Wieder liegen Blumen an der Berliner Mauer in der Bernauer Straße. Gerade hat sich der Beginn des Baus der Berliner Mauer zum 63. Mal gejährt, Politikerinnen und Politiker haben am Dienstag (13.8.) Kränze niedergelegt. Die frühere Teilung gehört bis heute zur DNA der Stadt. Und schon stehen neue Termine an.
Der Mauerfall von 35 Jahren ist Anlass für die Reihe „Mein Kiez. Geschichte(n) des geteilten Berlins“. In der vom Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur initiierten Reihe stehen die Nachbarkieze Mitte und Wedding im Mittelpunkt. Dabei geht es um den Alltag in den Kiezen in Ostberlin und Westberlin. Während der Veranstaltungsteil, der in Mitte stattfindet, schon in den nächsten Tagen terminiert ist, der Start ist heute, findet der Wedding-Teil im September statt. Neben mehreren Kiezspaziergängen gibt es am 19. September ein Kiezgespräch im Centre Français de Berlin in der Müllerstraße.

Im Mittelpunkt der Reihe stehen die Fragen, wie sich das geteilte Berlin entwickelt hat und welche Rolle die SED-Diktatur im Leben der Menschen auf beiden Seiten der Mauer spielte. Das sind die konkreten Termine:
Kiezgespräch in Mitte
Unter der Überschrift „Mitte – Machtzentrum Ost-Berlins“ geht es in einem Kiezgespräch am Donnerstag (15.8.) ab 18 Uhr um Umbaumaßnahmen und Stadtplanung in der Aufbauzeit nach dem Zweiten Weltkrieg im Osten und wie sich beides auf das Leben in Mitte ausgewirkt hat. Besprochen wird auch wie sehr der Kiez nach 1961 noch mit Westberlin verflochten war. Als Gäste sind Dr. Gerhard Sälter von der Stiftung Berliner Mauer sowie die Architekturhistorikerin Dr.-Ing. Stefanie Brünenberg eingeladen. Die Veranstaltung findet in der Philipp-Schaeffer-Bibliothek in der Brunnenstraße 181 nahe des Rosenthaler Platzes statt.
Kiezspaziergänge in Mitte
Für den heutigen Ortsteil Mitte sind zudem drei Kiezspaziergänge unter der Überschrift „Macht und Mitte“ geplant. Der erste findet direkt vor dem Kiezgespräch am Donnerstag (15.8.) statt. Der Stadt- und Kulturhistoriker Tim Köhler führt von der Chausseestraße Richtung Nordbahnhof durch Ostberlins unbekanntere Mitte. Treffpunkt ist in der Chausseestraße 131 (Ecke Hannoversche Straße). Der Kiezspaziergang wird noch zwei Mal wiederholt: am Samstag (17.8.) um 11 Uhr und am Dienstag (20.8.) um 17 Uhr.

Kiezgespräch im Wedding
Im zweiten Teil der Reihe geht es am 19. September ab 18 Uhr um den Wedding. „Wedding während der Teilung“ ist das Gespräch überschrieben, zu dem Bernd Schimmler, (Bezirksstadtrat a. D. und Vorsitzender des Heimatvereins Wedding e.V.) sowie Uta Birkemeyer vom Alliiertenmuseum Berlin eingeladen sind. Zu Beginn der Veranstaltung soll der kurze Film „Berliner Straßen heute: Müllerstraße“ vom 12. Mai 1964 gezeigt werden. Anschließend diskutieren die Gäste die Auswirkungen des Mauerbaus auf den Arbeiterkiez Wedding. „Große Fabriken und Mietskasernen prägten das Gesicht des Viertels.
Nach 1945 befand sich das Hauptquartier der französischen Garnison im Wedding. Wie beeinflusste dies den Alltag der Menschen?“, wird in der Veranstaltungsbeschreibung gefragt. Auch die Reaktion der Weddingerinnen und Weddinger auf den Mauerfall 1989 ist bei diesem Kiezgespräch von Interesse. Die Veranstaltung findet im Centre Français de Berlin in der Müllerstraße 74 statt.
Kiezspaziergänge im Wedding
Die Kiezspaziergänge im Wedding stehen unter dem Motto „Arbeit und Armut“. Der Stadt- und Kulturhistoriker Tim Köhler begibt sich mit den Teilnehmenden auf die Suche nach den Spuren der Industrie- und Sozialgeschichte. Treffpunkt ist jeweils das Evangelische Gemeindezentrum Schillerhöhe in der Brienzer Straße 22 in der Siedlung Schillerhöhe. Der Spaziergänge sind am 17. September um 17 Uhr, am 19. September um 16 Uhr und am 21. September um 11 Uhr.
Für alle Veranstaltungen wird um Anmeldung unter veranstaltungen@aufarbeitung-berlin.de gebeten.

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