Wo Frauen gemeinsam wachsen

Der Verein Janainas e. V. unterstützt in Berlin lebende Migrantinnen dabei, ihre Fähigkeiten zu entfalten. Evelyne Leandro erzählt, wie das geht.

´Von links: Letícia Utermohl, Daniela Gaeta und Evelyne Leandro vor der Ausstellung mit den Mandalas 
im Olof-Palme-Zentrum. Foto: Isadora Xavier
´Von links: Letícia Utermohl, Daniela Gaeta und Evelyne Leandro vor der Ausstellung mit den Mandalas
im Olof-Palme-Zentrum. Foto: Isadora Xavier

Der Janainas e.V. ist eine migrantische Organisation, die von brasilianischen Frauen in Berlin im September 2018 gegründet wurde. Es sind Brasilianerinnen, die ihre Heimat im multikulturellen Berlin gefunden haben. Unser Ziel ist es, zugewanderten Frauen einen fruchtbaren Boden zu geben, ihre Fähigkeiten zu erkennen und die Entwicklung ihrer Kompetenzen für eine bessere Integration in Deutschland zu nutzen.

Wir sind Akademikerinnen, Berufstätige, Lebenskünstlerinnen und Macherinnen. Wir träumen davon, das Leben der Frauen um uns herum zu verändern. Daran glauben wir: wenn eine Frau wächst, wächst sie nicht alleine. Sie geht in Resonanz und treibt andere in ihrem Umfeld an, ebenfalls zu wachsen.

Derzeit sind wir sieben Janainas: Evelyne, Daniela, Letícia, Tatiane, Adriana, Talita und Vanessa, allesamt Mitgründerinnen und Triebkräfte. Zusätzliche unterstützen uns noch circa 15 Ehrenamtliche. Wir nutzen unterschiedliche Erfahrungen und Vorgeschichten von Frauen, um inspirierende Projekte ins Leben zu rufen. Psychologin und Künstlerin Tatiane Pereira zum Beispiel zeigte uns in einem Mandala-Kurs die Technik dieser alten, aus Mexiko stammenden Kunstform. Die im Kurs entstandenen Mandalas waren im April im Olof-Palme-Zentrum ausgestellt.

Janainas unterstützt auch berufliche Entwicklung

Auch die berufliche Entwicklung von Frauen unterstützen wir: Dr. Teresa Bueno, studierte Kunsthistorikerin und als Ehrenamtliche zuständig für die soziale Beratung in unserem Verein, hat sich als Integrationscoach selbstständig gemacht. „Durch den Janainas e.V. habe ich den Mut gefunden, das Projekt ,Apoio Social‘ zu gründen. Mittlerweile sind wir ein dreiköpfiges Team, das Frauen im Umgang mit Behörden und Bürokratie hilft“, erzählt Teresa. Um die Welt zu schaffen, die wir uns wünschen, entwickeln wir unsere eigene Arbeitsmethodik. Indem wir Elemente des Feminismus und spirituelle Methoden wie Meditation zusammenbringen, möchten wir Frauen stärken, ihre Stimmen gegen Ungleichheit zu erheben und eine gleichberechtigte Welt erschaffen. Wir hinterfragen Machtstrukturen, die uns bislang nicht frei über unseren Körper bestimmen lassen oder uns am beruflichen Aufstieg hindern.

Unsere Kommunikation ist gewaltfrei, wir hören aktiv zu und nutzen beispielsweise das Erzählen von Geschichten als Motivationsmethode: Im Projekt „Frauen (er)zählen“ teilen wir Geschichten miteinander, etwa die Geschichte einer Frau, die eine komplizierte Scheidung hinter sich hat und daran gewachsen ist. Diese Geschichten zeigen uns, dass wir nicht allein sind.

In unserem Verein ergänzen sich Frauen gegenseitig. Sie sind voller Kraft, Stärke und Widerstandsfähigkeit. Jede auf ihre eigene Art und Weise, jede mit ihren eigenen einzigartigen Fähigkeiten.

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Mehr zum Verein gibt es unter www.janainas.org. Weitere Beiträge über das interkulturelle Leben im Wedding und in Gesundbrunnen stehen auf der Seite Interkulturelles Leben im Wedding.

Der Text ist auch im gedruckten Kiezmagazin „Der Kiez hinter dem Blätterdach“ enthalten, das im Mai 2021 erschienen ist. Weitere Beiträge aus dieser Ausgabe sind im Beitrag „Neues Kiezmagazin: Der Kiez hinter dem Blätterdach“ gesammelt und verlinkt.

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