Es ist nicht so, dass es in der Brunnenstraße keine Dönerläden gibt. Dennoch hat sich gestern am ersten Öffnungstag von „Kebo Gemüse Döner“ eine lange Schlange gebildet. Gründe dafür gibt es wahrscheinlich mehrere.

Eröffnungsangebot zieht die Massen
Das schlagkräftigste Argument war vermutlich das Eröffnungsangebot: 1,99 Euro kostet der Döner bei Kebo noch bis einschließlich Donnerstag, den 19. März. Bei den aktuell deutlich höheren Imbisspreisen ist das ein Schnäppchen, das viele Neugierige anzieht. Doch der Preis gilt nur an den ersten drei Tagen, danach kostet ein Döner 5,90 Euro. Allerdings war das gestern ganz offensichtlich nicht der einzige Grund für die Schlange.

Bekannte Gesichter im Kiez
Die Betreiber sind im Brunnenviertel bekannte und geschätzte Menschen: Zülal und Serdar Kücükömeroglu. Viele Jahre lang führten sie gemeinsam den Multi-Shop Eisenkralle und waren dort als besonders warmherzige Gastgeber bekannt. Am Eröffnungstag verteilten sie deshalb auch zahlreiche Umarmungen an ehemalige Eisenkralle-Kund:innen, die mit Blumen und kleinen Geschenken vorbeikamen.
Nach der Zeit mit der Eisenkralle verkaufte Serdar Kücükömeroglu in der Brunnenstraße 118 im „PIA“ Pizza und Burger. „Das Geschäft lief, aber nicht gut genug“, erklärt er den Wechsel. Nun sind er und seine Frau zurück und setzen die Döner-Tradition an diesem Standort fort – denn schon vor „PIA“ gab es hier einen Dönerladen.
Einen klassischen Döner wollten die beiden allerdings nicht anbieten. Auf der Karte stehen Gemüsedöner und Chicken Döner, außerdem Falafel, Halloumi, Döner-Bowls und Döner-Teller. Ergänzt wird das Angebot durch Currywurst (halal, 2,50 Euro, mit Pommes 4,90 Euro) und Chicken Nuggets (4,50 Euro, mit Pommes 5,50 Euro). Dazu gibt es Ayran sowie Fritz-Limo, Cola oder Capri-Sonne.

Selbstgemachte Soßen und Brot
Schon in der Eisenkralle stellte der Chef zur Freude seiner Kundschaft viele Backwaren selbst her. Auch bei Kebo strebt er das an: „Die Soßen sind jetzt schon selbst gemacht. Nach der Eröffnungszeit will ich auch das Brot selber backen“, sagt Serdar Kücükömeroglu. Offenbar hat er mit einem großen Andrang gerechnet und deshalb zunächst auf gekauftes Brot zurückgegriffen.
Die Rückmeldungen zum Geschmack des günstigen Eröffnungsdöners waren durchweg positiv. Vor allem die selbstgemachten Soßen, das knusprige Brot und das frische Gemüse kamen gut an. Fast schade war nur, dass pro Person lediglich ein Döner verkauft wurde – um eine noch längere Schlange zu vermeiden.



Ein Familienunternehmen im Kiez
Auffällig am neuen Geschäft ist auch das Logo: Es zeigt das schwarz-weiße Konterfei des Chefs. „Das hat unser ältester Sohn gemacht“, sagt Zülal Kücükömeroglu. Ihr gefiel die Idee sofort, weil sie unterstreicht, dass es sich um einen inhabergeführten Imbiss handelt – ein echtes Familienunternehmen. So soll sich Kebo in der Brunnenstraße behaupten – ähnlich wie zuvor die Eisenkralle, mit Unterstützung der ganzen Familie. Serdar wird hier Brot, Soßen und Döner zubereiten, und auch Zülal wird – anders als bei „PIA“ – auch wieder im Geschäft zu sehen sein.
Kebo – Chicken Gemüse Kebab & Co, Brunnenstraße 118, Öffnungszeiten: täglich 10 bis 24 Uhr, Instagram: www.instagram.com/kebo.kebab.berlin
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