Flick und Flack: Neu im Atze Musiktheater

Wann ist der richtige Moment für den allerersten Theaterbesuch im Leben? Wie müsste ein Stück sein, dass den Allerkleinsten gefällt? Diese Frage hat das Atze Musiktheater am Sonntag (9.2.) neu beantwortet. An dem Tag hatte „Flick und Flack – Freunde werden“ Premiere.

Eine Szene aus "Flick und Flack - Freunde werden" im Atze Musiktheater. Foto: Barbara Eismann
Eine Szene aus „Flick und Flack – Freunde werden“ im Atze Musiktheater. Foto: Barbara Eismann

Was soll man über ein Stück sagen, das keine Worte hat, keine Musik, nur einige Kläge? Die Frage hat bei der Premierenfeier den Redner beschäftigt. Und sie beschäftigt natürlich auch die Rezensentin. Die Zuschauer:innen haben ihre ganz eigenen Antworten gefunden. Die Erwachsenen haben nach der Premiere diskutiert, ob es sich um Schäfchen handelt, um Schneeflocken oder um Wolken, die da gerade noch über die Studiobühne wirbelten. Ist ein weiß geschminktes Gesicht vielleicht zu gruselig für ein dreijähriges Kind? Die Kinder haben vorn in den ersten Reihen oder auf dem Schoß von Mama oder Papa zugeschaut, zugehört, gelacht und jedenfalls ihren Spaß gehabt. „Quatschkopf!“ hat ein Kind irgendwann gerufen und damit das überwiegend stille Geschehen auf der Bühne kommentiert.

Dass es ganz still war, kann man allerdings nicht sagen. In Metallrahmen (die einmal Bauzäunen waren) waren gold glänzende Dosen gespannt, Klangstäbe, eine Pfanne, ein Blech und andere Utensilien aufgehängt. Ein Mann in blauer Kleidung und mit blauer Mütze brachte diese Dinge zum Klingen. Er war es auch, der die Kinder zum Klingen gebracht hat, Entschuldigung, zum Klatschen, Händereiben, Quietschen und Trampeln. Ob er ein Hausmeister war oder vielleicht Gott, spielte dabei eigentlich keine Rolle. Egal war dann auch, welche der beiden schneeflockenweißen Wolkenschaf-Figuren Flick ist und welche Flack. Es tut einfach nichts zur Sache.

Eine Szene aus "Flick und Flack - Freunde werden" im Atze Musiktheater. Foto: Barbara Eismann
Eine Szene aus „Flick und Flack – Freunde werden“ im Atze Musiktheater. Foto: Barbara Eismann

Ein Bewegungstheaterstück mit Geräuschen ist „Flick und Flack – Freunde werden“. Pantomimisch bewegen sich die beiden Charaktere über die mit Wolkenteppichen ausstaffierten Bühne: sie treffen aufeinander, lernen sich kennen, überwinden ganz konkrete Probleme und spielen zusammen, werden Freunde. Als Erwachsener mag man den Sinn dafür, diese ganz einfache Kommunikation, diese spielerisch-tänzerische Erzählung intuitiv zu erfassen, verloren haben. Doch die Kinder, zumal die kleinsten, verstehen genau, was auf der Bühne geschieht. Es geht um Freundschaft und darum, gemeinsam Hürden zu überwinden. Wer den kleinen Zuschauerinnen und Zuschauern in der abgedunkelten Studiobühne zugehört hat, der versteht: die, für die es gedacht ist, haben verstanden und sich amüsiert.

„Flick und Flack – Freunde werden“ fügt sich ein in den Reigen der Atze-Stücke für kleine Theater-Anfängerinnen und -Anfänger wie „Kling Klang“, „Oh wie schön ist Panama“, „eine Woche voller SAMStage“, „Mäuseken Wackelohr“ oder „Das NEINhorn“. Es ist für Kinder ab drei Jahren geeignet und der Zielgruppe entsprechend spielerische 40 Minuten lang, ohne Pause. Zum Einstieg in die Theaterwelt ist das neue Stück gut geeignet – für Kitagruppen oder Familien.

Wer bei der anschließenden Premierenfeier als Mäuschen gespielt hätte, der hätte in den Gesprächen hören können, dass hier ein weiteres Mal eine Schauspielerin gebeten wurde, die Perspektive zu wechseln und auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. „Flick und Flick – Freunde werden“ ist es eine weitere Stückentwicklung von Claudia Renner, die bereits „Kling Klang“ auf die Atze-Bühne gebracht hat. Mit Mut zur Lücke könnte man beschreiben, was sie offensichtlich inspiriert hat bei ihrer Arbeit am Stück mit den poetischen Bildern: keine Worte, keine Musik und nur drei Figuren auf der Bühne.

Das Ensemble, bestehend aus Jan Lorys, Mora Thurow (Flick/Flack) und Christian-O. Hille (Hausmeister/Gott/Klänge), nimmt die jungen Besucher:innen tänzelnd an die Hand und öffnet ihnen eine Tür in die Welt des Theaters. Sie tun das sehr behutsam, langsam und mit einer Situationskomik, die Kinderherzen erreichen kann.

Applaus für Darsteller:innen und Team bei der Premiere von "Flick und Flack - Freunde werden". Foto: Hensel
Applaus fürs Team bei der Premiere von „Flick und Flack – Freunde werden“. Foto: Hensel
Das Plakat für das neue Stück im Atze-Spielplan. Foto: Hensel
Das Plakat für das neue Stück im Atze-Spielplan. Foto: Hensel

Flick und Flack: Organisatorisches

„Flick und Flack – Freunde werden“ ist ab sofort Bestandteil des Spielplans im Atze Musiktheater. Das Stück für Kinder ab drei Jahren wird das nächste Mal am Freitag, dem 7. März um 10 Uhr und am Samstag, dem 8. März um 15 Uhr gezeigt. Die Vorführungen sind jeweils in der Studiobühne im Musiktheater in der Luxemburger Straße 20 – direkt am U-Bahnhof Amrumer Straße. Weitere Termine: 19. März (ausverkauft!) und 20. März um 9 Uhr. Tickets können per E-Mail unter tickets@atzeberlin.de oder telefonisch unter (030) 81 79 91 88 bestellt werden. Weitere Informationen zum Atze Musiktheater gibt es auf der Webseite atzeberlin.de.

Das Atze Musiktheater in der Luxemburger Straße. Foto: Hensel
Das Atze Musiktheater in der Luxemburger Straße. Foto: Hensel

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Kommentar

  1. Avatar von Susanne Haun

    Danke für den Hinweis, Dominique!

    Tatsächlich gehen wir mit der 4jährigen noch im Februar ins Atze Musiktheater. Wir schauen „Lotta zieht um“. Es ist ihr erster Theaterbesuch.
    Wir sind gespannt 🤩!

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