Ralf Schmiedecke vergleicht wieder eine historische Aufnahme aus dem Brunnenviertel mit dem aktuellen Vergleichsbild. Heute zeigt die alte Fotografie den Blick von der Swinemünder Straße in die Demminer Straße in Richtung Brunnenstraße um 1910.

Nach der Kreisstadt Demmin im heutigen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern wurde die Straße Nr. 37 der Abteilung XI des Berliner Bebauungsplans am 8. Oktober 1874 benannt. Zu jener Zeit gehörte das Gebiet noch zur Rosenthaler Vorstadt, es wurde erst 1920 dem Bezirk Wedding zugeordnet.
In der Mitte des Bildes ist die heute noch vorhandene 132. und 142. Gemeindeschule (Vineta-Grundschule) in der Demminer Straße 27 zu sehen, die nach Plänen des Berliner Stadtbaurates Hermann Blankenstein unter dem bauleitenden Architekten Killing in den Jahren 1885/86 errichtet wurde. Zwischen dem Schulgebäude, das in den Innenblock hineinreicht, und dem separaten Leh-rerwohnhaus befindet sich der Eingang zum Schulhof.
Typisch für die Bauten von Hermann Blankenstein sind die gelben oder roten Fassaden meist mit Terrakottaschmuck im Stil der spätklassizistischen Backsteinkunst. Viele der Wohngebäude überstan-
den den Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs. Für eine Neubebauung des Brunnenviertels wurden sie in den 1970er-Jahren abgerissen.

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Der Beitrag ist auch im gedruckten Kiezmagazin „brunnen“ erschienen. Er ist in der Ausgabe enthalten, die im vierten Quartal 2017 erschienen ist. Weitere Beiträge aus dieser Ausgabe sind im Beitrag Neues Kiezmagazin: Die neue Ausgabe ist da! verlinkt.

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