Zum Jahresbeginn kommt sie, diese Zeit: nicht nur der guten Vorsätze, wenn überhaupt, sondern auch der Jahresendberichte. Also Jahresabschlussberichte zum Jahresanfang. Herrlich! Trotzdem ist das für mich ein doch angenehmes Unterfangen, weil es klare Templates, Zielvereinbarungen und Richtlinien gibt, an denen ich mich orientieren kann.
Nun ja, da ich in 2020 an Flexibilität und an Kreativität gewonnen habe, bin ich auch bei Berichten so was von flexibel und kreativ. Andere haben es da viel schwerer als ich, denn ich habe zumindest klare Vorgaben. Wenn die Dinge nicht so klar sind, weil es pro Jahr, manchmal sogar pro Quartal Veränderungen gibt – natürlich im Sinne der Verbesserung – kann das eigentliche Schreiben und Einfügen von Daten, Zielen und Intentionen zu einer Tortur werden. Da werden Daten in die falsche Spalte oder Kategorie oder es wird einfach gar nichts eingetragen und prompt mit dem liebevollen Hinweis „Damit ist nun Schluss” weitergeleitet… Äh, natürlich mit der Bitte um Korrektur mitgeteilt.

Die Abgabe des Berichtes erfolgt aber nicht als digitales Dokument per E-Mail, sondern bitte als Ausdruck in einfacher Ausführung und per Postversand. Wie sehr besticht dagegen der Genuss und die Erleichterung eines Clouddienstes, wo man sogar zusammen an einem Dokument arbeiten, Kommentare einfügen oder Korrekturen vornehmen kann. Eine digitale Teamarbeit ohne Papierflut.
Wo ist denn hier das digitale Amt? Die Dokumente werden zwar per E-Mail verschickt und wenn man Glück hat, kann man diese dann auch digital ausfüllen, wenn die entsprechende Software vorhanden ist, die eigentlich vom Träger gestellt werden sollte. Doch da hakt es leider auch noch, denn da ist man sich noch nicht so einig. Aufgrund noch zu klärender datenschutzrechtlicher Angelegenheiten ziehen sich solche Entscheidungsprozesse leider in die Länge.
Tja, wie ist denn dann digitales agiles Projektmanagement* oder überhaupt Arbeiten möglich? Ist mittlerweile eine digitale Signatur legitim? Gibt es die Weltenformel schon? Das ist ein bisschen so wie in der Physik. Da gibt es die Quantenphysik und die allgemeine Physik. Es funktioniert alles nach den gleichen Regeln; nur funktionieren die Regeln nicht überall gleich.
Am Ende dann doch wieder alles ausdrucken, in einfacher Form, geknickt, geheftet, händisch unterschrieben und per Post verschickt. Natürlich ist auch die Möglichkeit der persönlichen Übergabe mit Abstand möglich. Hab ich da irgendetwas verpasst? Spielt hier Nachhaltigkeit noch eine Rolle? Die Hoffnung jedenfalls bleibt und ich bleibe zuversichtlich, dass das Jahr 2021 der ganz große Durchbruch für digitales agiles Projektmanagement beziehungsweise eine effiziente digitale Arbeitsweise wird, auch im Amt. Ich freue mich darauf!
Ihre Sonja Kirschning
Neu, neu, neu! Übrigens, die Stadtteilkoordination Brunnenstraße Nord und Plus haben mittlerweile einen gemeinsamen YouTube-Kanal. Schaut doch mal vorbei, folgt uns, stellt Fragen, gebt uns Anregungen und Vorschläge für Themen. Wir freuen uns über Kommentare! Link: bit.ly/3caINPv
*Agiles Projektmanagement: Transparentes Arbeiten in großen Teams, wobei alle Arbeitsschritte von allen nachvollzogen werden können.
Weiterlesen
Der Text ist auch im gedruckten Kiezmagazin „Fit für den Frühling“ enthalten, das im März 2021 erschienen ist. Weitere Beiträge aus dieser Ausgabe sind im Beitrag „Neues Heft: Fit für den Frühling“ gesammelt und verlinkt. Weitere Kolumnen der Stadtteilkoordination gibt es hier –> Kolumnen STK

Kommentar verfassen