In jeder Ausgabe des Kiezmagazins betrachtet sich die Stadtteilkoordination selbst, ihre Arbeit und die Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber Verwaltung mit einem Augenzwinkern. Dieses Mal schaut Stadtteilkoordinator Jochen Uhländer in der Kolumne auf die in der Pandemie gestiegenen Anforderungen an die Kommunikation.
Die Vögelein zwitschern im Walde,
Warte nur! Balde,
zwitscherst auch Du!
(frei nach Johann Sebastian Gates)
Wir zwitschern uns einen. Aus ist’s mit der Ruhe. Wer ein Handy hat der höre! Die Tage, in denen Sie befürchten mussten, von Ihrem Stadtteilkoordinator auf offener Straße unvermittelt angequatscht zu werden, sind dank Corona vorbei. Ab jetzt wird gepostet, gefollowed, geliked und getwittert, dass den Vögelein Hören und Sehen vergeht. Und das nicht mehr nur im Walde oder auf der Straße, sondern direkt bei Ihnen zuhause – wo Ihr Handy ist, da bin auch ich!
Keine Angst, ich bin größtenteils harmlos. Und Sie können mich jederzeit abschalten, kündigen oder gar sperren. Digitale Selbstjustiz sozusagen. Sie können aber auch spätabends nach einem Netflix-Serien-Marathon zum Kippenrunterwerfen auf den Balkon treten und zusehen, wie in der Swinemünder Straße ein rasender Radler eine gassigehende Oma und ihren Fiffi fast über den Haufen fährt und denken: Mensch, da frag ich mal meinen Stadtteilkoordinator, warum es hier keinen extra Radweg gibt. Oder keine Nagelsperre. Und dann machen Sie das. Mit maximal 280 Zeichen.
Mehr digitale Kommunikation
Würden Sie mich nachts anrufen? Den Computer holen, hochfahren, Mailprogramm öffnen und eine E-Mail verfassen? Sich hinsetzten und einen Brief schreiben? Immerhin könnten sie diesen am nächsten Morgen nach nüchterner Betrachtung getrost in den Papierkorb werfen. Sie hätten eh keine Briefmarke zur Hand.
Erwarten Sie keine Wunder. Und keine prompte Antwort. Denn die Themen Ihrer freien Zeit sind die Themen meiner Arbeitszeit. Und die endet in der Regel vor dem Serien-Marathon. Sie teilen mir mit, was Ihnen wichtig ist, ich teile Ihnen mit, was mir wichtig ist. Wenn wir einander (digital) zuhören, ist der Anfang für Veränderung getan.
Das Bezirksamt wünscht sich Social Media. Dringend. Von uns, für Sie. Egal was, Hauptsache mitmachen. Doch bevor ich den Ruf „Wollt Ihr die totale Kommunikation?“ in den Kiez hinausschreie, frage ich lieber ganz Bescheiden nach. Also, wie hätten Sie es denn gerne, werte Leserin, werter Leser dieser Kolumne? Folgen Sie dem QR-Code auf dem Foto und stimmen Sie ab! Oder diesem Link (https://bit.ly/2PssQNo – Achtung, funktioniert derzeit nicht, wird korrigiert) in der Onlineversion. Oder schreiben sie eine E-Mail. Oder einen Brief.
Wir bleiben in Kontakt!
Herzlichst, ihr Jochen Uhländer
Stadtteilkoordinator Brunnenstraße Nord
Briefe bitte an:
Olof-Palme-Zentrum
zu Händen Jochen Uhländer
Demminer Straße 28
13355 Berlin
E-Mails bitte an:
stk-brunnenstraße-nord@berlin.de
Zur Umfrage Kontaktwege:

Zum Weiterlesen
Weitere Kolumnen der Stadtteilkoordination gibt es hier –> Kolumnen STK
Der Text ist auch im gedruckten Kiezmagazin „Der Kiez hinter dem Blätterdach“ enthalten, das im Mai 2021 erschienen ist. Weitere Beiträge aus dieser Ausgabe sind im Beitrag „Neues Kiezmagazin: Der Kiez hinter dem Blätterdach“ gesammelt und verlinkt.

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