersteinen markiert. Ein kleiner Teil des Parks befindet sich heute im Brunnenviertel (Gesundbrunnen), der größere Teil liegt in Alt-Mitte. Noch weiter zurück war auf dem Areal der Stettiner Bahnhof.


Der Park ist 5,5 Hektar groß und wurde 2009 als naturnahe Grünfläche mit einigen Spielflächen eröffnet. Der Park mit Blick zum Fernsehturm wird stark zum Spaziergehen mit und ohne Hund sowie zum Joggen genutzt. Es gibt mit Beach Mitte einen Volleyballplatz und Hochseilgarten sowie bald eine Minigolfanlage.
Auch die Sprayer haben hier eine Heimat gefunden. Viele Jahre hat sich die Graffiti Lobby Berlin dafür eingesetzt, im Park geduldete Graffitiwände zu legalisieren. Nach zehn Jahren erfolgte die offizielle Freigabe durch den Bezirk 2023, es entstand eine der größten Hall of Fames der Hauptstadt. Die Graffiti Lobby Berlin schrieb zur Eröffnung: „Die North Side Gallery ist die bisher erste und einzige legale Graffiti Wand in Mitte. Damit wurde ein Begegnungsort geschaffen. Dieser ermöglicht neben der künstlerischen Qualitätssteigerung sowohl den Austausch innerhalb der Szene, als auch mit der Stadtgesellschaft. Die Voraussetzung zum Erhalt ist der gute Umgang untereinander.“
Mehr zum Nordbahnhofpark steht im Beitrag Immer an den Schienen lang.


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