Manchmal brauchen Blumen ein bisschen Nachhilfe. Linda Lichel und Dunja Berndt geben einen kleinen Einblick in den Kreislauf der Gleim-Oase und liefern Tipps für das Absammeln von Samen im Herbst.

Komm mit uns mit. Nimm einen Schritt. Laufe mit uns durch die Gleim-Oase. Hast du die Vielfalt gesehen? Die wilde Blumenwiese? Die leuchtenden Ringelblumen und der blühende Efeu? Jedes Jahr bietet die Gleim-Oase eine wunderbare Vielfalt an Pflanzen. Auf der Gleim-Oase versuchen wir, diese schöne – natürliche – Vielfalt zu erhalten und greifen daher nur begrenzt ein. Zu den naturnahen Eingriffen gehört, dass wir uns bei manchen unserer Anwohner nicht nur auf die natürliche Vermehrung verlassen, sondern etwas nachhelfen.
Während mehrjährige Stauden immer wieder am gleichen Ort ihre Pracht entfalten, müssen die ein- und zweijährigen Pflanzen immer aufs Neue ausgesät werden. Hier findet ihr ein paar Tipps, die ihr – gerade in dieser Jahreszeit – auch in Euren grünen Wänden zu Hause einsetzen könnt:
Sobald die Blumen verblühen und sich braun färben, ist es Zeit für die Samenernte: Am besten an einem trockenen Tag die Blumensamen vorsichtig einsammeln und in einem Briefumschlag oder einer kleinen Papiertüte aufbewahren. Das Ganze beschriften und dann kühl und trocken aufbewahren, zum Beispiel in einem Kellerraum. Tipp: Der perfekte Moment ist, wenn sich das Erntegut mühelos ablösen lässt.

Kreislauf: Samen abnehmen und trocknen
Wir machen das beispielsweise bei Ringelblumen, Malven, Hornveilchen und einigen Gräsern. Die Ringelblume ist erntereif, wenn sich die Blüten zu Fäustchen verformen und diese austrocknen. Von der geringelten Form der Samenkapseln hat die Pflanze ihren Namen. Das Hornveilchen bildet nach der Blüte einen Knoten, der bald danach berstet. Kurz vor dem Bersten ist die beste Zeit, die Samen abzunehmen. Da diese Samen sehr klein sind, ist hier Vorsicht geboten. Möchtet ihr Malvensamen sammeln, dann achtet auf Fruchtkapseln, die aussehen wie kleine Käseräder, die sich nach der Blüte bilden.

Im nächsten Frühjahr ist es dann an der Zeit, die abgeernteten Samen wieder einzupflanzen und so zum Leben zu erwecken. Freut euch jetzt schon auf eine blütenreiche Gleim-Oase 2022!
Der Text stammt von den Gleim-Oasen-Patinnen Linda Lichel und Dunja Berndt.
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Mehr Beiträge über die Stadtgärten im Wedding und in Gesundbrunnen sind auf der Seite Nachhaltigkeit im Wedding (Abschnitt „Urbanes Gärtnern“) zu finden.
Der Text ist im gedruckten Kiezmagazin „Der weiße Stier vom Humboldthain“ enthalten, das im November 2021 erschienen ist. Weitere Beiträge dieser Ausgabe sind im Beitrag „Neue Ausgabe: Der weiße Stier vom Humboldthain“ gesammelt und verlinkt.

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