Die Freiluftausstellung „Mein Wedding“ hat bei ihrer achten Ausgabe einige Überraschungen mitgebracht. Am Donnerstag (29.8.) eröffnete die Ausstellung auf dem Mittelstreifen der Müllerstraße offiziell mit einer gut besuchten Vernissage in der Schillerbibliothek. Die Bilder selbst sind bis zum 6. Oktober in der Müllerstraße zu sehen.


Überraschung Nummer eins teilt „Mein Wedding8“ mit allen Ausstellungen in den Vorjahren. Welche Motive hat die Jury im Kunstwettbewerb für die Ausstellung im öffentlichen Raum mitten im Wedding ausgewählt und welche drei Einreicher:innen sind die Gewinner:innen des Kunstwettbewerbs? In diesem Jahr hat die Jury ein Motiv vom Parkhaus in der Müllerstraße, ein Foto von einer Weddinger Gartenparty und eine Aufnahme mit Feuerwerk über dem ausgestorbenen Karstadt-Parkplatz besonders hervorgehoben. Die drei erstplatzierten Teilnehmer:innen wurden mit Geldprämien (300/200/100 Euro) geehrt.
Alle zwölf Gewinnermotive von „Mein Wedding8“












Überraschung Nummer zwei: Neben den auch in den Vorjahren üblichen Postkarten von den Gewinnermotiven aus dem Wedding gibt es in diesem Jahr zusätzlich Kalender für 2025 mit diesen Abbildungen – als Tischaufstellkalender und als größerer Wandkalender. Die Postkarten und der Tischkalender sind vorerst kostenlos in der Schiller-Bibliothek erhältlich. Weitere Mitnehm-Orte sollen dazu kommen. Die größeren Wandkalender sollen bei der Gebietsbetreuung des „Lebendigen Zentrums und Sanierungsgebiets Müllerstraße“/Geschäftsstraßenmanagement verfügbar sein. Für Nachfragen dazu bitte per E-Mail an muellerstrasse@jahn-mack.de wenden.

Die dritte Überraschung ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, ebenso wie Überraschung Nummer vier. Die Plakate auf dem Mittelstreifen der Müllerstraße sind viel kleiner als in den Vorjahren. Florian Fangmann vom Centre Français de Berlin, das den Wettbewerb und die Ausstellung in diesem Jahr organisiert, erklärte das bei der Vernissage. „Es war schwierig, überhaupt jemanden zu finden, der die Plakate druckt und aufstellt“, sagte er. Der bisherige Anbieter aus den Vorjahren existiert nicht mehr, die meisten anderen Mitbewerber riefen Druck- und Aufstellkosten auf, die das Budget des Projektes gesprengt hätten. Schließlich habe man sich für kleinere Plakate entschieden. Die Sichtbarkeit im Stadtraum ist dadurch jedoch deutlich verringert.
Auf dem Mittestreifen und am ehemaligen Karstadt
Die vierte Überraschung hat mit der Anzahl der Plakate auf dem Mittelstreifen zu tun. Zwölf Motive hat die Jury ausgewählt, aber nur acht Plakate stehen auf dem Grünstreifen in der Mitte der Müllerstraße. Für die Aufstellung der anderen vier Plakate habe das Straßen- und Grünflächenamt, anders als in allen Vorjahren, keine Genehmigung erteilt. So wurden vier Gewinnermotive in den leeren Schaufenstern des geschlossenen Karstadt-Gebäudes aufgehängt. Die betroffenen Künstler:innen zeigten sich enttäuscht, wähnten ihre Arbeiten als ungünstig und am Rand platziert. Richtig ist: Viel weniger Menschen gehen an den Schaufenstern vorbei und die Scheiben spiegeln sehr stark, wodurch die Bilder leider nicht gut zu sehen sind. Es bleibt zu hoffen, dass sich für das nächste Jahr eine bessere Lösung findet.




Insgesamt 129 Einreichungen hat es in diesem Jahr bei dem Kunstwettbewerb gegeben. Darunter waren Collagen, Fotografien, Zeichnungen und digitale Bearbeitungen. Die Stile und Techniken waren sehr verschieden. Allen Beiträgen gemeinsam ist das Thema: der Wedding. Auch diese 8. Ausgabe von „Mein Wedding“ hat das Ziel, die Vielfalt des Wedding zu zeigen. Eine Jury hatte zwölf Arbeiten ausgewählt, die bis zum 6. Oktober auf Großplakaten auf dem Mittelstreifen der Müllerstraße zu sehen sind.
„Mein Wedding“ wird mit Mitteln des „Lebendigen Zentrums und Sanierungsgebiets Müllerstraße“ finanziert und in diesem Jahr vom Centre Français de Berlin organisiert. Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger sagt zu dem Projekt: „Mit der Kunstausstellung ‚Mein Wedding‘ haben wir die Chance, die Einzigartigkeit des Weddings zu feiern und ihn mit den Augen eines anderen neu zu entdecken. Das Zusammenkommen von Kultur und Kulturen im Wedding ist wichtiger denn je.“
Transparenzhinweis: Autorin Dominique Hensel war in diesem Jahr Teil der Jury des Kunstwettbewerbs.

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