Alexander Puell: Mein Platz im Mauerpark

Alexander Puell ist Vorsitzender des Freunde des Mauerpark e.V. und engagiert sich für das bunte Leben auf der Grünfläche in Nachbarschaft zum Brunnenviertel. Hier spricht er über seine Motivation für das Ehrenamt.

Alexander Puell im Mauerpark, für den er sich seit Jahren einsetzt. Foto: Peter Kagerer
Alexander Puell im Mauerpark, für den er sich seit Jahren einsetzt. Foto: Peter Kagerer

Es gibt diese besonderen Momente im Mauerpark – Augenblicke, in denen die Zeit kurz stillzustehen scheint. Wenn an warmen Nachmittagen Seifenblasen durch die Luft tanzen, lachende Kinder über die Wiese tollen und Musiker:innen wildfremde Menschen zum Tanzen bringen. Wenn Nachbar:innen, Künstler:innen und Tourist:innen wie selbstverständlich ein spontanes Fest feiern, spürt man: Hier wächst die Welt wieder zusammen, die sich in diesen dunklen Zeiten so leicht spalten lässt.

Verantwortung, die verbindet

In diesen Momenten steckt eine besondere Kraft – sie entsteht durch stilles, freiwilliges Engagement. Durch Menschen, die ihre Freizeit investieren, damit dieser Ort so frei, bunt und lebendig bleibt.

Ehrenamt ist keine klassische Arbeit. Es ist vielmehr eine Haltung: „Ich kann und möchte dazu beitragen, die Welt ein kleines Stück besser zu machen.“ Freiwillig, selbstbestimmt – und ganz ohne Egoismus. In einer Welt, die alles in Effizienz, Output und Nutzen misst, wirkt diese Haltung fast altmodisch. Kein Gehalt, keine Karriere, kein eigener Vorteil. Aber sie schenkt Sinn, stärkt den inneren Kompass und zeigt uns, dass Gutes tun glücklich macht.

Für mich hat das Ehrenamt noch einen weiteren unschätzbaren Wert: Es baut Brücken – zwischen Kopf und Herz, zwischen mir als Menschen und der Gemeinschaft. Wenn ich mich engagiere, spüre ich Verantwortung nicht als Last, sondern als Kraftquelle.

Friedliche Walpurgisnacht im Mauerpark. Foto: Peter Kagerer

Gemeinsam gestalten

Natürlich ist Ehrenamt kein Spaziergang. Es gibt Tage, an denen der Regen alles durchkreuzt, alte Konflikte wieder aufbrechen oder gute Ideen irgendwo in Amtsstuben versanden. Aber genau das ist die Schule des Engagements: hinfallen, aufstehen, weitermachen – und Lösungen finden, die vorher niemand gesehen hat. Jedes Problem schärft den Blick für die passende Lösung, jeder Rückschlag stärkt die Resilienz.

Was dabei entsteht, ist weit mehr als bloße Freiwilligenarbeit. Es ist gelebte Demokratie. Menschen übernehmen Verantwortung füreinander und für einen Ort, der ihnen am Herzen liegt. Sie verhandeln Räume, in denen man sich auf Augenhöhe begegnet – ohne Geld, ohne Hierarchie.

Der Mauerpark zeigt im Kleinen, was im Großen unsere Gesellschaft trägt: Vielfalt, Freiheit und der Wille, gemeinsam etwas zu gestalten. Dieser Park ist keine gewöhnliche Grünfläche, sondern ein lebendiges Beispiel dafür, was durch das Ehrenamt entstehen kann: Orte, an denen Gemeinschaft wieder spürbar wird. Denn Gemeinschaft kann man weder kaufen noch ärztlich verordnen. Gemeinschaft entsteht, wenn Menschen Verantwortung übernehmen.

Ehrenamtlich. Einfach, weil sie wollen.

Mitmachen bei den Freunden des Mauerparks

Der Verein Freunde des Mauerpark e.V. freut sich über weitere Mitstreiter:innen, die sich für das bunte und vielfältige Leben im Mauerpark einsetzen möchten. Der Verein organisiert unter anderem Putzaktionen, sorgt für die Instandhaltung des Parks (durch engen Kontakt mit den zuständigen Behörden und Grün Berlin), unterstützt Initiativen und Künstler:innen und organisiert jedes Jahr am 30. April die Friedvolle Walpurgisnacht.

Wer dabei sein möchte, kann per E-Mail unter info@mauerpark.info Kontakt aufnehmen. Mehr über den Verein ist online auf der Webseite www.mauerpark.info zu finden.

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