Wie viele Lebensmittelgeschäfte braucht das Brunnenviertel? Mit dieser Frage hat sich unser Autor Jakob Hensel (14 Jahre) in diesem Text und mit der Karte auf den Seiten 10 und 11 beschäftigt.

Wird es immer schwerer, im Brunnenviertel Lebensmittel einzukaufen? Mit dieser Frage beschätigte sich der Kiezspaziergang „Wandel ohne Handel?“, von dem schon im vergangenen Heft Fotos veröffentlicht wurden. Weil ich selbst nicht das Gefühl habe, dass Einkaufen im Brunnenviertel schwierig ist, habe ich mich mit diesem Thema befasst.
Tatsächlich haben in den letzten zehn Jahren in unserem Kiez mehrere Läden geschlossen: Kaiser’s, Aldi und Norma in der Brunnenstraße sowie Edeka am Ackerplatz. Andererseits sind im Kiez und an dessen Rand auch neue Einkaufsmöglichkeiten hinzugekommen. So wurde der Norma durch einen neuen Penny ersetzt, der real-Markt im Gesundbrunnencenter durch Rewe und es sind drei Denns-Biomärkte dazugekommen. Außerdem gibt es für alle, die nicht so weite Strecken laufen können oder wollen, am Nordbahnhof seit Kurzem einen Flink-Lieferdienst. Er bringt mit Lastenrädern Lebensmittel zu Supermarktpreisen direkt an die Haustür.
Diese Lebensmittelgeschäfte gibt es
Zudem gibt es noch kleinere Lebensmittelgeschäfte wie zum Beispiel den türkischen Laden in der Brunnenstraße 117, ein orientalisches Lebensmittelgeschäft in der Brunnenstraße 65 und Spätis wie den Multi-Shop Eisenkralle in der Swinemünder Straße 86. Zusätzlich zu den Backabteilungen in den Supermärkten gibt es außerdem noch viele Bäcker im und am Brunnenviertel.
Zurzeit wird nach einem Nachfolger für den Edeka am Ackerplatz gesucht. Wie man auf der Karte gut erkennen kann, ist an dieser Stelle gerade ein Einkaufsloch im Kiez. Der Laden wird momentan sehr vermisst. Viele hoffen, dass die degewo, Eigentümerin der Häuser, bald einen neuen Supermarktbetreiber findet. Abgesehen davon ist das Brunnenviertel meiner Meinung nach gut mit Lebensmittelmärkten ausgestattet, besonders am Bahnhof Gesundbrunnen.
Beim Kiezspaziergang gab es Kritik wegen einer möglichen zukünftigen Schließung des Kauflands. Der Investor hatte angekündigt, das Gebäude abzureißen, neu zu bauen und möglicherweise einen kleineren Lebensmittelladen zu integrieren. Meiner Meinung nach gibt es am Gesundbrunnen eine hohe Dichte an Läden. Würde Kaufland durch einen kleinen Supermarkt ersetzt, wäre die Einkaufssituation im Kiez weiterhin gut.

Text und Grafik: Jakob Hensel (14 Jahre), Foto: Dominique Hensel
Unterschriftenaktion für Erhalt des Kauflands
Im Brunnenviertel gibt es auch Stimmen, die sich mehr oder zumindest konstante Einkaufsmöglichkeiten wünschen. Sie richten sich vor allem gegen eine mögliche Schließung des Kauflands am Gesundbrunnen. Der Brunnenviertel e.V. hat unter der Überschrift „Kaufland-Gebäude soll bleiben“ eine Unterschriftenaktion initiiert. Der Verein fordert, dass der Einkaufsstandort am Bahnhof Gesundbrunnen so erhalten bleibt, wie er ist: mit großem Parkhaus, SB-Warenhaus, DHL-Dienstleister, Fitness-Studio und mehreren Billig-Anbietern. Der Stadtteilverein möchte 1000 Unterschriftten sammeln und damit einen Einwohnerantrag einbringen. Dann würde sich die Bezirksverordnetenversammlung mit dem Thema befassen. Bis Anfang November hatte der Verein über 600 Unterschriften gesammelt. Wer das Anliegen unterstützen möchte, kann werktags in den Vereinsräumen in der Graunstraße 28 unterschreiben. (Red)

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