Im Lazarus-Haus, dem Gebäudekomplex in der Bernauer Straße 115–117, arbeitet eine Vielzahl von Einrichtungen für soziale und karitative Zwecke. DArunter ist auch ein Hospiz. Den Standort gibt es bereits seit 150 Jahren.
Man hört doch recht oft den Satz: Man muss nach vorn blicken. Viel seltener ist davon zu hören, was vorn erblickt wird. Was aber allen bevorsteht, ist das Lebensende. Das gerät trotz der vielen Blicke nach vorn selten ins Blickfeld.

Ein Ort für den letzten Lebensabschnitt
Im Brunnenviertel ist es das Lazarus-Haus (das seit 2012 von der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal getragen wird), das Menschen betreut, deren Leben sich dem Ende zuneigt. Von einem Lazarus-Haus zu sprechen, ist dabei eine kleine Untertreibung, denn auf dem zwei Hektar großen Gelände Ecke Bernauer Straße und Gartenstraße befindet sich ein Komplex aus mehreren Häusern.
Auf dem Gelände gibt es eine Diakonie mit Diakonissenwohnungen (Diakonie ist das evangelische Pendant zum katholischen Kloster), ein Gästehaus und eine Ausbildungsschule. Von der Straße aus gut sichtbar ist das Mauer-Café, das als Arbeitsstätte für Menschen mit Behinderungen dient. Weniger sichtbar ist die Kapelle, in der Patienten an Gottesdiensten teilnehmen können. In den mehrstöckigen, hellen Neubauten der 1990er-Jahre befinden sich das Pflegezentrum und das Hospiz.
Motto: Nichts und niemanden aufgeben
Alle Einrichtungen unter dem Dach des kirchlichen Trägers drehen sich um den Wahlspruch: Nichts und niemanden aufgeben. Dieser Wahlspruch stammt von Pfarrer Wilhelm Boegehold, der vor über 150 Jahren den Gesundheitsstandort an der Bernauer Straße mit dem Bau eines durch Spenden finanzierten Krankenhauses gründete. Im Laufe der Geschichte sind die vielen neuen Bereiche hinzugekommen, aber ausgerechnet ein Krankenhaus findet sich heute nicht mehr auf dem Gelände.
Stolz sind die Betreiber auf die vielen kleinen Errungenschaften, die auf den Alltag der Pflegepatienten große Wirkung haben. So gibt es zum Beispiel einen festen Raum für den mehrmals pro Woche vor Ort anwesenden Friseur. Auch zwei Ärzte wechseln sich ab, sodass immer ein Arzt im Haus zur Sprechstunde da ist, auf Visite ist oder sich einfach in Bereitschaft befindet.

Das Lazarus-Haus kennenlernen
Ende Oktober fand im Lazarus-Haus der traditionelle Basar statt, an dem das Haus seine Türen für jedermann geöffnet hat. Weitere Gelegenheiten, das Haus und die Angebote kennenzulernen, werden im Internet auf der Webseite lazarus.berlin veröffentlicht.
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Der Text ist im gedruckten Kiezmagazin „brunnen“ enthalten, das im Dezember 2015 erschienen ist. Weitere Beiträge aus der Ausgabe sind im Beitrag Neues Kiezmagazin: Die zweite Ausgabe ist da! verlinkt.

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