Mein Wedding: Was ist das Wedding-Gefühl?

Musik, Kunst und ganz viel Wedding: Mit einer stimmungsvollen Vernissage ist am Donnerstag, dem 28. August, die neunte Ausgabe der Freiluftausstellung „Mein Wedding“ eröffnet worden. Die großformatigen Motive sind noch bis zum 15. Oktober auf dem Mittelstreifen der Müllerstraße zu sehen. Bis zum 9. September wird jetzt in einer Online-Abstimmung ein Publikumsliebling gesucht.

Eine gelungene Eröffnung

Die Vernissage in der Schiller-Bibliothek ist in diesem Jahr besonders gelungen. Sie war mit 100 Teilnehmenden gut besucht, es gab eine schöne musikalische Umrahmung mit Live-Musik von den „Slippers“ von Rehberge Records und sogar einen offiziellen Besucher. So überreichte Bezirksstadtrat Ephraim Gothe (SPD) den ersten Preis an den Gewinner Keir Edmonds und nutzte die Gelegenheit, um auf den stadtpolitischen Hintergrund hinzuweisen. Der Stadtrat sprach über das Förderprogramm „Lebendiges Zentrum und Quartiere“ in der Müllerstraße, das gerade für zwei Jahre verlängert wurde und mit dessen Hilfe im Wedding viele Dinge entstanden sind. Dazu zählen unter anderem der Bau der Schiller-Bibliothek oder eben die Finanzierung der Ausstellung „Mein Wedding“.

Die Ausstellung „Mein Wedding“ ist seit vielen Jahren ein Projekt, das den Wedding sichtbar macht. Es schickt aber auch Künstler:innen und Passant:innen auf der Müllerstraße jedes Jahr auf die Reise, herauszufinden, was es überhaupt ist, dieses Wedding-Gefühl. Was macht den Stadtteil aus? Zwölf neue Antworten sind nun bis zum 15. Oktober auf dem Mittelstreifen der Müllerstraße zu sehen. Zusätzlich hängen die Bilder in kleinerem Format in der oberen Etage der Schiller-Bibliothek.

Keine leichte Auswahl: 12 aus 119

Wie die Jury die zwölf Motive für die Ausstellung ausgewählt hat, wollte eine Besucherin der Vernissage in der Schiller-Bibliothek wissen. Aus 119 Einreichungen schließlich zwölf auszuwählen, ist schließlich nicht einfach, zumal die abgegebenen Arbeiten im begleitenden Kunstwettbewerb sehr unterschiedlich in der Technik und die Teilnehmer:innen sehr verschieden waren. Erwachsene haben sich beteiligt, Kinder, Profi-Fotografen und Hobbymalerinnen. Aus der Aufgabe, buchstäblich Äpfel mit Birnen zu vergleichen, hat die Jury nach Motiv, Technik und Wirkung eine sehr abwechslungsreiche Auswahl getroffen.

Die drei Gewinnermotive 2025

Auf den Plakaten auf der Müllerstraße sind nun Fotografien zu sehen, Malereien, ein Urban Sketch und mehrere Collagen. Allen Arbeiten gemeinsam ist ein starkes Wedding-Gefühl. Auf jedem Großplakat ist der Stadtteil für jede:n deutlich erkenn- und nachfühlbar. So ist die neunte Ausgabe von „Mein Wedding“ eine Reise vom U-Bahnhof Leopoldplatz zum S-Bahnhof Wedding, zur Swinemünder Brücke, zum ehemaligen Karstadt, in die Kösliner Straße, zur Pankemündung am Nordhafen und zum neu entstehenden Parkcafé im Volkspark Rehberge. Wer die Bilder anschaut, begibt sich auf einen Hinterhof in der Pankstraße, an eine im Umbruch befindliche Ecke in der Müllerstraße, zum Amtsgericht Wedding, zum Leopoldplatz und zum „Chillerpark“.

Alle übrigen Gewinner-Motive

Die Kriterien der Jury

Die entscheidenden Kriterien für die Juryauswahl sind kein Geheimnis, sondern offensichtlich und könnten so formuliert werden: Bitte wähle zwölf Motive aus, die den Wedding deutlich repräsentieren und die vielfältig in Stil und Bildaussage sind. Berücksichtige Arbeiten von Profikünstler:innen ebenso wie Einreichungen von Kindern und triff eine insgesamt möglichst abwechslungsreiche Auswahl.

