Bewegungsfreiräume: Stufe für Stufe

Der Rollers e.V. zeigt mit dem Projekt Bewegungsfreiräume im Brunnenviertel Barrieren auf und will helfen, sie zu reduzieren.

Innen Fahrstuhl, außen Stufe. Foto: Alex Koch
Innen Fahrstuhl, außen Stufe. Foto: Alex Koch

Wer wollte schon einmal eine Freundin besuchen und musste unverrichteter Dinge umkehren, weil er wegen der halben Treppe den Aufzug nicht erreichte? Oder wer stand schon einmal vor einem netten Laden und konnte ihn wegen einer einzigen Stufe am Eingang nicht betreten? Das sind Situationen, die Menschen mit Mobilitätseinschränkungen täglich erleben.

Im Rahmen des Projektes „Bewegungsfreiräume im Brunnenviertel“ sind bei Kiez-Spaziergängen Barrieren aufgefallen, die sich mit einfachen Mitteln beseitigen ließen. So gibt es im Viertel Häuser, die zwar mit einem Aufzug erschlossen sind, zu denen Menschen mit Rollatoren, Rollstühlen oder Kinderwagen aber trotzdem keinen Zugang haben. Es hindert sie nur eine einzige Stufe am Hauseingang. Ohne diese Stufe, das stellte sich bei den Spaziergängen heraus, wären im Brunnenviertel zwölf weitere Wohnungen barrierefrei zu erreichen.

Kleine Hindernisse, große Auswirkung

Solche vermeintlich kleinen Hindernisse können für viele Menschen erhebliche Auswirkungen haben. Ein fehlender Haltegriff kann selbst eine Stufe für Menschen mit Gehunsicherheiten zu einem unüberwindbaren Hindernis machen. In fast allen Fällen wären solche Probleme zu vermeiden gewesen, hätten Planer die Bedürfnisse von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen als Thema ihrer Planungen erkannt.

Abgesenkter Bordstein – zugeparkt. Foto: Alex Koch
Abgesenkter Bordstein im Brunnenviertel – leider zugeparkt. Foto: Alex Koch

Der Rollers e.V. ist mit seinem Projekt angetreten, den Blick von Planern und Akteuren der Wohnungswirtschaft für solche Probleme zu schärfen. Nicht zuletzt sollen die Bewohner sensibilisiert werden, denn auch zugeparkte abgesenkte Bordsteinkanten sind Barrieren. Das Projekt wird vom Quartiersmanagement Brunnenstraße mit Mitteln aus dem Programm „Soziale Stadt“ unterstützt.

Der Verein arbeitet eng mit verschiedenen lokalen Künstlern zusammen, unter anderem vom Club der internationalen Raumforscher. Ein Ziel ist neben dem Aufzeigen der Probleme die Entwicklung kostengünstiger Ansätze zur Beseitigung von Barrieren. Das Projekt läuft noch bis Ende 2017. Rollers e.V. plant eine Projektwebsite, um Ergebnisse vorzustellen.

Text und Fotos: Alex Koch

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Der Text ist auch im gedruckten Kiezmagazin erschienen. Er ist im Heft enthalten, das im zweiten Quartal 2016 erschienen ist. Weitere Texte aus dieser Ausgabe sind im Beitrag Neues Kiezmagazin: Barrieren im Kiez verlinkt.

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