Was nimmst du mit auf eine einsame Insel oder in deine viel zu kleine Wohnung im Wedding? Auf jeden Fall „Das Wedding Buch“ von Aro Kuhrt. Es ist jüngst erschienen und versammelt alles Wissenswerte über Wedding und Gesundbrunnen. Wirklich alles. 400 Gramm wiegt das Buch und es sagt dem Leser schon beim In-die-Hand-nehmen: Das lohnt sich.

Anders als die weiterhin wichtigen Geschichtsbücher „Der Wedding. Auf dem Weg von Rot nach Bunt“ (2006) von Gerhild Komander und „Der Wedding“ (2022) von Bernd Schimmler ist das Buch bunt. Es bringt Farbe ins Geschichtsbuch. Und Geschichtliches nimmt einen großen Teil der 220 Seiten in „Das Wedding Buch“ ein. Gleichzeitig enthält es nicht ausschließlich Weddinger Geschichte; es gibt zusätzlich Spaziergänge durch den heutigen Wedding.
Es unterscheidet sich vom großartigen „Berlin-Wedding. Das Fotobuch“ (2017) und die zuvor erschienenen Magazine „Der Wedding. Magazin für Alltagskultur“ von Julia Boek und Axel Völcker. Im Vergleicht mit diesen Layoutperlen bleibt „Das Wedding Buch“ bodenständig. Das Buch richtet sich nicht an Gourmets der Gestaltung, sondern an den berühmten Otto Normalverbraucher (Einschub: Der Platzhaltername Otto Normalverbraucher geht zurück auf die von Gert Fröbe gespielte Figur im Film „Berliner Ballade“ von 1948. Konnte mich nicht zurückhalten, das einzustreuen).
Eine Reise durch den Wedding
„Das Wedding Buch – Eine Reise durch den Wedding“ ist ein Mosaik. Bereits das Cover mit seinen 15 (oder 16?) ineinander verschachtelten Fotos signalisiert das Kaleidoskopartige der Sammlung an Weddingeinblicken. Aro Kuhrt beschreibt sein Buch so: „In über 80 Artikeln und rund 200 Fotos wird der Wedding in all seinen Facetten auf lockere Weise dargestellt.“ Unbekannte Orte werden vorgestellt, es gibt Blicke in die Geschichte und Beobachtungen des Weddinger Alltags, so der Autor.
Mit der Geschichte des Weddings hat sich Aro Kuhrt zuvor in mehreren Projekten beschäftigt wie zum Beispiel zur Geschichte der Brunnenstraße oder der Ackerstraße. Dass der Autor aus dem Vollen schöpft, ist dem Buch anzumerken. Gleichzeitig ist Aro Kuhrt niemand, der in Archive geht, um völlig neue Perspektiven zu belegen. Es setzt auch keine Schwerpunkte auf bislang wenig erforschte Fragen, wie das jüdische Leben am Wedding, wie es das vor zwei Jahren erschiene Buch „Bittersweet“ von Carsten Schmidt es macht.
Auch Frauengeschichte wie in „Mut. Hoffnung. Widerstand“ (2024) von Walter Frey und Brunhilde Wehinger spielt nur eine Rolle am Rande. „Das Wedding Buch“ ist ein umfassender Allrounder. Ein Werk, das alles anstupst, ohne sich in Details zu verlieren. Es enthält das Grundwissen für alle, die wissen wollen, was dieser Wedding eigentlich ist und sein soll. Für Interessierte schenkt das Buch unauffällig in Dünnschrift noch unter die Seitenzahlen platziert eine umfassende Chronik. Es ist ein modernes Heimatbuch (oder Zuhausebuch) über Geschichte, Vergangenes, Orte und Heute.
Gut zu wissen
Das Buch kostet 13 Euro und kann im Buchhandel gekauft und online bestellt werden: www.wedding-reise.de. Wer mag, kann auch in Aro Kuhrts weiteren zahlreichen Projekten stöbern, zum Beispiel im Blog www.berlinstreet.de.
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Kommentare
Morjen na den weß ick ja wat ick heute noch machen werde… Buch bestellen.
