Gestern und heute: Demminer Straße (1)

Blick auf die Bebauungen der Putbusser Straße zur Demminer Straße um 1925 und gegenwärtig. Ein Fotovergleich gestern und heute.

Putbusser Straße Ecke Demminer Straße
Das Grundstück Demminer Straße Ecke Putbusser Straße um 1925. Foto: Archiv Ralf Schmiedecke

Die projektierte Straße 37 der Abteilung XI des Hobrechtschen Bebauungsplans in der nördlichen Rosenthaler Vorstadt erhielt am 8. Oktober 1874 den Namen der pommerschen Hansestadt Demmin. Sie verband einst die Brunnenstraße mit dem Güterbahnhof der Nordbahn. Heute endet sie bereits an der Wolliner Straße, die fließend in die Graunstraße übergeht.

Das Eckhaus Demminer Straße 30 zur Putbusser Straße entstand 1878 mit einem Aufgang ohne Balkone im Stil der Gründerzeit. In dem reinen Vordereckhaus gab es um 1900 bereits 13 Mietparteien. Zum Zeitpunkt der historischen Aufnahme waren es bereits zehn mehr, was auf eine extreme räumliche Enge hinweist, die der stete Zuzug in die Reichshauptstadt Berlin mit sich brachte. Den Eckladen führte einst der Zigarrenhändler Karl Schwarz. In der links zu sehenden Baulücke (Putbusser Straße 1) befand sich der Verkaufsplatz der Gebrüder A. & J. Podzuweit, die Brennmaterialien jeglicher Art feilboten.

Das Grundstück Demminer Straße Ecke Putbusser im Jahr 2021. Foto: Ralf Schmiedecke

Heute steht hier das Olof-Palme-Zentrum

Das Eckgebäude und die Nr. 29 wurden bereits bei einem Bombenangriff am 22. November 1943 vollständig zerstört. Das ganz rechts zu sehende Vorderhaus Nr. 28 verlor im Zweiten Weltkrieg lediglich die beiden oberen Etagen und wurde Ende der 1970er Jahre abgerissen. Lange Zeit befand sich hier eine Brache bis ein Gebäude für einen Jugendclub errichtet wurde. Es wich dem Neubau des heutigen Olof-Palme-Zentrums. Die feierliche Eröffnung als Kinder- und Jugendzentrum sowie als Nachbarschaftstreff fand am 13. November 2015 statt.

Auf dem aktuellen Foto zeigt sich jetzt das gelbe Gemäuer der Vineta-Grundschule, die 1885/86 nach Plänen des Berliner Stadtbaurat Hermann Blankenstein entstand. Bemerkenswert sind auch die Standorte der Gaslaternen in der Demminer Straße, die noch heute so bestehen.

Text und Fotos: Ralf Schmiedecke, historisches Foto: Archiv Ralf Schmiedecke

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Weitere historische Aufnahmen aus dem Brunnenviertel im Vergleich mit aktuellen Vergleichsfotos von Ralf Schmiedecke gibt es hier: Gestern & heute

Der Text ist auch im gedruckten Kiezmagazin „Mit der Kamera durch den Kiez“ enthalten, das im September 2021 erschienen ist. Weitere Beiträge aus dieser Ausgabe sind im Beitrag „Neues Kiezmagazin: Mit der Kamera durch den Kiez“ gesammelt und verlinkt.

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