Ist Ihnen das auch schon passiert? Sie müssen ein Formular ausfüllen und gleich im ersten Feld bei „Name“ schreiben Sie schwungvoll Ihren Vornamen rein, um dann im nächsten Formularfeld erschrocken festzustellen, dass dort der „Vorname“ abgefragt wird? Das ist in so ziemlich allen amtlichen Formularen der Fall.

Dabei besteht ein Name immer aus einem oder mehreren Vornamen und dem Nachnamen oder Familiennamen und wird im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch auch in dieser Reihenfolge genannt (in einigen Regionen und Sprachen ist die Reihenfolge umgekehrt, zum Beispiel im Ungarischen). Warum also fragt das Amt in der anderen Reihenfolge? Machen Sie ein kleines Experiment: Schauen Sie in Ihre Brieftasche und vergleichen Sie Ihren Namen auf dem amtlichen Ausweisdokument und dem Führerschein mit zum Beispiel Ihrer Bankkarte oder Krankenkassenkarte. Sehen Sie, amtlich sind Sie „Mustermann, Max“, bei privaten Unternehmen „Max Mustermann“ (oder Maxine).
Regeln für Formulare und Schriftstücke
Grundlage dafür sind die behördlich zu verwendende DIN1* 5007 „Einheits-ABC-Regeln“, welche die Ordnung oder Sortierung von personenbezogenen Akten beziehungsweise Schriftstücken regelt: „Bei Namen von Personen werden die Bestandteile des Familiennamens zuerst und im Anschluß daran die Vornamen als weitere Ordnungswörter angesetzt.“ Und: „Bei vorangestelltem Familiennamen wird zwischen Familiennamen und Vornamen … ein Komma gesetzt.“ Max Mustermann wird amtlich also zu Mustermann, Max.
Und weil das Amt das Formular mit Ihrem Namen in dieser Reihenfolge wegsortiert, müssen sie Ihren Namen in dieser Reihenfolge aufschreiben. Denn sonst müsste der Mitarbeiter im Amt per gedanklicher DIN-Norm-Rückanpassungumstellungseingruppierungakrobatik etwas, was an zweiter Stelle steht, an erster Stelle einsortieren. Und wenn dann was durcheinander geht, braucht die Bearbeitung Ihres Antrages gleich noch mal so lange…
Noch unübersichtlicher wird es, wenn außer Name und Vorname auch der Geburtsname abgefragt wird. Welchen Namen haben sie zu Ihrer Geburt bekommen? Eben, Ihren Vornamen. Gemeint aber ist Ihr Familienname zum Zeitpunkt Ihrer Geburt. Warum steht das dann nicht so im Formular?
Ich verstehe jeden, der nach der eigentlich simplen Aufgabe, seinen eigenen Namen korrekt in ein amtliches Formular einzutragen, entnervt den Antrag in die nächste Tonne treten will – wohlwissend, dass es danach erst richtig losgeht mit dem Behördensprech.
Wenn Sie nicht wissen, wer Ihnen beim Ausfüllen von Formularen helfen kann, fragen Sie gerne mich,
Ihren Jochen Uhländer / Uhländer, Jochen
Stadtteilkoordinator der Region Brunnenstraße Nord
E-Mail: stk-brunnenstrasse-nord@berlin.de
*DIN = Deutsches Institut für Normung
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Der Text ist im gedruckten Kiezmagazin enthalten, das im Juni 2023 erschienen ist. Weitere Beiträge dieser Ausgabe sind im Beitrag „Neues Kiezmagazin: Sommer unterm Baum“ gesammelt und verlinkt.

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