Zusammen Trommeln, Tanzen und Singen ist das älteste Gemeinschaftserlebnis der Menschheit. Immer wieder Sonntag: Thomas Koch über den Drum Circle im Mauerpark und den gemeinsamen Rhythmus als vereinende Kraft.

Seit Jahren existiert im Mauerpark ein musikalisches Ereignis, bei dem man etwas besonders Verbindendes erleben kann: Beim Trommeln spürt man besonders deutlich seine Sensibilität. Man fühlt seine Musikalität und improvisiert zusammen mit allen anderen einen einzigen spontanen Groove!
Zum Drum Circle der Mauerparker Trommelistas kommen Sonntagnachmittag am Stein-Viereck alle Beat-Begeisterten, egal welchen Alters und welcher Herkunft. Anfänger und Profis, Erwachsene, Kinder. Ob Einheimische, Touristen, Zugezogene und Durchwandernde, Menschen mit Handicap und ohne: Es trommelt, wer es mag! Die Weltsprache Musik vereint Menschen über alle definierenden Eigenschaften wie Nationalität, Geschlecht, Identität, Sprache, Glaube, Beruf und Weltanschauung hinweg. Integration ist beim Drum Circle kein Wort – Integration IST!
Friedliche interkulturelle Begegnung
Der Drum Circle verknüpft die Wiedervereinigungs-Historie des ehemaligen Todesstreifens mit der verbindenden Gegenwart der Kultur-Oase Mauerpark und steht wie kein anderes Ereignis für den völkerverständigenden Geist dieses Ortes. Es bleibt wichtig, öffentliche soziokulturelle Räume zu haben, in denen Menschen erleben können, wie wenig die Integrationsfähigkeit eines Menschen von dessen Geburtsland, ethnischer Herkunft, religiöser Überzeugung, asylpolitischem Status oder Ernährungsgewohnheit abhängt. Beim Trommeln in Gemeinschaft lösen sich die teils mentalen Grenzen auf und es entsteht ein Zusammensein in Lebendigkeit und Freude. Friedlicher kann interkulturelle Begegnung nicht sein!

Der Mauerpark Drum Circle ist als Sozialprojekt unverzichtbar. Seine Historie, seine Entwicklung und seine Funktion geben ihm eine besondere Schutzwürdigkeit. Das Trommeln hat neben seinem positiven Wesen einen hohen Nutzen für das gesamtgesellschaftliche Klima, denn es steht für die Internationalität dieser ganz speziellen Berliner Grünfläche.
Petition und Spendensammlung
Weil Musik Geräusche macht, ist auch der Drum Circle in besonderer Weise auf die Toleranz der Anwohner angewiesen. Die Mauerpark-Akteure haben eine Petition gestartet, in der gemeinsame Lösungsansätze gefunden und mithilfe des Bezirks umgesetzt werden sollen. Auch aus der Trommelgruppe heraus wurde eine Petition ins Leben gerufen, in der auf die Notwendigkeit der Unterstützung durch die Freunde und Gäste der freien Session hingewiesen wird und mit der um Unterschrift geworben wird. Über eine Spendensammlung möchte auch der Drum Circle langfristig einer verträglichen Ko-Existenz mit der Nachbarschaft zuarbeiten können.
Text: Thomas Koch
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