Der Hinweis am Ende jedes Artikels wird jetzt wohl zum rennenden Witz….:)))
Gute Morgen! Der Hinweis am Ende jedes Artikels ist zwar vielleicht auf den ersten Blick witzig. Er hat aber einen ernsten Hintergrund. KI ist eine neue Technologie, wir alle müssen erst noch einen guten Umgang damit finden. Leider verwenden sie einige Medien für meinen Geschmack etwas zu unreflektiert, einfach, weil das scheinbar so viel Arbeit spart. Das finde ich falsch. Und es wird einfach zu oft nicht gekennzeichnet. Das finde ich noch schlimmer. Wer sich damit beschäftigt, merkt es aber gelegentlich schon, dass hier Textdoping gemacht wird. Ich dachte mir: Ich drehe das mal um. Ich kennzeichne, dass keine KI am Werk ist. Vielleicht ein Anstoß für die eine oder den anderen, mal kurz darüber nachzudenken. Insofern wird der Satz am Ende der Artikel bei uns jetzt eine Weile bleiben.
Viele Spaß beim Wedding-Buch-Schmöckern!
Buch ist schon bestellt !!
Steht doch auch in dem Artikel den ich gestern verlinkt hatte, das es viele benutzen weil es einfacher ist … muss die Omme nich anjerejt werden … ohoh großer Fehler – wir haben schon genug die nur noch uff dit Wischtelefon klotzen.
Selbst in der Berliner Z stehen schon oft KI-Artikel , zb kurze Polizeimeldungen und der gleichen.
Nein eine KI brauchen wir nicht , ok das ist es nicht aber originel – ham wa uns beede mal wida jeeinicht :)
Grüße
Sehr gut! Vielfach merkt man deutlich die „künstliche“ Intelligenz und denkt sich, daß der Gebrauch natürlicher Intelligenz mit Abstand weiterführend ist.
So ein Buch ist Gold wert, vor allem für Neuberliner*innen. Früher, noch analoge Zeiten, habe ich mich auch über jedes Sonderheft oder stadtbezogene Infos von hobo, Zitty und tip magazin gefreut.
Dass nun ein Wedding-Buch so schwer und dick wie eines der drei damaligen Berliner Telefonbücher für Privatanschlüsse (neben den Gelben Seiten, die auch zwei dicke Bände waren) rauskommt über Wedding mit seinen vielen Projekten ist klasse: immerhin haben wir in Mitte-Nord von Allem auch, was die Hauptstadt hat und bietet!
https://weristarokuhrt.tem.li/
Da gibt’s nix mehr zu sagen, aber krass, dass ihr solche Leute bewerbt.
Aro Kuhrt äußert sich auf einer Webseite mit ähnlicher URL: https://weristarokuhrt.de.
Lieber Andrej Schnell,
warum kontern sie den berechtigten Hinweis auf die Vorwürfe gegen den Autor mit einer Seite, welche vom mutmaßlichen Täter aufgesetzt wurde? Ein einordnender Hinweis wäre deutlich seriöser.
Ich empfehle als Pressespiegel:
1.) https://taz.de/Missbrauch-in-der-Antifa/!6054037/
2.) https://www.freitag.de/autoren/sebastian-baehr/frueher-antifas-jetzt-familienvaeter-die-edelweisspiraten-arbeiten-missbrauch-auf
3.) https://web.archive.org/web/20250619073608/https://www.jungewelt.de/artikel/502249.p%C3%A4dosexualit%C3%A4t-nbsp-im-kollektiv.html
4.) https://www.nd-aktuell.de/artikel/1188883.sexueller-missbrauch-aro-pipo-k-ein-linker-kinderfreund-in-der-antifa.html
5.) https://www.aufarbeitungskommission.de/kommission/forschung-studien-kindesmissbrauch/vorstudie-paedosexuelle-netzwerke-berlin/
an das brunnenmagazin: wäre es mit diesen Informationen zum Autor nicht angebracht den artikel nochmal zu überarbeiten und vor allem ganz schnell die klare kaufempfehlung die hier gegeben wird zurückzunehmen?
Es ist schon sehr bedenklich, dass hier das Buch eines offensichtlichen Kinderschänder beworben wird.
Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
Leute was stimmt nicht? Werbung für einen Pedo? Geht es noch?
Wenn ich mir die Kommentare hier anschaue, wurde doch sehr deutlich auf diesen Punkt hingewiesen.
Persönliche Vorwürfe gegen den Autor können wir nicht prüfen. Unserer Kenntnis nach gibt es nur Vorwürfe auf anonymen Internetseiten und einzelne Medienberichte, die sich auf diese anonymen Anschuldigungen beziehen. Die Anschuldigungen sind schwerwiegend, lassen sich aber nicht prüfen. Kritik konnte geäußert werden. Die reine Wiederholung von anonymen, nicht nachprüfbaren Anschuldigungen möchten wir hier jedoch nicht.
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