Machbar: So wird die Stadt essbar

In den nächsten 15 Jahren soll Berlin zur Essbaren Stadt werden. Dieses Ziel hat eine Gruppe von Aktivist:innen aus der Gemeinschaftsgartenszene als Vision und Einladung formuliert. Die Idee ist keine andere als die, die Nahrungsmittelversorgung in Berlin komplett umzukrempeln, lokaler zu machen, ökologischer, nachhaltiger. „Das ist keine Spinnerei, das ist total umsetzbar“, sagte Gartenaktivistin Kerstin Stelmacher am Sonntag (15.9.) beim Gartenfest im Gemeinschaftsgarten Himmelbeet.

Wie Berlin zur Essbaren Stadt wird

Das Konzeptpapier „Das Gute Leben für alle – Wie Berlin zur Essbaren Stadt wird“, das beim Gartenfest im Gemeinschaftsgarten Himmelbeet vorgestellt wurde, beschäftigt sich mit den Voraussetzungen, die vor allem von Politik und Verwaltung geschaffen werden müssten. Dabei geht es um die Ausweisung und Sicherung von Flächen für Nahrungsmittelanbau, den Aufbau einer regionalen Logistik, Schaffung von Stellen und einer Förderstrategie und vieles mehr. Das Papier formuliert konkrete Vorschläge, die sich vor allem an Entscheider:innen in Politik und Verwaltung richten. Auch Beispiele aus anderen europäischen Ländern werden genannt.

So soll sich Berlin verändern: Stadtfarmen soll es geben, mit essbaren Pflanzen begrünte Fassaden, öffentlich zugängliche Kompostflächen und vieles mehr. „Wir sind sehr pragmatisch vorgegangen“, sagte Kerstin Stelmacher über den Entstehungsprozess des Konzeptpapiers, an dem sechs Personen mitgeschrieben haben. Man habe sich sogar getraut zu benennen, was die Umsetzung dieses Plans kosten würde, so Kerstin Stelmacher. Das Konzept und der ausführlich erläuterte Finanzierungsbedarf stehen online unter www.netzwerkurbanegaertenberlin.org/essbarestadt zur Verfügung.

Die Gesprächsrunde rund um das Konzeptpapier zur Essbaren Stadt Berlin, die etwa 30 Menschen verfolgten, war Teil eines Gartenfests der Gemeinschaftsgärtner:innen im Himmelbeet. Die Runde war der inhaltliche Schwerpunkt des Festes. Vertreter:innen von Gemeinschaftsgärten aus ganz Berlin schauten dabei zurück auf zehn Jahre inhaltliche Arbeit im Netzwerk Urbane Gärten Berlin und sie schauten auch nach vorn in die Zukunft der bunten und vielfältigen Gartenszene in der Hauptstadt.

Braucht das Himmelbeet einen Zaun?

Aber es mehr am Tagesordnungspunkte am 15.9. Mit einem ganz konkreten Thema beschäftigten sich zum Beispiel die Teilnehmenden eines Zaun-Workshops. Dabei ging es um die Frage, ob das Himmelbeet in der Gartenstraße einen Zaun braucht und wie dieser in Zukunft aussehen soll. Derzeit sind die Gemüsebeete im Gemeinschaftsgarten mit einem Bauzaun vor Vandalismus und ungewolltem Zutritt geschützt. Die Nachbarschaft einladen und gleichzeitig die Ernte vor Diebstahl schützen – ein Balanceakt, für den kreative Ideen gefragt sind. Abschließend ist die Frage nach dem Zaun nicht geklärt worden; eventuell sollen einzelne Zaunelemente in Workshops gestaltet werden. Ein weiterer Workshop hatte die Gartenstraße selbst zum Thema. Der Bezirk plant, die Straße zur Fahrradstraße zu machen. Die Gemeinschaftsgärtner:innen haben nun weitergehende Ideen zur Umgestaltung der Straße entwickelt. Von teilweiser Entsiegelung über insektenfreundlichere Straßenbeleuchtung bis hin zu einem mobilen Backofen und einem Biotop wurden viele Ideen festgehalten.

Nach so viel inhaltlicher Arbeit bot das Gartenfest auch den Raum, sich unter Gleichgesinnten zu treffen und gemeinsam einen schönen Abend im Himmelbeet zu verbringen. Dazu wurden ein Kneipenquiz und ein Mitbringbuffet veranstaltet, schließlich versammelten sich alle unter dem Sonnensegel und schauten den Film „Wem gehört mein Dorf?“.

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Weitere Beiträge über Stadtgärten im Wedding und in Gesundbrunnen stehen auf der Seite Nachhaltigkeit im Wedding (Abschnitt „Urbanes Gärtnern“). Weitere Informationen über das Netzwerk Urbane Gärten Berlin gibt es online. Mehr zum Gemeinschaftsgarten Himmelbeet (und das ElisaBeet) steht auf der Seite www.himmelbeet.de.

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