Abstimmung zum Publikumspreis

In diesem Jahr gibt es erstmals zusätzlich zur Jurybewertung einen Publikumspreis. Die zwölf Bilder der Juryauswahl werden dabei nochmals zur Abstimmung gestellt. Jede:r kann bis zum 9. September in einer Online-Abstimmung den Publikumsliebling mitbestimmen. Wer es lieber analog mag, kann auch per Zettel und Wahlurne in der Schiller-Bibliothek abstimmen. Die Person, die diese Abstimmung gewinnt, bekommt einen Geldpreis und kann sich über eine besondere Wertschätzung, das Votum aus dem Stadtteil, freuen. Der Preis für den Publikumsliebling wird beim Sommerkino auf dem Leopoldplatz am 11. September um 20 Uhr übergeben.

Wahlurne für den Publikumspreis. Foto: Schnell
Wahlurne für den Publikumspreis. Foto: Schnell

Mein Wedding: Gut zu wissen

Die neunte Ausgabe des Kunstwettbewerbs „Mein Wedding“ wurde vom Centre Français de Berlin, dem deutsch-französischen Kulturzentrum in der Müllerstraße, organisiert. Das Projekt wird mit Mitteln des „Lebendigen Zentrums und Sanierungsgebiets Müllerstraße“ finanziert. Die Freiluftausstellung „Mein Wedding“ auf dem Mittelstreifen der Müllerstraße ist noch bis 15. Oktober 2025 zu sehen. Die Arbeiten hängen außerdem in der Schiller-Bibliothek, Müllerstraße 149. Dort sind auch Kalender für 2026 und Postkarten mit den Motiven der Ausstellung zum Mitnehmen zu haben.

Transparenzhinweis: Unsere Autorin Dominique Hensel arbeitet seit mehreren Jahren ehrenamtlich in der Jury des Kunstwettbewerbs mit. Auch in diesem Jahr hat sie die Motive für die Open-Air-Galerie mit ausgewählt.

📍 Kiez: ,

Kommentare

  1. Avatar von Reinhard
    Reinhard

    Morjen

    also icke finde einjentlich keen Bild so richtich dolle , nu sind de bilder ooch bisken kleen hier anzukieken… aba ick finde dit jemalte Bild von’de Pankemündung een zacken bessa jepinsilt wie den ersten Preis und die Uffnahme von de Kösliner hääte ooch unta de ersten 3 könn komm… aba ick hab ja nisch so ville Ahnung von Kunst

    fotogenet WE noch

    1. Avatar von Dominique Hensel

      Sieben Jurymitglieder, sieben Meinungen. Und nicht alle hatten Ahnung von Kunst. Manche waren auch „nur“ Wedding-Experten. Ich bin am Ende ganz zufrieden mit der Zusammenstellung.

      Höre ich da eine Bewerbung um einen Juryplatz raus? ;)

      1. Avatar von Reinhard
        Reinhard

        nicht unbedingt… aber wie sieht den so eine Bewerbung aus

        1. Avatar von Dominique Hensel

          Es gibt kein Bewerbungsverfahren. Man wird für die Jury vorgeschlagen. ;)

          1. Avatar von Reinhard
            Reinhard

            Dominique will den ollen Alten wohl uff de Schippe nehm , oda :))

            1. Avatar von Dominique Hensel

              Wieso? Da ich selbst in der Jury bin, habe ich Vorschlagsrecht. Reinhard wäre „der ganz normale Weddinger“. Finde ich jetzt nicht so schlecht.

  2. Avatar von Reinhard
    Reinhard

    dit war doch nur Spaß… naja dann schlag doch mal vor für die nächste Wahl … sachste einfach du hast da son ollen alten Meckerkopp, der keene Ahnung hat aba imma andre Fotos jut findet…:))

    1. Avatar von Dominique Hensel

      Na mal sehn, ob das mit dieser Ansage klappt…

  3. Avatar von Rolf

    Sehr schöne Auswahl diesmal. Tatsächlich für alle was dabei. Mein Favorit ist Tilmann Voglers Bild. Dafür habe ich auch gleich beim Publikumspreis abgestimmt. Am fröhlichsten finde das Kinderbild vom Leo und „Chillerpark“ wird das Weddingwort des Jahres. ;-)
    Danke, dass ihr das alles hier so ausführlich bringt.

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Brunnenmagazin

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen