Vor einem Jahr haben sich sieben brasilianischstämmige Frauen zum Frauenkollektiv Janainas zusammengeschlossen. Gemeinsam führen sie im Brunnenviertel Projekte für Migrantinnen durch.

Das Frauenkollektiv Janainas ist seit September 2018 aktiv und bereits mit mehreren Aktionen im Kiez in Erscheinung getreten. Das Hauptziel der Frauen ist es, anderen Migrantinnen die Möglichkeit zu geben, sich mit ihren Fähigkeiten besser einbringen zu können und Vertrauen in ihre Stärken zu bekommen. Diese Stärken und Kompetenzen können dann für eine bessere Integration genutzt werden. So erhalten die Frauen auch eine Stimme und können ihren Platz in der Gesellschaft einfordern.
Die Frauen wissen aus eigener Erfahrung: Für Migrantinnen ist insbesondere die (Wieder-)Eingliederung in den Arbeitsmarkt schwierig. Entweder haben sie keine anerkannte berufliche Ausbildung oder das Anerkennungsverfahren ist aufgrund der Sprachbarriere und der Bürokratie so aufwändig, dass sie nicht wagen, es zu beginnen. Oder sie fühlen sich nach einer Mutterschaft aus der Gesellschaft ausgeschlossen, wenn sie zu Hause für die Familie sorgen müssen, während sich die Ehemänner durch die Arbeit und die Kinder durch die Schule integrieren können.

Frauenkollektiv Janainas startete mit Vorträgen
Das Kollektiv startete im Februar 2019 in Kooperation mit dem Olaf-Palme-Zentrum mit einer monatlichen Veranstaltungsreihe. „Frauen (er)zählen“ lädt Frauen dazu ein, Vorträge zu halten und über ihr Leben oder ihre Projekte zu erzählen. Neben diesen Veranstaltungen führt die Gruppe Workshops, Austauschtreffen und Beratungen durch.
Auch mit dem Brunnenviertel e.V. hat das Frauenkollektiv Janainas bereits Kontakt aufgenommen. Unter dessen Dach wollen die Frauen die Wissensbörse, die Plattform für Wissensaustauch und Vernetzung erweitern. Mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Pfefferwerk legt die Wissensbörse 2.0 ihren Fokus auf Angebote für Migrantinnen. Als Pilotprojekt werden ab August Austauschseminare angeboten, bei denen Berufe, Ausbildungen und andere Aspekte des Arbeitsmarkts vorgestellt werden. Dadurch sollen die Frauen Kontakt mit Profis aus verschiedenen Bereichen haben und durch die Gespräche auch die Möglichkeit bekommen, die deutsche Sprache zu üben.
Die Reihe „Frauen (er)zählen“ findet an jedem ersten Dienstag im Monat um 19.30 Uhr im Olof-Palme-Zentrum, Demminer Straße 28 statt.

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Mehr zum Verein gibt es unter www.janainas.org. Weitere Beiträge über das interkulturelle Leben im Wedding und in Gesundbrunnen stehen auf der Seite Interkulturelles Leben im Wedding.
Der Text ist im Kiezmagazin „Eine Spielwiese für alle“ enthalten, das im dritten Quartal 2019 erschienen ist. Weitere Text aus dieser Ausgabe sind im Beitrag Kiezmagazin unterwegs im Humboldthain gesammelt und verlinkt.

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